Die Idee ein Traum, die Realität ein Alptraum
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es wird pünktlich bezahlt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Alles oben beschrieben.
Verbesserungsvorschläge
Die Aussagen der Marketingabteilung über die Mitarbeiterwertschätzung vielleicht mal lesen. Mich schockiert jetzt weniger, dass manche Firmen noch wie in den 90ern geführt werden. Albern wird es halt, wenn man sich für ganz modern verkauft.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung ist eher schlecht bis schlecht im Team. Viele sind gereizt, Vorgesetzte ebenso. Regelmäßig wird jemand laut, auch Vorgesetzte. Gästen werden quasi keine Grenzen gesetzt von Führungskräften. Wir werden angehalten dies einfach zu ignorieren.
Regelmäßig werden für kleinste Vergehen Abmahnungen angedroht. Auch aus dem Management schriftlich im Intranet.
Die Weihnachtsfeier ging für die meisten aus dem Restaurant genau 1 Stunde, da wir ja noch arbeiten mussten. Eine Schließung für einen Tag im Jahr war also nicht vorgesehen.
Die Dankbarkeit des Hauses wird alle paar Monate damit gezeigt, dass es kostenfreie Limos gibt und ein paar Muffins. Oder es werden Abreißzettel aufgehängt mit Komplimenten die man an Kollegen verteilen kann.
Bald gibt es eine Feier zum 11-jährigen Jubiläum. Alle Mitarbeiter wurden offiziell ausgeladen nach Feierabend oder bei Frei an der Feier teilzunehmen. Gleichzeitig wird immer betont wie wichtig die Mitarbeiter für das Haus wären.
Image
Das Image ist großartig. Die Marktingabteilung ist wirklich toll. Hat alles mit Realität nur wenig zu tun.
Work-Life-Balance
Es wird mit einer 4-Tage Woche geworben. Diese findet quasi nicht statt, da 2x im Monat man mindestens auf Abruf bereitstehen muss. Zusätzlich behält sich das Management vor, einfach so 5 Schichten zu Vergeben in manchen Wochen. Die Schichten auf Abruf kommen dann dazu. Der Stress im Restaurant ist irre hoch. Die Stationen wurden noch mal erweitert mit weiteren Tischen.
Karriere/Weiterbildung
Quasi keine Aufstiegsmöglichkeiten. Es gibt hin und wieder Schulungen.
Gehalt/Benefits
Gehälter sind teilweise 300-400€ unter Tariflohn. Spricht man das an, heißt es, es gäbe ja gutes Trinkgeld.
Andere Häuser der Gruppe in der Stadt zahlen Tariflohn.
Es gibt entweder einen Zuschuss zum Deutschlandticket oder für Sport.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umweltschutz wird offiziell ganz groß geschrieben. Effektiv gibt es nur die Mülltrennung zwischen Biomüll, Restmüll und Papier. Am Ende des Abends ist auch das den meisten egal.
Kollegenzusammenhalt
Das Haus ist in Cliquen unterteilt. Je näher man dem Management durch (familiäre) Beziehungen steht, desto eher erreicht man im Haus etwas und genießt Narrenfreiheit.
Die Fluktuation im Haus ist selbst für Gastro-Verhältnisse irre hoch. Viele kündigen nach wenigen Wochen wieder.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt quasi keine älteren Kollegen
Vorgesetztenverhalten
Das direkte Management ist hauptsächlich desinteressiert. Kritik wird sehr ruhig entgegengenommen, dann relativiert und dann vollständig ignoriert.
Trinkgelder werden theoretisch geteilt zu gleichen Teilen im Service. Teile des Trinkgelds werden für (Verkaufsförderungs)-Wettbewerbe einbehalten. Ungefragt. Kritik hieran wird mit kaum verhohlenen Kündigung-Drohungen beantwortet.
Das Trinkgeld wird nicht nach dem 4-Augen-Prinzip gezählt. Bei einer zwischenzeitlichen Führungskraft waren die Trinkgelder stets deutlich niedriger, als bei Anderen. Es gab weder Angebote des Hauses uns dafür zu entschädigen, noch wurden die Abläufe geändert.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeit ist sehr stressig. Es herrscht enormer Kostendruck. Kaputte Dinge werden notdürftig geflickt.
Das Personalessen ist eine Katastrophe!!! Was mittags schon Stundenlang heiß gehalten wurde, wird halt abends noch mal aufgetischt. Egal wie vertrocknet es ist. Regelmäßig klagen verschiedene Mitarbeiter über Bauchschmerzen wegen des Essens. Kritik an dem Essen wird seit Jahren ignoriert.
Da das obere Management sich eher im Restaurant etwas bestellt, ist das kein Problem.
Kommunikation
Es gibt Mitarbeiterversammlungen. Rückfragen hierzu sind aber nicht gewünscht und werden abmoderiert.
Gleichberechtigung
Wirklich vorbildlich.
Interessante Aufgaben
Es ist halt Kellnern. Wirklich Zeit um guten Service zu machen haben wir kaum, ist auch nicht wirklich gewünscht.