Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Einschulung in Zürich habe ich sehr positiv erlebt. Dort wurde ich gut aufgenommen, die Abläufe wirkten strukturiert und professionell und ich hatte zu Beginn einen wirklich guten Eindruck von Benedict. Ebenfalls positiv empfand ich die Work-Life-Balance und den grundsätzlich fairen Fixlohn. Auch mit einzelnen Mitarbeitenden hatte ich einen sehr guten und angenehmen Austausch. Die Tätigkeit im Aussendienst und der Kontakt mit Firmen und Institutionen haben mir grundsätzlich Spass gemacht. Meine Kritik richtet sich deshalb nicht pauschal gegen Benedict, sondern vor allem gegen meine persönlichen Erfahrungen am Standort Bern und den Umgang mit meiner Position.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Meine Kritik betrifft vor allem den Standort Bern. Die Kommunikation und Führung empfand ich teilweise als äusserst schlecht. Besonders negativ blieb mir eine Situation mit der Leiterin der Sprachkurse in Erinnerung: Aufgrund einer Fehlkommunikation wurde ich aus meiner Sicht völlig unfair zur Rede gestellt. Mein Vorgesetzter stellte sich von Anfang an auf ihre Seite, ohne zuerst meine Sicht anzuhören oder den Sachverhalt mit mir abzuklären. Solche Situationen vermittelten mir das Gefühl, nicht wirklich Teil des Teams zu sein. Generell fehlten mir Führung und echtes Interesse an meiner Position. Besonders enttäuschend war zudem, dass mir die Stelle als langfristige Position mit Perspektive vermittelt wurde und sie bereits nach wenigen Monaten aufgrund einer Umstrukturierung beendet wurde.
Verbesserungsvorschläge
Neue Mitarbeitende sollten nur für Positionen eingestellt werden, für die eine klare und langfristige Strategie besteht. Eine Stelle als langfristige Perspektive zu vermitteln und sie wenige Monate später aufgrund einer Umstrukturierung wieder aufzuheben, sollte nicht passieren. In Bern braucht es aus meiner Sicht zudem deutlich mehr Führung, klare Zuständigkeiten und eine bessere interne Kommunikation. Bei Konflikten sollten Vorgesetzte zuerst beide Seiten anhören, bevor sie Position beziehen. Neue Mitarbeitende müssen von Beginn an ins Team integriert und ernst genommen werden. Für den Aussendienst braucht es ausserdem eine realistische Provisionsstruktur für Neueintritte, die berücksichtigt, dass ein Kundenstamm zuerst aufgebaut werden muss. Die sehr positive und strukturierte Erfahrung bei der Einschulung in Zürich könnte dabei durchaus als Vorbild für Bern dienen.
Arbeitsatmosphäre
Mein Start war leider bereits sehr ernüchternd. Als ich meine Stelle antrat, hatte ich nicht den Eindruck, dass man organisatorisch auf meinen Eintritt vorbereitet war oder mich wirklich erwartet hatte. Gerade bei einem neuen Mitarbeiter sollte aus meiner Sicht zumindest eine klare Einführung, Zuständigkeit und gewisse Vorbereitung vorhanden sein. Stattdessen entstand bei mir von Beginn an ein Gefühl von Unklarheit und fehlender Organisation.
Dieses Gefühl zog sich für mich durch die gesamte Anstellung. Prozesse, Verantwortlichkeiten und Erwartungen waren teilweise nicht klar, was immer wieder zu Unsicherheit führte. Dadurch entstand für mich keine Arbeitsatmosphäre, in der man sich wirklich abgeholt, integriert und langfristig wertgeschätzt fühlt.
Besonders enttäuschend war für mich, dass sich dieser erste Eindruck im Verlauf der Anstellung nicht grundlegend verbessert hat. Die Atmosphäre empfand ich deshalb insgesamt als wenig strukturiert und belastend.
Gehalt/Benefits
Der Fixlohn war aus meiner Sicht grundsätzlich in Ordnung. Das grosse Problem liegt jedoch bei der Provisionsstruktur im Aussendienst, insbesondere für Neueintritte in Bern. Hier klaffen die Erwartungen, die zu Beginn vermittelt werden, und das, was realistisch erreichbar ist, aus meiner Sicht deutlich auseinander.
Wer neu startet, muss sich Kundenstamm, Kontakte und Geschäft zuerst über längere Zeit aufbauen. Nach meiner Erfahrung ist es deshalb in den ersten 2–3 Jahren äusserst schwierig, nennenswerte Provisionen zu erzielen. Trotzdem werden beim Einstieg Möglichkeiten und Verdienstchancen vermittelt, die unter diesen Voraussetzungen für einen neuen Aussendienstmitarbeiter kaum realistisch erscheinen.
