Hinter dem Konzernnamen: Führungsprobleme und unklare Perspektiven
Gut am Arbeitgeber finde ich
Den ausgeprägten Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft unter den Kollegen sowie das ordentliche Fixgehalt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Besonders kritisch sehe ich die fehlende erkennbare Zukunftsperspektive. Das Produkt ist aus meiner Erfahrung gegenüber moderneren Konkurrenzangeboten zunehmend schwer zu verkaufen. Eine ausreichende Weiterentwicklung, die diesen Rückstand aufholt, ist für mich nicht erkennbar. Gleichzeitig bleiben die Erwartungen an den Vertrieb bestehen. Dadurch entsteht für mich ein deutliches Missverhältnis zwischen den geforderten Ergebnissen und den tatsächlichen Marktchancen.
Hinzu kommt die Unsicherheit, wie tragfähig das Geschäft und damit der eigene Arbeitsplatz langfristig sind. Dass weiterhin neue Stellen ausgeschrieben werden, schafft für mich allein noch keine überzeugende Perspektive.
Der bekannte Konzernname weckt Erwartungen, die sich mit meiner Erfahrung in dieser Gesellschaft nicht decken. Gerade wer dafür eine gute bestehende Stelle aufgibt, sollte die konkrete Produktstrategie, die vorgesehenen Investitionen und die realistischen Verdienstmöglichkeiten vor einem Wechsel gründlich hinterfragen. Auf Unterstützung oder Empathie darf man nicht hoffen.
Verbesserungsvorschläge
Tatsächlich keine mehr, da die Abteilung aufgrund eines absolut veralteten Portfolios und ohne Innovationen keine Zukunft hat.
Arbeitsatmosphäre
Die Kombination aus engmaschiger Kontrolle, persönlichen Schuldzuweisungen bei Vertriebsrückschlägen und unklarer Geschäftsperspektive erzeugt aus meiner Sicht erheblichen Druck. Eigenverantwortung und Vertrauen habe ich kaum erlebt. Statt gemeinsam zu untersuchen, weshalb Kunden abspringen und welche Veränderungen erforderlich wären, entsteht für mich ein ständiger Rechtfertigungsdruck. Den wesentlichen Rückhalt bieten die Kollegen. Strategien wechseln mehrmals wöchentlich.
Kommunikation
Kommunikation durch die Vorgesetzten findet nach meiner Erfahrung kaum statt. Hintergründe zu Entscheidungen und Informationen zur weiteren Entwicklung fehlen weitgehend. Bei mir entsteht der Eindruck, dass Mitarbeitende vor allem Anweisungen ausführen sollen, ohne einbezogen zu werden. Das vermittelt mir wenig Wertschätzung und verstärkt die bestehende Unsicherheit.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist für mich der wichtigste positive Aspekt. Ich erlebe die Zusammenarbeit als hilfsbereit und solidarisch. Man unterstützt sich fachlich, hat ein offenes Ohr füreinander und lässt einander auch in schwierigen Situationen nicht allein.
Dieser Rückhalt ist angesichts des Führungsverhaltens und der Unsicherheit über die berufliche Zukunft besonders wichtig. Nach meiner Wahrnehmung sehen sich inzwischen mehrere Kollegen nach anderen Stellen um. Dass das tägliche Miteinander dennoch funktioniert, ist aus meiner Sicht vor allem dem persönlichen Einsatz der Kollegen zu verdanken.
Vorgesetztenverhalten
Das Führungsverhalten empfinde ich als einschüchternd, herabsetzend und von Misstrauen geprägt. Die Vorgesetzte zeigt aus meiner Erfahrung weder die erforderliche fachliche Kompetenz noch die Fähigkeit, Mitarbeitende respektvoll zu führen. Bei fachlichen Fragen und Kundenterminen fehlt mir fundierte Unterstützung.
Massives Mikromanagement lässt kaum eigenverantwortliches Arbeiten zu. Vertrauen und Rückhalt erlebe ich zu keinem Zeitpunkt. Bei Kundenverlusten stehen Schuldzuweisungen an den Vertrieb und mögliche personelle Konsequenzen im Vordergrund; Produktdefizite und Wettbewerbsbedingungen werden aus meiner Sicht zu wenig berücksichtigt.
Zusätzlich fördert die Vorgesetzte den Wettbewerb unter Kollegen: In Meetings werden für jede Wortmeldung Sticker verteilt und abschließend wird die Person mit den meisten Meldungen gekürt. Entscheidend ist dabei nach meiner Erfahrung die Häufigkeit statt der inhaltlichen Qualität. Diesen Umgang mit erwachsenen Fachkräften empfinde ich als unangemessen und entwürdigend. Insgesamt erzeugt die Führung bei mir dauerhaften Rechtfertigungsdruck und Angst um den Arbeitsplatz.
Interessante Aufgaben
Interessante Aufgaben kommen aus meiner Sicht kaum noch vor. Die Nachfrage nach dem Produkt erlebe ich als äußerst gering. Statt sinnvoller Vertriebsarbeit nimmt die laufende Bearbeitung von Excel-Tabellen, Listen und Berichten einen großen Teil des Tages ein. Dabei steht nach meinem Eindruck eine für übergeordnete Führungsebenen zufriedenstellende Darstellung stärker im Vordergrund als eine realistische Abbildung der Vertriebssituation.
Gehalt/Benefits
Das Fixgehalt ist aus meiner Sicht in Ordnung. Bei der Bewertung des Gesamtpakets sollte allerdings genau zwischen garantiertem Gehalt und variabler Vergütung unterschieden werden. Aufgrund der von mir erlebten Absatzsituation halte ich es für problematisch, einen Bonus als verlässlich erreichbaren Gehaltsbestandteil einzuplanen, da wir alle nahezu keinen Bonus erhalten.
Image
Der Name Abbott weckt Erwartungen, die sich mit meinen Erfahrungen bei der Gesellschaft in Köln nicht decken. Ich würde Bewerbern deshalb dringend empfehlen, die konkrete Gesellschaft, das Produktportfolio und die örtliche Führung eigenständig zu beurteilen. Die Bekanntheit des Konzerns allein sagt aus meiner Sicht wenig über die Qualität dieser konkreten Arbeitsstelle aus.