Gut am Arbeitgeber finde ich
Dass ich gelernt habe, wie man ein Unternehmen nicht führt. Ich sehr früh und schnell lernen durfte, meine persönlichen Grenzen aufzuzeigen und auf mein Bauchgefühl zu hören. Eigentlich könnte ich sogar dankbar für diese Erfahrung sein.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich kann leider nicht das wiedergeben, was ich wirklich denke. Als junger Mensch wurde ich dort für Ausbildungen und die Arbeitswelt traumatisiert.
Verbesserungsvorschläge
Ich weiß nicht, wie das Unternehmen heute agiert. Wenn ich mir die Rezensionen und Bewertungen aber so anschaue, hat sich nichts geändert in über 10 Jahren.
Arbeitsatmosphäre
Wie gesagt, wäre der andere Mitarbeiter nicht gewesen, der genauso schikaniert und respektlos behandelt wurde, wäre ich dort viel früher gegangen. Wir durften nicht zusammen Mittagspause machen, das heißt wir waren beide immer irgendwie isoliert, während der Chef mit der frisch ausgelernten Azubine zum Mittagessen weiß Gott wohin gefahren ist und das gerne auch mal 2 Stunden lang. Gespräche waren nicht wirklich gestattet, weil es als störend empfunden wurde wenn wir uns unterhielten (God forbid die Angestellten kommunizieren). Die Atmosphäre war prächtig, sobald gewisse Personen nicht mehr im Büro waren.
Karrierechancen
Kann ich nicht wirklich etwas zu sagen, die Ausbildung habe ich noch während der Probezeit beendet (und ich wäre sowieso nicht durch die Probezeit gekommen ). Allerdings mehr als ein Personaldienstleistungskauffrau/mann oder klassische Büroangestellte konnte man dort nicht sein, blieb halt ein Einzelunternehmen mit weniger als 10 Angestellten (genau 5 zum damaligen Zeitpunkt).
Arbeitszeiten
Gleitzeit, 8:00 bis 9:00. Die Verkehrsanbindung zum ehemaligen Standort war aber eine absolute Katastrophe. Ich durfte nicht als erste im Büro sein, also musste ich zwischen 8:30 und 9 Uhr erscheinen. Da die Ringbahn quasi immer Verspätung hatte und ich dann dementsprechend noch auf die U-Bahn warten musste, kam ich eigentlich immer zu spät (10-30 min).
Ausbildungsvergütung
Überdurchschnittlich gut, erstes Lehrjahr um die 750€. Davon können einige heute noch träumen. Zudem bekam man die Ausbildungsmaterialien bezahlt.
Die Ausbilder
Meine eigentliche Ausbilderin (damals die Ehefrau des Chefs) war meiner Meinung nach komplett überarbeitet und quasi kaum anwesend. Eine unfassbar liebe und freundliche Person, die auch eigentlich immer was zeigen wollte und erklärt hat, wenn sie dann mal Zeit hatte. Hätte wirklich eine schöne Ausbildung werden können mit ihrer Begleitung.
Spaßfaktor
Wäre der andere einzige Vollzeit Mitarbeiter, der nicht zu der Familie gehörte, nicht da gewesen, wäre meine Zeit dort noch viel schlimmer gewesen. Der Hund der Familie war zuckersüß, leider zu selten im Büro, dafür gibt es den zweiten Stern.
Aufgaben/Tätigkeiten
Kaltakquise am Telefon zu betreiben war irgendwie DAS Ding. Ansonsten bestand die Arbeit aus sortieren der 80 verschiedenen Ordner, damit das Finanzamt den Laden nicht dicht macht (?) und sortieren und abheften von Rechnungen (jeden Tag ausgiebiges Mittagessen mit der ausgelernten Azubine). Ich habe quasi die nicht vorhandene Organisation beheben dürfen.
Variation
Die "Arbeit" war unfassbar eintönig. Wenn man nicht gerade zu den Kitas und anderen Einrichtungen gefahren ist, war die Büroarbeit anspruchslos. Wenn mal ein Zeitarbeiter oder Bewerber reinkam war es wieder spannend, wenn dieser nicht rigoros von der Chefetage + Azubine ignoriert wurde weil die Mittagspause wichtiger war, als ein Termin. Vorschläge wurden generell ignoriert, Kreativität eingestampft.
Respekt
In der Berufsschule hatten mich die Lehrer bereits gewarnt, dass der Chef ein "harter Hund" sei. Eben dieser hatte mich auch mit "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" eingestellt, das sagt schon alles. Wenn mir nicht gerade Lügen in den Mund gelegt wurden, ich als Faul und dümmlich bezeichnet wurde, dann wurde mir gesagt, dass ich die Probezeit nicht bestehen werde. Den einen Tag wird man respektlos behandelt, den nächsten als ob nie etwas passiert wäre. Stay toxic ✨