Genau hier ist das Provisionsmodell für mich nicht zu Ende gedacht. Eine Struktur, die bei bestehenden Mitarbeitenden mit aufgebautem Kundenstamm funktionieren mag, funktioniert nicht automatisch bei einer Neuanstellung, die bei null beginnt. Der Fixlohn war fair – die kommunizierten Provisionsmöglichkeiten und deren tatsächliche Erreichbarkeit empfand ich dagegen als grosse Enttäuschung.
Kollegenzusammenhalt
Den Kollegenzusammenhalt habe ich sehr unterschiedlich erlebt. Mit einzelnen Kolleginnen und Kollegen hatte ich einen guten und angenehmen Austausch, mit anderen hingegen überhaupt nicht. Von einem durchgehend starken Teamgefühl kann ich deshalb nicht sprechen. Da ich meine Aufgaben und meinen Bereich grösstenteils selbstständig betreute, war ich im Arbeitsalltag ohnehin wenig auf Unterstützung anderer angewiesen. Insgesamt hatte ich eher das Gefühl, dass jeder seinen eigenen Bereich verfolgt, als dass wirklich ein gemeinsames Teamgefühl vorhanden war. Positiv hervorheben möchte ich aber ausdrücklich die einzelnen Personen, mit denen die Zusammenarbeit menschlich und persönlich sehr angenehm war.
Vorgesetztenverhalten
Meinen direkten Vorgesetzten habe ich während meiner Anstellung leider überhaupt nicht als wirkliche Führungsperson erlebt. Bereits beim Einstieg hatte ich nicht das Gefühl, dass man sich ausreichend mit meiner Position, meinen Aufgaben oder einer strukturierten Einarbeitung auseinandergesetzt hatte. Auch im weiteren Verlauf änderte sich dieser Eindruck kaum. Ich betreute meinen Bereich grösstenteils selbstständig, was für mich grundsätzlich kein Problem ist. Selbstständiges Arbeiten ersetzt jedoch keine Führung. Mir fehlten klare Zielsetzungen, regelmässiger Austausch und vor allem echtes Interesse an meiner Tätigkeit und Position. Von einer Führungskraft erwarte ich Orientierung, Erreichbarkeit, klare Entscheidungen und Interesse an der Entwicklung des Mitarbeiters. Besonders enttäuschend empfand ich schliesslich den Umgang mit der Umstrukturierung.
Arbeitsbedingungen
Die Einschulung in Zürich habe ich sehr positiv erlebt. Dort hatte ich einen strukturierten und professionellen Eindruck und fühlte mich gut aufgenommen. Meine Kritik an den Arbeitsbedingungen bezieht sich deshalb ausdrücklich auf die Zeit danach in Bern. Nach der Einschulung war der Unterschied für mich deutlich spürbar. In Bern fehlten mir klare Strukturen, eine organisierte Begleitung und eine wirkliche Einbindung meiner Position. Ich betreute meinen Bereich weitgehend selbstständig und hatte häufig das Gefühl, auf mich allein gestellt zu sein. Die notwendigen Arbeitsmittel waren grundsätzlich vorhanden – das Problem waren für mich vielmehr die organisatorischen Rahmenbedingungen, fehlende Zuständigkeiten und die kaum vorhandene Führung. Schade, denn die positive Erfahrung in Zürich hatte mir zu Beginn ein ganz anderes Bild vermittelt.
Kommunikation
Die Kommunikation war für mich während meiner gesamten Anstellung einer der grössten Schwachpunkte. Informationen kamen teilweise spät, unvollständig oder erst dann, wenn Entscheidungen bereits getroffen waren. Häufig fehlte mir eine klare und proaktive Kommunikation zu Zuständigkeiten, Erwartungen und Veränderungen. Dadurch musste man sich Informationen teilweise selbst zusammensuchen und wusste nicht immer, woran man ist. Besonders bei wichtigen personellen Entscheidungen und schliesslich auch bei der Beendigung meines Arbeitsverhältnisses aufgrund einer Umstrukturierung hätte ich mir deutlich mehr Transparenz, frühzeitige Information und Verbindlichkeit gewünscht. Insgesamt entstand bei mir leider der Eindruck, dass intern zu wenig klar, strukturiert und offen kommuniziert wird.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung bedeutet für mich auch, dass alle Mitarbeitenden unabhängig von ihrer Position gleichermassen wahrgenommen, einbezogen und als Teil des Teams behandelt werden. Genau dieses Gefühl hatte ich während meiner Anstellung leider oft nicht. Ich hatte wiederholt den Eindruck, mit meiner Position eher ausserhalb des eigentlichen Teams zu stehen. Da ich meinen Bereich weitgehend alleine betreute und seitens der Führung wenig Interesse an meiner Funktion wahrnahm, verstärkte sich dieses Gefühl zusätzlich. Mir fehlten die Einbindung, der Austausch und das klare Signal, wirklich dazuzugehören. Es gab durchaus einzelne Personen, bei denen ich das anders erlebt habe, insgesamt fühlte ich mich jedoch nicht als gleichwertig integrierter Teil des Teams.