Systematisches Ausbrennen durch inkompetente Führung – Peter-Prinzip in Reinform
Gut am Arbeitgeber finde ich
Remote-Arbeit war möglich, was räumliche Flexibilität bot.
Die Kollegen sind das Beste an ABOUT YOU – hochkompetente Personen, hilfsbereit und sympathisch. Der Zusammenhalt ist hervorragend, vermutlich auch, weil alle unter ähnlichen Bedingungen arbeiten. Viele wollen die Marke im Lebenslauf haben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Meiner Meinung nach ist ABOUT YOU ein Paradebeispiel für das Peter-Prinzip: Ich hatte den Eindruck, dass Führungspositionen nicht nach Kompetenz besetzt werden, sondern nach Betriebszugehörigkeit. Bevorzugt scheinen Personen zu werden, die sich gut verkaufen können, nach innen aber rücksichtslos agieren.
Das Ergebnis aus meiner Sicht: Inkompetente Führung, die nicht weiß, wie man Teams führt oder gesunde Arbeitsbedingungen schafft. Stattdessen empfand ich permanenten Druck durch künstliche Deadlines, exzessives Mikromanagement und eine Top-down-Kultur, bei der selbst Fachspezialisten keinen Einfluss auf ihre Bereiche haben.
Ich erlebte eine toxische Arbeitsstruktur: Chronische Unterbesetzung bei permanenter Vollast. Mir schien, das Unternehmen akquiriert gezielt junge Absolventen, die nicht vergleichen können, wie gesundes Arbeiten aussieht – und "verbrennt" sie systematisch. Der Altersschnitt ist extrem jung, vermutlich weil Menschen mit Familie den Dauerstress nicht aushalten.
Es wird meiner Wahrnehmung nach mit altbackenen Projektmanagement-Methoden gearbeitet, keine agilen Strukturen, keine cross-funktionalen Teams. Eigeninitiative erschien mir strukturell unmöglich.
Weiterbildung, Konferenzen, Schulungen? Ich habe nichts dergleichen erlebt. Ich bekam Second-Hand-Equipment mit Kratzern im Bildschirm. Nötige Tools wurden nicht bewilligt, aber alle paar Wochen gab es teure Firmenpartys.
Ich erlebte, wie Kollegen in den Burnout rutschten. Die Prioritäten empfand ich als klar: Was dem Management nützt, wird gemacht. Was Mitarbeitenden hilft – wird ignoriert.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht müsste das Management durch Personen ersetzt werden, die wissen, wie man Menschen führt und gesunde Arbeitsstrukturen schafft.
Solange Führung nach Betriebszugehörigkeit statt Kompetenz besetzt wird, erscheint mir strukturelle Verbesserung unmöglich.
Arbeitsatmosphäre
Sehr stressig. Permanente Vollast, hoher Druck. Die Kollegen sind nett, aber das ändert nichts an den Strukturen, die ich als toxisch empfand.
Image
Ich sehe eine große Diskrepanz zwischen Außendarstellung und Realität. Man gibt sich modern, arbeitet aber meiner Wahrnehmung nach mit veralteten Methoden.
Work-Life-Balance
Nur handhabbar, wenn man es aktiv einfordert – und dafür wurde ich gerügt. Ich erlebte eine Kultur der permanenten Erreichbarkeit, Kollegen sind rund um die Uhr verfügbar. Ich wurde kritisiert, weil ich keine Bereitschaftsdienste übernehmen wollte. Urlaub war uneingeschränkt möglich.
Karriere/Weiterbildung
Es existiert ein Framework auf dem Papier, aber ich habe keine echte Umsetzung erlebt. Karriere bedeutete für mich: mehr Verantwortung ohne Entwicklung. Weiterbildungen gab es nicht.
Gehalt/Sozialleistungen
Ich finde, die Bezahlung liegt deutlich unter Marktdurchschnitt für Hamburg. Es gab 40% Rabatt im eigenen Shop.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Meiner Meinung nach reines Greenwashing. ABOUT YOU betreibt Fast Fashion und optimiert die Logistik Richtung Asien. Echte Nachhaltigkeitsbestrebungen habe ich nicht wahrgenommen.
Kollegenzusammenhalt
Das einzig Positive: Die Kollegen sind großartig. Man kann jederzeit jeden fragen, alle sind hilfsbereit und kompetent.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt kaum ältere Kollegen. Die wenigen werden normal behandelt, aber das Unternehmen scheint strukturell auf junge Arbeitskräfte abzuzielen.
Vorgesetztenverhalten
Ich erlebte inkompetente Führung. Viel Druck, Mikromanagement, keine echte Delegation. Feedback wurde ignoriert mit der Begründung "der Druck kommt von oben". Top-down-Steuerung ohne fachliche Mitbestimmung.
Arbeitsbedingungen
Büros durchschnittlich. Tools so günstig wie möglich. Ich empfand das Equipment für Remote-Arbeit als unzureichend, Remote-Mitarbeiter fühlten sich meiner Wahrnehmung nach als "Second-Class-Citizens" behandelt.
Kommunikation
Es wird behauptet, transparent zu sein, ist es meiner Erfahrung nach aber nicht. Von der Managementebene erfuhr ich nichts außer den nötigsten Informationen. Ich empfand die Kommunikation als unehrlich: Es wird suggeriert, keine Veränderungen stehen an, dann werden scheibchenweise Anpassungen durchgedrückt.
Gleichberechtigung
Ich habe keine Diskriminierung erlebt. Jeder wurde gleich behandelt.
Interessante Aufgaben
Abwechslungsreich, aber nicht herausfordernd, da meiner Wahrnehmung nach alles von oben vorgegeben wurde. Kein kreativer Freiraum. Man setzt nur Vorgaben um.


