So dramatisch wie frühere Bewertungen der letzten Monate sehe ich es nicht
Gut am Arbeitgeber finde ich
- alles rund um Work-Life-Balance
- die Offenheit, dass Mitarbeitende innerhalb der Firma verschiedene Rollen füllen können, um einen besseren beruflichen Fit zu finden
- das Vertrauen auch in junge Mitarbeitende gesetzt wird, Führungspositionen zu übernehmen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wirklich "schlecht" finde ich ehrlich gesagt nichts. Mir machen die Bewertungen aus der letzten Zeit Sorgen - und nicht, dass ich die Bewertungen in Frage stelle. Ich denke, dass diese Bewertungen richtig sind, aber sie stoßen innerhalb der Firma nicht auf das offene Ohr, auf das sie stoßen sollten.
Verbesserungsvorschläge
- unternehmensweite Kommunikation verbessern und auch unangenehme Themen ansprechen (Beispiel: Kündigung von fest verwurzelten Mitarbeitenden und Ausblick wie man das auffängt, strategische Ausrichtung, Marksituation, usw.)
- der aktuell negativ wahrgenommene Stimmung im Unternehmen auf den Grund gehen (ich hab auch keine konkreten Punkte, aber irgendwie fühlt es sich nach einer ungewollten kulturellen Änderung an)
- ADITO ist historisch bedingt eine sehr stark sales-getriebene Firma. Die angekündigte Richtung "man möchte Produkthersteller werden", zieht sich ziemlich. Projekt sticht nach wie vor Produkt. Hier sollte evtl. auf externes Wissen/Erfahrung zugegriffen werden, wie man eine solide Produktkultur aufbaut, und nicht nur auf das in der Vergangenheit gesammelte Wissen im Projektbereich. Das sind zwei Unterschiedliche Themenbereiche und sollte auch als solche betrachtet werden
Arbeitsatmosphäre
Ich kann nur für meinen Kreis sprechen: dort ist die Arbeitsatmosphäre sehr gut gewesen. Grundsätzlich stimme ich aber den Bewertungen der letzten Monaten zu, dass hier aktuell ein Wandel statt findet.
Kommunikation
Team- und kreisinterne Kommunikation funktioniert gut, sobald es aber um unternehmensweite Kommunikation geht, ist diese etwas durchwachsen. Oft werden etwas unangenehmere Themen gefühlt totgeschwiegen. Eben an diesen Situationen kann man gute Leadership beweisen.
Kollegenzusammenhalt
Hier kann ich über meine gesamte Zeit bei ADITO über mehrere Jahre hinweg nur positives berichten.
Work-Life-Balance
Ebenfalls nur positive Erfahrungen. Flexible Arbeitszeiten, flexible Arbeitszeitmodelle, remote arbeiten problemlos möglich, Hybrid-Modell: 2 Tage Office - 3 Tage remote, Urlaub, usw. alles ohne Probleme. Selbst bei kurzfristigen Ereignissen im Privaten kann mit unkomplizierter Absprache mit der Führungskraft / Team eine Lösung gefunden werden.
Vorgesetztenverhalten
Ich persönlich hatte nie Probleme mit Vorgesetzten, Führungskräften oder der Geschäftsführung. Ich wurde immer fair und auf Augenhöhe behandelt. Mir sind aber ebenfalls Vorkommnisse in der Vergangenheit bei anderen Mitarbeitenden bekannt, wo das Vorgesetztenverhalten teilweise fraglich war.
Interessante Aufgaben
Die Produktentwicklung ist grundsätzlich sehr komplex und umfangreich und dementsprechend gibt es sehr viele unterschiedliche Aufgaben. Ich hab super viel gelernt und wertvolle Erfahrung sammeln können.
