Gut am Arbeitgeber finde ich
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen funktioniert das Zusammenspiel innerhalb der Kollegen im Marketing meist gut. Viele unterstützen sich gegenseitig, wo sie können, auch wenn die Situation für viele inzwischen belastend geworden ist.
Die Büros sind modern, Home Office ist möglich und die Infrastruktur ist solide. Besonders hervorzuheben sind die engagierten Kollegen, die mit ihrem Einsatz wesentlich dazu beitragen, dass der Arbeitsalltag trotz vieler Herausforderungen funktioniert.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
UPDATE: Die letzten personellen Veränderungen haben leider eher Enttäuschung hinterlassen. Die neue Leitung wirkt menschlich wirklich freundlich und bemüht – das ist überhaupt nichts Persönliches. Umso schwieriger ist es zu sehen, dass offenbar den falschen Personen vertraut wird und problematische Entwicklungen dadurch weiterhin bestehen bleiben bzw. dadurch sogar gefördert werden.
Besonders frustrierend ist der Umgang mit Beschwerden über die disziplinäre Führungskraft. Es wurden offizielle Wege (Ethik Line, HR, Betriebsrat etc) genutzt, Gespräche gesucht und Themen mehrfach angesprochen – trotzdem hat man als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter kaum das Gefühl, dass sich wirklich etwas verändert oder Konsequenzen entstehen. Stattdessen entsteht zunehmend der Eindruck, dass kritische Stimmen nur unbequem sind. Probleme werden schlicht durch die Kündigung dieser Stimmen beseitigt.
Vor wenigen Wochen hat man das leider wieder deutlich gesehen: Eine Kollegin, die fast 20 Jahre im Unternehmen war und nur noch wenige Jahre bis zur Pension hatte, wurde gekündigt. Mit ihr ging die letzte Person, die sich noch offen getraut hat, Probleme anzusprechen. Das war für einige im Team ein sehr ernüchternder Moment. Und ein Moment, der wieder um den eigenen Verbleib im Unternehmen fürchten lässt.
Ich verstehe jeden, der lieber still bleibt - ich gehöre selbst auch dazu. Man sieht, was mit Menschen passiert, die kritisch sind oder Missstände offen ansprechen. Die Kolleginnen und Kollegen denken vermutlich ähnlich, sagen es aber nicht mehr laut. Genau das ist eigentlich das Traurigste an der aktuellen Situation.
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Die zentrale Schwäche liegt in der Führungskultur. Fehlende fachliche Kompetenz, mangelnde Kommunikation, Intransparenz und ein autoritärer Stil prägen den Alltag. Vertrauen wird durch Kontrolle ersetzt, Kritik ist unerwünscht und Entscheidungen sind häufig nicht nachvollziehbar. Im Vordergrund steht Freunderlwirtschaft. Und Radfahren - nach oben ducken, nach unten treten.
Innerhalb des Marketings fällt auf, dass viele Mitarbeitende inzwischen Angst haben, ihre Meinung offen zu äußern. Man hat oft das Gefühl, beobachtet oder belauscht zu werden – die Atmosphäre ist angespannt und wenig vertrauensvoll.
Zusätzliche Verunsicherung entstand durch die Ankündigung des CEO, dass mindestens 30 weitere Einsparungen notwendig sein werden. Kurz darauf wurde bekannt, dass er selbst das Unternehmen zum Jahresende verlassen und eine neue Position in der Schweiz übernehmen wird.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen hätte eigentlich großes Potenzial – sowohl durch die Menschen als auch durch viele gute Ideen. Doch die aktuelle Führungskultur verhindert aus meiner Sicht, dass dieses Potenzial wirklich genutzt werden kann.
Es braucht dringend eine Kultur, die auf Vertrauen, Fairness, offener Kommunikation, echter Verantwortung und fachlicher Kompetenz basiert. Nicht zu vergessen Menschlichkeit.
