Dabei wäre so viel Potential vorhanden ...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Interessante Einblicke in die Abläufe eines traditionsreichen Handelsunternehmens.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Autoritärer Stil des oberen Managements, der wohl von den Eigentümern getrieben wird. Mitarbeiter*innen werden nicht gehört, von ihnen wird erwartet, sich zu fügen und alles freudig zu beklatschen, was ihnen vorgesetzt wird.
Verbesserungsvorschläge
Darauf besinnen, dass die Mitarbeitenden das wertvollste Gut sind. Die Leute sind oft schon lange im Unternehmen und haben sehr wohl die Kompetenz, Verbesserungen zu bewirken. Berater hingegen stülpen ihre 08/15-Best-practice-Ansätze über die Organisation und basteln ein paar überfüllte pseudo-tolle Powerpoint-Folien, ohne sich Gedanken über nachhaltige Umsetzungen zu machen.
Und auch, wenn es die meisten nicht wahrhaben wollen: KI ist kein Allheilsbringer!
Arbeitsatmosphäre
Seitdem ein neues Management im Einsatz ist, merkt man, dass die Stimmung gedrückt und die Motivation flöten gegangen ist. Eigentlich wartet man nur darauf, dass nach und nach die Leute kündigen.
Image
Dass die Lutz-Gruppe nicht das beste Image hat, ist weithin bekannt. Vorteil des Unternehmens ist, dass nahezu keine Konkurrenz mehr vorhanden ist.
XXXLdigital ist bei den Leuten nicht unbedingt bekannt, weshalb das Image nur mit der Lutz-Gruppe gekoppelt betrachtet werden kann.
Work-Life-Balance
Die vertragliche Homeoffice-Regelung war seit jeher auf 2 Tage Homeoffice pro Woche fixiert. Dadurch, dass die Teams über halb Europa verteilt sind und ein Großteil der Kommunikation deshalb über Online-Meetings stattfindet, war es immer okay, zu 100% im Homeoffice zu sein - ein unbestreitbar wertvoller Benefit, den es so nun nicht mehr gibt. Für viele wird es schwierig, auf Grund langer Arbeitswege die Work-Life-Balance aufrechtzuerhalten. Auch die Flexibilität geht damit verloren, was sich wohl auch auf reduzierte Arbeitsleistung auswirken wird. Hat man im Homeoffice vielleicht noch eine Stunde länger gearbeitet (was in den meisten Fällen ja sowieso über All-in-Verträge gedeckt und somit ein Vorteil für das Unternehmen war), wird dies nun eher nicht mehr gemacht, da man ja auch den Nachhause-Weg in seine Zeitplanung einberechnen muss.
Karriere/Weiterbildung
Die Möglichkeit, interne oder externe Schulungen, Konferenzen und Messen zu besuchen, ist nach wie vor gegeben. Pro Quartal können zwei Learning Days genommen werden, auch für Selbststudium (z.B. udemy-Kurse) und Beschäftigung mit Fachliteratur.
Gehalt/Benefits
Wenn ein IT-Bereich auf dem (schlechten) Kollektivvertrag des Handels basiert, kann man sich ja ausrechnen, wie die Bezahlung ist. Der größte Benefit ist mit 100% Homeoffice nun gefallen, alle weiteren Sozialleistungen stechen jetzt nicht unbedingt hervor - gratis Kaffee, Tee, Obst, Mitarbeiterrabatte, die oftmals nicht besser sind als die allgemeinen Rabattaktionen, da und dort Ermäßigungen in Fitnessstudios oder beim Essen, aber wie gesagt: nichts, das nicht von anderen Firmen auch angeboten wird.
Gehaltserhöhungen werden wenn dann nur geringfügig über der Kollektivvertragserhöhung vereinbart. Dafür wird ab einem bestimmten Jahresverdienst auf All-in umgestellt - selbst bei Teilzeitmitarbeitenden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Eigentlich nicht vorhanden. Wie nachhaltig die als nachhaltig verkauften Marken und Produkte bei der Lutz-Gruppe tatsächlich sind, lässt sich schwer einschätzen, ohne Einblick in die Einkaufsabläufe zu haben. Und bei XXXLdigital wird generell kein besonderes Augenmerk auf Nachhaltigkeit gelegt.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen und Kolleginnen war immer schon gut und aktuell schweißt das "gemeinsame Leiden" halt noch zusätzlich zusammen.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt grundsätzlich wenig ältere Mitarbeitende, ich weiß aber, dass auch Ü60 eingestellt wird und die Erfahrung dieser Kollegen und Kolleginnen geschätzt wird.
Vorgesetztenverhalten
Die direkten Führungskräfte sind großteils sehr auf das Wohl ihrer Mitarbeiter bedacht. Je höher man in der Hierarchie man aber geht, umso altbackener und kontrollierender wird die Führung. Von modern zu autoritär innerhalb weniger Monate ... Anstatt die altmodischen Gegebenheiten der Lutz-Gruppe an die moderneren Ansätze von XXXLdigital anzupassen, machen wir nun den Rückschritt.
Ich warte nur darauf, dass wir von XXXLdigital auf XXXLanalog umbenannt werden - das würde zu den letzten Entwicklungen passen.
Arbeitsbedingungen
Sehr abhängig vom Standort. Linz als neuestes XXXLdigital-Büro ist modern, hell und geräumig. Auch Wien liegt im Ranking da relativ weit oben. Wels hingegeben ist beengt, Tische wurden zwar teilweise ausgetauscht, bei der Küche hat man aber Angst, dass man plötzlich die Tür eines Kastens in der Hand hat. Ist aber auch schwierig, als Möbelhändler an geeignetes Mobiliar zu gelangen ...
Die technische Ausstattung würde ich jetzt aber als akzeptabel beurteilen. Jeder Arbeitsplatz hat entweder 1 widescreen oder 2 normale Bildschirme, Laptop, Maus, Tastatur sind hochwertig, Wahl zwischen Apple oder Windows.
Kommunikation
Das Management rühmt sich dafür, offen zu kommunizieren und ja, es werden über verschiedene Kanäle Informationen weitergegeben - doch alles ausschließlich Top-down. Man hat nicht das Gefühl, dass Beiträge seitens der Mitarbeitenden erwünscht sind - es wurde entschieden, lebt damit.
Gleichberechtigung
Dass der Großteil der Führungskräfte männlich, weiß und deutschsprachig ist, lässt sich nicht bestreiten. Ich denke aber, dass Frauen - wenn sie es wollen - genauso in eine Führungsposition gelangen können, wie Männer.
Interessante Aufgaben
Als großes Handelsunternehmen, das von stationärem Handel über Onlineshop bis marketplace so ziemlich alles praktiziert, gäbe es bei XXXLutz und somit auch bei XXXLdigital sehr viele interessante Aufgaben und Einblicke. Allerdings wird den Mitarbeitenden Kompetenz abgesprochen, bei allem werden externe Berater eingesetzt, die laut Management besser wissen, was das Unternehmen braucht.