Gleichberechtigung
Da ich hier nur tiefere Einblicke in meinem Kreis habe: es wird sehr viel Wert auf Gleichberechtigung gelegt und das fühlt sich in allen Teams natürlich an. Da das aber scheinbar schon des längeren ein Thema in anderen Bereichen der Firma ist, sollte man den dringend auf den Grund gehen.
Umgang mit älteren Kollegen
Mir ist nichts negatives bekannt.
Arbeitsbedingungen
Büro: sehr modern und hübsch. Bei starkem Wind ist der Sonnenschutz problematisch - aber ist jetzt kein allzu starkes Problem.
Lärmpegel ist in jedem Büro unterschiedlich. Wir hatten die Regelung, dass für Termine und Telefonate vorrangig die Besprechungsräume genutzt werden, daher hatte ich keine Probleme mit der Lautstärke.
Die Technik der Besprechungsräume waren eine zeit lang etwas durchwachsen. Mittlerweile hat man das aber einigermaßen im Griff.
Stärkster Negativpunkt ist die technische Ausstattung: die Laptops für Entwickler sind nicht unbedingt die leistungsfähigsten. Hier wird sehr stark aufs Geld geachtet. In meinen Augen zahlen sich leistungfähige Laptops sehr schnell aus. Aktuell ist das auch immer bissl Verhandlungssache, wer einen leistungsstarken Rechner bekommt und wer das Standardmodell.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Darauf wird in meinen Augen sehr stark geachtet. Beispielsweise durch den eigenen Kindergarten in Tansania.
Gehalt/Benefits
Ich persönlich habe positive Erfahrungen, was das Gehalt, Benefits und andere Sozialleistungen angeht. Immer pünktliche Bezahlung. Überstunden ausbezahlen ist ebenfalls kein Problem. Ich habe auch mal eine vom Unternehmen angestoßene Gehaltserhöhung bekommen, da mein Gehalt nicht mehr ins Gehaltsgefüge gepasst hat. Ansonsten: Verhandlungsgeschick ist gefragt.
Aber: ich kann verstehen, warum dieser Punkt in der Vergangenheit des öfteren negativ bewertet wurde. Die Einstiegsgehälter waren früher sehr niedrig - das wurde mittlerweile meines Wissens aber etwas angehoben.
Und: umso besser man sich bzw. seine Probleme und der Lösung verkaufen kann, desto mehr verdient man. Daher ist das Gehalt sehr stark vom persönlichen Verhandlungsgeschick abhängig.
Es gibt keine offen kommunizierten Gehaltsbänder oder ähnliches.
Wenn die disziplinarische und fachliche Führungskraft nicht die gleiche Person sind (also Personal Coach != Circle Lead), dann hat man einen transparenteren und zielgerichteteren Gehaltsfindungsprozess, da der Personal Coach als Sparringpartner agiert, der versucht, die Bedürfnisse des Mitarbeitenden und der Firma in Einklang zu bringen.
Image
Ich glaube noch ein relativ gutes Image, aber Tendenz leider fallend.
Karriere/Weiterbildung
Karriere: gute Arbeit wird definitiv belohnt und man hat Aufstiegsmöglichkeiten bei ADITO. Aufgrund der flachen Hierarchien ist natürlich nach oben nicht unendlich viel Platz, aber das sehe ich nicht als Nachteil.
Weiterbildung ist ein schwieriges Thema: ist stark abhängig vom eigenen Verhandlungsgeschick. Es gibt kein festes Weiterbildungsbudget mehr pro Person, sondern pro Kreis. Es wird sich in den nächsten Monaten zeigen, ob dieses Budget fair/effizient/effektiv verteilt werden kann.
Grundsätzlich ist die Firma aber offen gegenüber Fortbildungen, man muss sich aber selbst informieren, welche Fortbildungen Sinn machen und das dann auch argumentieren können. Kommt dann etwas auf das persönliche Verhandlungsgeschick drauf an. Günstigere Fortbildungen per Udemey oder Literatur waren bisher kein Problem.


