Management- & Vorgesetztenversagen auf hohem Niveau. Abschreckend für Jung und Alt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben ist die Möglichkeit, flexibel im Homeoffice zu arbeiten, was viel Eigenverantwortung ermöglicht.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Unternehmen agiert zunehmend rein umsatz- und zahlengetrieben. Neue Entwicklungen müssen vollständig von den Kunden finanziert werden und zusätzlich werden Bestandskunden seit Jahrzehnten mit denselben, kaum weiterentwickelten Lösungen abgefertigt. Investitionen seitens Aareon sind nicht vorgesehen, stattdessen werden höhere Preise für gleichbleibende Leistungen durchgesetzt. In nahezu jedem Meeting wird deutlich, wie sehr sich Kunden über stetig steigende Gebühren bei unverändertem Serviceangebot wundern und zunehmend Unverständnis zeigen.
Verbesserungsvorschläge
Aareon sollte dringend in eine gesunde Arbeitskultur investieren, die nicht nur auf Umsatzzahlen fokussiert ist, sondern den persönlichen Austausch mit den Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellt. Statt unrealistischer Zielvorgaben, die keinerlei Rücksicht auf Urlaub oder Krankheit nehmen, braucht es transparente, realistische KPIs sowie regelmäßige Jour-Fixes, in denen Erfolge gefeiert und Herausforderungen gemeinsam angegangen werden. Ein solches Leadership-Mindset würde das Vertrauen stärken, die interne Verunsicherung reduzieren und insbesondere jungen Talenten wieder Perspektiven bieten.
Arbeitsatmosphäre
„Umsatz um jeden Preis“ das scheint der einzige Leitsatz aktuell zu sein. Diese Haltung wird von den Führungskräften aktiv vorgelebt. Es werden unrealistisch hohe Leistungsanforderungen gestellt, die unter Berücksichtigung von Urlaub, Wochenenden oder krankheitsbedingten Ausfällen kaum zu erfüllen sind. Wie diese Ziele erreicht werden sollen? Jeder ist auf sich allein gestellt.
Image
Sowohl intern als auch bei Kunden entsteht der Eindruck, dass wir auf einem sinkenden Schiff fahren. Die Managemententscheidungen sowie die Einführung neuer CRM- und weiterer Systeme führen nicht nur bei den Kunden, sondern auch bei den Mitarbeitenden zu großer Verwirrung. Aareon gelingt es nicht, Talente zu halten – junge Kolleginnen und Kollegen verlassen das Unternehmen kontinuierlich.
Work-Life-Balance
Wer nicht regelmäßig 8 bis 10 Stunden am Tag durcharbeitet, hat kaum eine Chance, die im Arbeitsvertrag vereinbarte variable Vergütung vollständig zu erreichen, wie auch? Die Zielvorgaben orientieren sich ausschließlich an fakturierbaren Leistungen, die laut Führungskraft täglich in hohem Umfang erbracht werden müssen. Dabei wird auf individuelle Umstände keinerlei Rücksicht genommen. Eine realistische Zielerreichung innerhalb einer regulären 40-Stunden-Woche ist praktisch ausgeschlossen.
Wer diesen Anforderungen nicht entspricht muss mit einem deutlich geringeren Jahresgehalt rechnen.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsangebote beschränken sich darauf, in der Freizeit Videos auf einer Online-Plattform anzusehen. Es gibt weder zusätzlichen Bildungsurlaub noch firmenfinanzierte Schulungen. Möchte man eine externe Weiterbildung oder Zertifizierung absolvieren, muss man einen detaillierten Antrag inklusive Begründung (idealerweise in PowerPoint-Form) bei den Vorgesetzten einreichen. Darin muss erklärt werden, warum genau dieser Kurs notwendig ist. Aktive Unterstützung oder ein klarer Weiterbildungsplan werden nicht angeboten, man ist vollständig auf sich allein gestellt.
Ebenso wird die Zeit, die man benötigt, um sich in neue Systeme einzuarbeiten, nicht wertgeschätzt. Wenn sich dies negativ auf die tägliche Leistung auswirkt, erhält man von den Vorgesetzten lediglich die Rückmeldung, man sei selbst schuld daran.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung liegt für viele Mitarbeitende unter dem Branchendurchschnitt, während ausgewählte Führungskräfte und Top-Performer jährliche Bezüge im sechsstelligen Bereich erzielen.
Die bestehenden Gehaltssysteme wirken oft undurchdacht und intransparent, für die Mitarbeitenden ist nicht nachvollziehbar, wie diese Systeme entstanden sind oder nach welchen Kriterien sie funktionieren.
Kollegenzusammenhalt
Der einzige Lichtblick im Unternehmen ist der Zusammenhalt innerhalb der eigenen Abteilung. Kolleginnen und Kollegen unterstützen sich gegenseitig, oft verbunden durch ein gemeinsames Kopfschütteln über Entscheidungen der Führungsebene.
Allerdings gilt: Wer Unterstützung von Mitarbeitenden außerhalb der eigenen Abteilung benötigt, muss sich diese erst verdienen. Bereichsübergreifender Zusammenhalt basiert stark auf persönlichen Kontakten und entsteht nicht von selbst.
Regelmäßiger Austausch innerhalb der Abteilungen findet kaum statt. Da die Teams bundesweit verteilt sind, arbeiten viele allein im Großraumbüro ohne Bezug zu den Anwesenden und ohne operative Schnittstellen. Ein echtes Teamgefühl kann unter diesen Bedingungen kaum entstehen.
Umgang mit älteren Kollegen
Wie bereits erwähnt, wurden viele langjährige Persönlichkeiten, die das Unternehmen maßgeblich geprägt haben, entweder entlassen oder haben das Unternehmen freiwillig verlassen.
Vorgesetztenverhalten
Die neue Managementebene, die eingesetzten Vorgesetzten sowie die eingeführten Organisationsstrukturen vermitteln alles, nur keine echte Führungskompetenz. Statt Leadership dominiert ein klassischer Boss-Stil. Viele der früher prägenden Führungspersönlichkeiten wurden entweder entlassen oder zum Gehen gedrängt. Für Menschlichkeit scheint kein Platz mehr zu sein. Einige der neuen Führungskräfte haben abteilungsübergreifend bereits einen ausgesprochen schlechten Ruf.
Persönliche Gespräche oder zwischenmenschlicher Austausch? Fehlanzeige.
Arbeitsbedingungen
Wer nicht ins Homeoffice wechselt, arbeitet meist in Großraumbüros mit fremden Personen, die man oft noch nie persönlich getroffen hat. Alternativ besteht die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten.
Kommunikation
Regelmäßige Austauschformate wie Meetings oder Jour Fixes werden zunehmend gestrichen mit der Begründung, interne Kommunikation koste zu viel Zeit und lenke vom „Leisten“ ab. Der Austausch mit den Mitarbeitenden nimmt von Monat zu Monat weiter ab. Selbst der informelle Dialog unter Kolleginnen und Kollegen innerhalb der Abteilungen wird nicht etwa gefördert, sondern zunehmend kritisch beäugt.
Interessante Aufgaben
Da der Fokus so stark auf der Erreichung eigener Ziele liegt, bleibt kaum Raum für spannende oder abwechslungsreiche Aufgaben. Interessante Projekte oder innovative Entwicklungen gibt es kaum noch. Es werden keine Ressourcen in neue Vorhaben investiert, sodass weder neue Chancen noch Herausforderungen entstehen.


