Benefits okay, Führung & HR aus meiner Sicht schwach. Fühlte mich in schwierigen Momenten alleingelassen.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Vergütung, Zusatzleistungen und Arbeitszeitmodelle empfand ich als sehr fair. Besonders das Gleitzeitmodell und die transparente Zeiterfassung haben mir gut gefallen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Aus meiner Sicht fehlt es an moderner Führungskultur – insbesondere in leitenden Positionen. Ich habe erlebt, dass auf Feedback oder Unterstützungsbedarfe oft nicht aktiv reagiert wurde, was für mich persönlich sehr belastend war. Auch der Umgang durch HR in komplexeren Situationen wirkte auf mich wenig unterstützend – insbesondere während meines Offboardings musste ich viele Schritte selbst organisieren, zum Teil mit sehr knappen oder unfreundlich wirkenden Rückmeldungen. Darüber hinaus empfinde ich die Unternehmenskultur als wenig anschlussfähig für jüngere Generationen: Klassische Rollenbilder, interne Präsenzpflicht mit Tracking sowie wenig Offenheit für neue Arbeitsweisen lassen den Arbeitgeber aus meiner Sicht nicht besonders modern wirken.
Verbesserungsvorschläge
- Führungskräfte auf Head-of-Level sollten nicht nur strategisch mitdenken können, sondern auch menschlich führen. Empathie, klares Erwartungsmanagement und das aktive Aufgreifen von Kritik & Feedback sollten Teil der Führungs-DNA sein.
- Integriertes Arbeiten darf nicht an langwierigen Freigabeprozessen oder Schuldzuweisungen scheitern. Eine offene, lösungsorientierte Fehlerkultur und pragmatische Kommunikation zwischen Abteilungen wären hier zentrale Hebel.
- HR muss sichtbarer Ansprechpartner sein – nicht nur auf dem Papier. Bei Hilferufen oder Problemen braucht es klare Prozesse, echte Reaktionen und keine Funkstille oder Floskeln.
- Gleichberechtigung & Diversität leben, nicht nur verkünden. Diversität darf nicht auf PowerPoint-Folien enden. Offenheit für Teilhabe, transparente Prozesse zur Beteiligung (z. B. am Diversity-Komitee) und ein respektvoller Umgangston – unabhängig vom Geschlecht, Hierrachieebene.
- Karrierepfade und Entwicklungsmöglichkeiten klarer gestalten. Wer Verantwortung übernimmt, sollte auch Perspektiven haben. Eine transparente Entwicklungssystematik (mit verbindlichen Kriterien und Gehaltsentwicklung) würde hier für mehr Fairness sorgen.
Image
Die Produktqualität habe ich als gut erlebt, allerdings hatte ich zunehmend den Eindruck, dass das Image – auch bei langjährigen Kund:innen – durch Konzernvorgaben und -richtungen negativ beeinflusst wurde.
Work-Life-Balance
Die Soll-Arbeitszeiten waren in meinem Fall gut einhaltbar, und durch das Gleitzeitmodell sowie die eingeführte Zeiterfassung empfand ich die Arbeitszeitregelung insgesamt als transparent und fair. Als belastend habe ich allerdings erlebt, dass ich während meines Urlaubs bzw. an Wochenenden wiederholt kontaktiert wurde – aus meiner Sicht ein klarer Punkt, bei dem Führungsverantwortung Grenzen wahren sollte.
Karriere/Weiterbildung
Die Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen hängen aus meiner Sicht stark von der jeweiligen Führungskraft ab. In meinen Enrwicklungsgesprächen hatte ich den Eindruck, dass für mich keine Weiterbildung, nächsten Schritte in der Karriere vorgesehen waren. Es gab keine gemeinsame realistische Vision – dazu habe ich mich fachlich kaum weiterentwickeln können und fühlte mich eher ausgebremst. Insgesamt hatte ich das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Ohne echte Perspektive blieb für mich letztlich nur der Schritt, das Unternehmen zu verlassen.
Kollegenzusammenhalt
Meiner Wahrnehmung nach war die Zusammenarbeit oft recht siloartig – abteilungsübergreifende Projekte empfand ich als mühsam und von vielen Abstimmungen geprägt. Bei Fehlern schien mir der Blick häufiger auf die Verantwortlichkeit als auf die Lösung gerichtet zu sein. Gleichzeitig gab es aber viele hilfsbereite und loyale Kolleg:innen, mit denen ein starker Zusammenhalt spürbar war.
Vorgesetztenverhalten
Ich habe die Zusammenarbeit mit der Führungskraft als fachlich und strukturell herausfordernd empfunden. Aus meiner Sicht fehlte es an ausreichender Expertise im Themenbereich, was dazu führte, dass Zuständigkeiten und Verantwortung wiederholt ins Team verschoben wurden – teils ohne klare Kommunikation. Diskussionen rund um meine ursprünglich vereinbarte Rollenbeschreibung waren häufig, was meine Arbeit erschwert hat. Zusätzlich habe ich mehrfach erlebt, dass berufliche Grenzen – etwa durch Nachrichten an Wochenenden oder im Urlaub – nicht respektiert wurden. Das Klima empfand ich teils unausgewogen, Vertrauen wurde nicht immer konstruktiv genutzt - für mich kein gelebtes Leadership.
Arbeitsbedingungen
Das Gehalt und die geregelten Arbeitszeiten empfand ich als sehr positiv – besonders für alle, die klare Strukturen schätzen. Wer jedoch darüber hinaus gestalten oder Prozesse modernisieren möchte, könnte die Arbeitsweise als unorganisiert und wenig offen für Veränderungen erleben.
Gehalt/Benefits
Ich habe das Gehaltspaket als attraktiv empfunden – inklusive Boni (persönlich und unternehmensbezogen), 13. Gehalt, monatliche Übernahme des Deutschlandtickets, einem monatlichen Sportzuschuss sowie einem Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge.
Gleichberechtigung
Ich habe das Thema Gleichberechtigung und Diversität im Unternehmen als stark ausbaufähig erlebt. In meiner Wahrnehmung besteht besonders in Führungspositionen ein deutliches Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen. Gehaltstransparenz wird nicht aktiv gefördert – im Gegenteil, im Arbeitsvertrag wurde explizit auf Vertraulichkeit hingewiesen. Persönlich hatte ich den Eindruck, dass Frauen mit klarer Haltung oder eigenen Ideen häufiger negativ bewertet wurden, was ich als sehr schade empfand – gerade weil ich im Kolleginnenkreis viele starke, lösungsorientierte Perspektiven erlebt habe. Auch beim Thema Diversität blieb es aus meiner Sicht bei Ankündigungen und wirkte auf mich eher wie symbolisches Engagement statt gelebte Vielfalt.
Interessante Aufgaben
In meinem Bereich gab es durchaus spannende Projekte mit Potenzial, die ich gerne weiterentwickelt und professionell ausgebaut hätte. Leider hatte ich häufig den Eindruck, dass andere Abteilungen oder Führungsebenen solche Initiativen eher ausgebremst als gefördert haben. Für motivierte Berufseinsteiger*innen, die gestalten und dazulernen möchten, könnte dieses Umfeld auf Dauer eher einschränkend wirken.

