Mit der Zeit hat sich vieles zum Negativen entwickelt – sowohl die Stimmung als auch der Umgang miteinander
Verbesserungsvorschläge
Der Umgang mit den Mitarbeitenden in der Produktion lässt oft den nötigen Respekt vermissen.
Viele Kolleginnen und Kollegen denken bereits über einen Wechsel nach, was vor allem mit dem aktuellen Führungsstil und der mangelnden Wertschätzung gegenüber der Produktion zu tun hat.
Campus-Events werden zwar regelmäßig organisiert, sind aber für Schichtmitarbeitende faktisch kaum nutzbar. Wer an dem Tag arbeitet, bekommt vom Schichtleiter in der Regel keine Freigabe, daran teilzunehmen – oder nur symbolische Zugeständnisse wie „fünf Minuten früher gehen“. Da viele Events ohnehin kurz vor 18 Uhr enden, ist eine Teilnahme praktisch nicht möglich.
Trotzdem wird später kritisiert, dass „kaum jemand aus der Schicht“ dabei war. Das ist widersprüchlich und sorgt verständlicherweise für Frust. Wenn Beteiligung wirklich gewünscht ist, sollte die Teilnahme für alle Mitarbeitenden organisatorisch ermöglicht werden – oder man lässt solche Veranstaltungen ganz bleiben.
Auch die Verpflegung für Schichtmitarbeitende ist verbesserungswürdig: Statt frische Snacks oder Mahlzeiten bereitzuhalten, werden häufig nur Reste vom Tag verteilt. Eine faire Lösung wäre, im Vorfeld gezielt auch für die Tagschicht entsprechende Portionen einzuplanen, um Wertschätzung zu zeigen
Arbeitsatmosphäre
In letzter Zeit hat die Arbeitsatmosphäre stark gelitten.
Statt offener Kommunikation wird zunehmend über Kolleginnen und Kollegen gesprochen, anstatt miteinander. Das führt zu Spannungen und unnötigen Konflikten, die vermeidbar wären, wenn man Probleme direkt anspricht.
Zudem versuchen einige Vorgesetzte, Toilettenzeiten als Pausenzeit zu bewerten, was nach aktueller Rechtsprechung nicht zulässig ist. Solche Vorgehensweisen wirken demotivierend und tragen nicht zu einem respektvollen Miteinander bei.
Auch Krankheitstage werden regelmäßig negativ ausgelegt und in Gesprächen thematisiert, was viele Mitarbeitende als unfair empfinden. Krankheit darf jedoch kein Bewertungskriterium sein und sollte nicht zum Druckmittel werden.
Insgesamt erinnert das Verhalten in manchen Situationen eher an Schulhof-Kommunikation als an ein professionelles Arbeitsumfeld – schade, denn viele Mitarbeitende wünschen sich eigentlich nur ein faires und ehrliches Miteinander
Work-Life-Balance
Eine Vollzeitstelle entspricht offiziell einer 40-Stunden-Woche. Was allerdings kaum jemand im Voraus erfährt: Um diese Stundenzahl tatsächlich zu erreichen, müssen zusätzlich rund sieben sogenannte Zusatzschichten pro Jahr geleistet werden. Das empfinde ich als nicht mehr zeitgemäß.
Stattdessen wäre ein Modell mit 38,5 Stunden Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich deutlich attraktiver. Damit ließe sich eine echte 4-Tage-Woche mit besserer Work-Life-Balance und höherer Zufriedenheit umsetzen – etwas, das in vielen modernen Unternehmen längst Realität ist.
Karriere/Weiterbildung
Richtige Weiterbildung findet praktisch nicht statt.
Etwa alle zwei Monate gibt es gelegentlich ein Meeting mit Ingenieurinnen und Ingenieuren zu aktuellen Themen oder Fragen. Einige Kolleginnen und Kollegen berichten jedoch, dass diese Termine häufig abgesagt, verschoben oder gar nicht durchgeführt werden.
In der Praxis wird Quantität klar über Qualität gestellt – obwohl offiziell immer das Gegenteil betont wird. Der Fokus liegt auf Massenoutput statt auf sorgfältiger, nachhaltiger Arbeit.
