Tolle Kolleg*innen, aber Atmosphäre und Führung sind nichts für schwache Nerven!!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Spannende Aufgaben mit Gestaltungsspielraum, nette Kolleg*innen & Zusammenarbeit auf Augenhöhe, Schöne Büro-Location
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schwaches Führungsverhalten und wenig gelebtes Leadership, Fehlende Feedbackkultur & teils problematische Arbeitsatmosphäre, Lückenhafte interne Kommunikation
Verbesserungsvorschläge
Mehr zuhören, Kritik annehmen und als Chance zur Verbesserung nutzen. Weniger Schönfärberei – ein realistischer Blick hilft, Mitarbeitende langfristig zu halten.
Arbeitsatmosphäre
Es gibt viele engagierte Kolleg*innen, was die Zusammenarbeit in vielen Bereichen sehr angenehm macht. Natürlich hängt die Arbeitsatmosphäre stark von der jeweiligen Abteilung und den direkten Führungskräften ab. In meiner Wahrnehmung hat sich die Stimmung zuletzt jedoch zunehmend verschlechtert, zum Teil war das Arbeitsklima belastend. Der Arbeitsalltag war häufig geprägt von Spannungen, einem mitunter sehr schroffen Umgangston und wenig Raum für konstruktiven Austausch. Kritische Rückmeldungen wurden oft nicht ernst genommen oder, was langfristig das Vertrauen und die Offenheit im Team beeinträchtigte. Besonders herausfordernd war für mich die Meeting- und Gesprächskultur: Häufiges Unterbrechen, starkes Dominanzverhalten und fehlender gegenseitiger Respekt waren leider keine Ausnahme. Dieses Kommunikationsverhalten wurde oft als Ausdruck von „Leidenschaft für den Job“ abgetan, was meiner Meinung nach jedoch von grundlegenden Problemen in der Zusammenarbeit ablenkt.
Kommunikation
Die interne Kommunikation erfolgt zumindest regelmäßig. Alle 2-3 Wochen gibt es ein Update-Meeting, in dem aktuelle Entwicklungen vorgestellt werden.
Allerdings liegt der Fokus meist auf positiven News. Kritische Themen, wie etwa Kündigungen oder personelle Veränderungen, erfährt man mit Glück per Mail, oft aber auch nur beiläufig in der Raucherpause.
Mir persönlich fehlten vor allem klare Prozesse und eine transparente Kommunikation zu Zuständigkeiten, Freigaben und vor allem zu Entscheidungen. Diese bleiben teils lange aus oder werden kurzfristig und ohne nachvollziehbare Begründung getroffen, was zu großer Unsicherheit in den Teams führt.
Kollegenzusammenhalt
Klar eine der großen Stärken bei XiTrust. Die meisten Mitarbeiter*innen sind engagiert, hilfsbereit und echte Expert*innen auf ihrem Gebiet. Man begegnet sich auf Augenhöhe und unterstützt sich gegenseitig, auch abteilungsübergreifend.
Gleichzeitig gibt es einzelne sehr dominante Persönlichkeiten, deren Verhalten das Arbeitsklima negativ beeinflusst. Trotz zahlreicher Kündigungen wurde dieses Thema aus meiner Sicht kaum adressiert oder von der Führungsebene nicht ausreichend aufgegriffen. Das hatte spürbare Auswirkungen auf das ansonsten sehr kollegiale Miteinander und stellt meiner Meinung nach eine erkennbare Schwachstelle in der Unternehmenskultur dar.
Work-Life-Balance
Die Rahmenbedingungen bieten grundsätzlich Flexibilität: Kein All-in, verschiedene Arbeitszeitmodelle und es wird Rücksicht auf Studierende oder Eltern genommen. In der Praxis hängt auch das jedoch von der Führungskraft ab. Denn je nach Abteilung ist der Workload teilweise sehr hoch und schwer zu bewältigen.
Homeoffice ist bis zu 2x pro Woche möglich. Beim Thema Krankmeldungen habe ich vereinzelt erlebt, dass längere oder häufigere Abwesenheiten nicht immer auf uneingeschränktes Verständnis stießen. Positiv hervorzuheben sind Teamevents, die es immer mal gibt.