UPDATE: Die neue Head of Marketing betont laut eigener Aussage Empathie, Fairness und Teamorientierung. Leider ist auch sie auf das manipulative Verhalten zweier Führungskräfte, speziell der disziplinären Führungskraft, hereingefallen. Damit wurden alle zuletzt gehegten Hoffnungen zunichte gemacht. Ein guter Anfang wäre ein sofortiger Austausch der Führungskräfte gewesen - aktuell sind die Werte der neuen Head of nicht umzusetzen. Nach der Kündigung der letzten mutigen, offenen Kollegin, ist ehrliches Feedback leider wohl kaum mehr zu erwarten.
Arbeitsatmosphäre
Das Arbeitsklima ist seit längerer Zeit stark belastet, unter anderem durch kontinuierliche Veränderungen und zunehmende Unsicherheit. Offenheit, Wertschätzung und gegenseitiges Vertrauen wirken oft eher wie Anspruch als gelebte Realität.
Der Druck ist hoch, viele Mitarbeitende fühlen sich verunsichert. Durch die ständigen Einsparungen und den gefühlt täglichen Kündigungen, hat sich die Stimmung noch einmal deutlich verschlechtert.
Image
Öffentlich präsentiert sich das Unternehmen modern, professionell und werteorientiert. Intern erleben viele Mitarbeitende den Arbeitsalltag jedoch deutlich anders. Gerade dieser Unterschied zwischen Außenwirkung und interner Realität wird von vielen als enttäuschend empfunden.
Work-Life-Balance
Home Office ist möglich und grundsätzlich positiv. Die Flexibilität hilft vielen Mitarbeitenden dabei, den Arbeitsalltag besser zu organisieren.
Gleichzeitig ist die Arbeitsbelastung oft sehr hoch. Überstunden sind keine Ausnahme, und Urlaubsplanung gestaltet sich teilweise schwierig, weil Teams über längere Zeit unterbesetzt sind.
Es werden so viele Kolleginnen und Kollegen gekündigt, dass ich mich bereits frage, wer die Arbeit eigentlich noch machen soll.
Karriere/Weiterbildung
Karrierechancen hängen aus Sicht vieler Mitarbeitender stark vom persönlichen Umfeld und internen Beziehungen ab. Fachliche Qualifikation und Leistung wirken dabei oft zweitrangig.
Weiterbildungsangebote existieren grundsätzlich, werden im Arbeitsalltag jedoch nur eingeschränkt ermöglicht. Häufig fehlen dafür Zeit, Ressourcen oder die notwendige Priorität.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist grundsätzlich in Ordnung, wirkt angesichts der hohen Belastung und der aktuellen Situation jedoch wenig attraktiv. Die Sozialleistungen bewegen sich im Durchschnitt und können die negativen Aspekte des Arbeitsalltags nur bedingt ausgleichen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim Thema Umwelt- und Sozialbewusstsein wird aus meiner Sicht viel Wert auf Außenwirkung und Kommunikation gelegt. Im Arbeitsalltag fehlt jedoch häufig die konsequente und glaubwürdige Umsetzung dieser Werte.
Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung wirken oft vor allem dann präsent, wenn sie strategisch oder marketingtechnisch relevant sind.
Kollegenzusammenhalt
Zwischen den Kolleg:innen funktioniert der Zusammenhalt meist gut. Viele geben ihr Bestes, um einander zu unterstützen.
Allerdings wird der Teamgeist durch das Führungsverhalten zunehmend geschwächt. Eine echte Teamkultur wird von oben nicht vorgelebt.
Ich habe selbst formale Beschwerden über das Verhalten von Führungskräften im Marketing eingereicht. Diese bezogen sich aus meiner persönlichen Erfahrung auf Themen wie Mobbing, Machtmissbrauch und diskriminierendes Verhalten im Arbeitsalltag. Die Meldungen erfolgten über dafür vorgesehene interne Kanäle.
Aus Sicht einer betroffenen Mitarbeiterin bleibt für mich jedoch unklar, welche Konsequenzen aus solchen Beschwerden gezogen werden. Trotz der eingereichten Meldungen konnte ich keine spürbaren oder transparent kommunizierten Maßnahmen erkennen. Das wirft für mich Fragen nach dem Umgang des Unternehmens mit ernsthaften Hinweisen auf problematisches Führungsverhalten auf.