Statt alle Mitarbeitenden an solchen Schulungen teilnehmen zu lassen, wird teilweise entschieden, dass nur die Hälfte der Abteilung hingehen darf, während die andere im Reinraum weiterarbeitet. Die Teilnehmenden sollen die Inhalte anschließend selbst weitergeben – was in der Praxis natürlich kaum funktioniert und zu Informationslücken führt. Eine direkte Teilnahme aller wäre hier deutlich sinnvoller und würde die Qualität insgesamt verbessern
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der eigenen Schicht funktioniert die Zusammenarbeit meist gut, und mit den meisten Kolleginnen und Kollegen versteht man sich problemlos.
Schichtübergreifend gestaltet sich die Kommunikation jedoch deutlich schwieriger – Informationen gehen teilweise verloren oder werden unterschiedlich weitergegeben, was das Arbeiten im Gesamten erschwert.
Umgang mit älteren Kollegen
Was man im Umgang mit langjährigen Mitarbeitenden erlebt, ist teils schwer nachvollziehbar.
Mit zunehmendem Alter steigen naturgemäß auch gesundheitliche Einschränkungen – das scheint man beim Unternehmen jedoch nur ungern wahrhaben zu wollen.
Wenn ältere Kolleginnen oder Kollegen krank sind, wird dies häufig thematisiert oder kritisch hinterfragt. Bei auffällig hohem Krankenstand fallen die jährlichen Review-Gespräche regelmäßig negativer aus.
Ein solches Vorgehen ist nicht nur moralisch fragwürdig, sondern bewegt sich auch rechtlich in einer Grauzone, da Krankheitstage grundsätzlich keinen negativen Einfluss auf die Leistungsbewertung haben dürfen.
Vorgesetztenverhalten
Wie bereits erwähnt, versuchen einige Vorgesetzte, Toilettengänge als Pausenzeit zu werten – was nach geltender Rechtsprechung unzulässig ist.
Man hat teilweise das Gefühl, dass mit kleinlichen oder konstruierten Argumenten nach Fehlern gesucht wird, während gute Leistungen kaum Beachtung finden. Auf tatsächliche oder vermeintliche Fehler wird dagegen übermäßig streng reagiert.
In jährlichen Reviewgesprächen, die auch Einfluss auf Gehaltsstufen haben, fließen regelmäßig Krankheitstage in die Bewertung ein. Das ist aus meiner Sicht sowohl rechtlich als auch moralisch fragwürdig, da Krankheit kein Leistungsmerkmal darstellt. Es entsteht der Eindruck, dass Mitarbeitende dadurch indirekt davon abgehalten werden sollen, ihr Recht auf Genesung wahrzunehmen – was absolut nicht in Ordnung ist.
Ebenfalls kritisch ist, dass Bestrebungen zur Einrichtung eines Betriebsrats teilweise entmutigt oder heruntergespielt werden. Auch das ist aus Sicht einer fairen und modernen Mitarbeiterkultur schwer nachvollziehbar.
Arbeitsbedingungen
Reinraumarbeit unter gelblicht. Ständige laute Geräuschkulisse.
Kommunikation
In Meetings wird oft eine Richtung oder Entscheidung angekündigt, die anschließend jedoch ganz anders umgesetzt wird.
Es wäre wünschenswert, wenn hier mehr Transparenz und Ehrlichkeit herrschen würden – statt Aussagen zu treffen, die später relativiert oder ins Gegenteil verkehrt werden. Eine klare und offene Kommunikation würde das Vertrauen deutlich stärken.
Gehalt/Benefits
In den ersten fünf bis zehn Jahren bestehen durchaus Entwicklungsmöglichkeiten – hauptsächlich in Form von regelmäßigen Gehaltserhöhungen innerhalb der festgelegten Gehaltsstufen. Danach ist jedoch weitgehend Schluss.
Ein echtes Weiterkommen ist nur mit überdurchschnittlichem persönlichen Einsatz und erheblichem Zusatzaufwand möglich, was in keinem sinnvollen Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen steht. Viele Beschäftigte empfinden das System daher als demotivierend und wenig fördernd
Interessante Aufgaben
Im Endeffekt hat jeder Bereich sein für und wider und es gibt überall ständig wiederholende gleiche Aufgaben. Ist halt normaler Produktionsjob.