Vorgesetztenverhalten
Bei XiTrust verfügen die meisten Führungskräfte zwar über fachliche Kompetenz, in Mitarbeiterführung und im Bereich Leadership bestehen meiner Meinung nach jedoch deutliche Defizite – mit Ausnahme der Leads in Entwicklung und Produkt, die ich in dieser Hinsicht positiv hervorheben möchte.
Der aktuelle Fokus auf Wachstum scheint häufig zulasten der zwischenmenschlichen Aspekte zu gehen. Wertschätzung, aktives Zuhören und ein offener, vertrauensvoller Umgang bleiben dabei oft auf der Strecke. Rückmeldungen werden selten konstruktiv aufgenommen. Wer Missstände anspricht, riskiert, ins Abseits zu geraten. Der Umgang mit kritischen Kununu-Bewertungen zeigt für mich exemplarisch wie schlecht Feedback von der Führung angenommen wird: Kritische Beiträge werden reihenweise gemeldet, anstatt sie als Anstoß zur Verbesserung zu nutzen oder mit Mitarbeiter*innen das Gespräch zu suchen.
Interessante Aufgaben
Ich würde sagen größtenteils Ja! MOXIS ist ein cooles Produkt, für die meisten Positionen gibt es Gestaltungsspielraum, man kann mitwirken und sich einbringen.
Gleichberechtigung
Ja, es gibt Frauen in Führungspositionen. Insgesamt ist die Unternehmensstruktur meiner Meinung nach trotzdem männlich geprägt – sowohl zahlenmäßig als auch in der Art, wie kommuniziert und geführt wird.
Das „Alpha-Mindset“ ist im Arbeitsalltag durchaus spürbar. Wer sich behaupten will, sollte jedenfalls Standfestigkeit mitbringen – auch im Hinblick auf den Umgangston und gelegentliche unangebrachte Aussagen.
Arbeitsbedingungen
Schöner Altbau, ausreichend Platz, man fühlt sich auf den ersten Blick wohl. Bemängeln kann man, dass bei Ausstattung und Raumplanung mehr Wert auf Ästhetik als auf Funktionalität gelegt wurde. Es fehlen höhenverstellbare Tische und eine Klimaanlage. Die Raumakustik ist aufgrund der vielen Türen (teilweise fünf pro Raum!) sehr ungünstig.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier gibt es meiner Meinung nach Verbesserungsbedarf. Ja, das Produkt spart grundsätzlich Papier & Ressourcen, von einer nachhaltigen Unternehmenspraxis ist XiTrust trotzdem noch weit entfernt. Sponsoring beim Porsche Cup, Kundenbesuche mit Auto oder Flugzeug… Hier wäre ein Umdenken wünschenswert.
Gehalt/Benefits
Bezahlt wird KV bzw. geringfügig darüber. Im Branchenvergleich eher wenig. Gehaltsverhandlungen gestalten sich erfahrungsgemäß schwierig. Auch im Bereich Zusatzleistungen und Benefits sehe ich noch viel Entwicklungspotential.
Image
XiTrust genießt bei den Kunden ein ziemlich positives Image, das über viele Jahre hinweg aufgebaut wurde. Ich habe allerdings den Eindruck, dass dieses Image immer mehr unter Druck gerät. Zum einen durch interne Herausforderungen (wachsende Unzufriedenheit der Mitarbeiter*innen, fehlende Strategie, mangelnde Zuverlässigkeit), zum anderen aufgrund
der nach außen hin unklaren Kommunikation. Der „Quantity over Quality“-Ansatz auf dem LinkedIn-Kanal zeigt das ganz gut: viel Masse (und KI), wenig Substanz. Man kann nur hoffen, dass sich diese Haltung nicht bald auch im Produkt widerspiegelt.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt sicherlich Möglichkeiten. Und in der Theorie auch Budget dafür. Allerdings muss man hier extrem dahinter sein.