UPDATE: In der Vergangenheit hat sich bereits mehrfach gezeigt, dass Meldungen über kritisches Verhalten eliminiert werden. Erst vor kurzem wurde wieder eine der mutigen Kolleginnen gekündigt. Die eigentlichen Probleme haben noch immer Führungspositionen inne.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Wertschätzung für langjährige Erfahrung und Loyalität wirkt aus Mitarbeitersicht gering. Erst vor Kurzem wurde wieder eine Kollegin nach fast 20 Jahren Unternehmenszugehörigkeit gekündigt. Sie hätte nur mehr wenige Jahre bis zur Pension gehabt. Für viele war das ein sehr ernüchterndes Signal – besonders, weil mit ihr auch eine der letzten offenen und kritischen Stimmen verloren gegangen ist.
Vorgesetztenverhalten
Führung basiert aus Sicht vieler Mitarbeitender eher auf Loyalität und persönlichen Beziehungen als auf fachlicher Kompetenz oder Erfahrung. Probleme werden häufig ausgesessen oder nach unten weitergegeben, anstatt offen und konstruktiv gelöst zu werden.
Kritik scheint wenig erwünscht zu sein. Verantwortung wird oft weitergereicht, während ein motivierender, transparenter oder unterstützender Führungsstil kaum erkennbar ist.
UPDATE: In der Vergangenheit entstand zudem mehrfach der Eindruck, dass kritische Stimmen im Unternehmen langfristig keinen Platz haben. Erst vor Kurzem hat erneut eine Kollegin das Unternehmen verlassen, die Probleme offen angesprochen hatte. Gleichzeitig befinden sich die Personen, über deren Führungsverhalten wiederholt Beschwerden geäußert wurden, weiterhin in verantwortungsvollen Positionen - wie etwa die disziplinäre Führungskraft.
Das verstärkt bei vielen Mitarbeitenden die Unsicherheit, ob offene Kritik tatsächlich erwünscht ist oder zu Veränderungen führt. In meinen Augen scheint alles sinnlos.
Arbeitsbedingungen
Die Büros sind modern und gut ausgestattet. Home Office ist möglich, die Infrastruktur funktioniert zuverlässig und auch die allgemeinen Rahmenbedingungen sind grundsätzlich in Ordnung.
Diese positiven Aspekte können jedoch die Belastung im Arbeitsalltag und die bestehenden Probleme in der Führungskultur nur teilweise ausgleichen.
Kommunikation
Extern präsentiert sich das Unternehmen modern, professionell und werteorientiert. Intern erleben viele Mitarbeitende jedoch einen stark hierarchischen, intransparenten und kontrollierenden Kommunikationsstil.
Viele Aussagen aus Leitbild und interner Kommunikation wirken im Arbeitsalltag wenig greifbar und stehen aus Sicht vieler Mitarbeitender nicht im Einklang mit der gelebten Realität.
Gleichberechtigung
Objektive Leistung und fachliche Kompetenz wirken aus Sicht vieler Mitarbeitender oft weniger entscheidend als persönliche Beziehungen und interne Netzwerke.
Das sorgt insbesondere bei engagierten Mitarbeitenden für Frustration – vor allem dann, wenn kritische oder unbequeme Stimmen das Unternehmen verlassen, während bestehende Machtstrukturen unverändert bleiben.
Interessante Aufgaben
Es gäbe durchaus spannende Projekte, kreative Ideen und engagierte Mitarbeitende. In der Realität scheitert jedoch vieles an fehlenden Ressourcen, ständig wechselnden Prioritäten und einer insgesamt hohen Arbeitsbelastung.
Engagierte Mitarbeitende werden aus Sicht vieler Kolleg:innen zu selten gefördert oder langfristig gehalten.
Zusätzlich ist die finanzielle Situation im Unternehmen spürbar angespannt. Einsparungen prägen mittlerweile viele Bereiche des Arbeitsalltags – insbesondere dort, wo die operative Belastung ohnehin bereits sehr hoch ist.