Modern und gut bezahlt – aber das Arbeitsklima hat seinen Preis
Gut am Arbeitgeber finde ich
• Gutes Gehalt und attraktive Benefits
• Modernes, digitales Arbeitsumfeld mit Homeoffice
• Flexible Arbeitszeiten (grundsätzlich)
• Fachlich vielseitige und interessante Mandate
• Zentrale Lage in Berlin
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
• Umsatz als einziger Maßstab: Ob ein Mitarbeiter als „gut” oder „schlecht” gilt, hängt fast ausschließlich am Umsatz. Softskills wie Wissenstransfer, Teamfähigkeit oder Hilfsbereitschaft spielen keine Rolle
• Roboter-Mentalität erwünscht: Ideal ist aus Sicht der Führung ein Mitarbeiter, der keine eigene Meinung hat, sich unterordnet und einfach nur funktioniert
• Starkes Machtgefälle – mittleres Management agiert wie eine eigene Geschäftsführung
• Führungsebene sucht Fehler konsequent bei anderen, eigene Mitverantwortung wird nicht eingeräumt
• Überstundenkultur: Wer effizient arbeitet und auf sich achtet, wird negativ bewertet
• Konkurrenzdenken statt Teamarbeit unter Kollegen
• Eigenständige Meinungen sind unerwünscht – Anpassung wird belohnt, Widerspruch bestraft
• Bestimmte Führungskräfte inszenieren sich nach meinem Eindruck als Unterdrückt obwohl sie Konflikte mit verursachen
• Einige Steuerberater treten überheblich auf
Verbesserungsvorschläge
Mitarbeiter nicht nur nach Umsatz bewerten – Softskills wie Wissenstransfer, Teamarbeit und Hilfsbereitschaft sind genauso wichtig für eine funktionierende Kanzlei
• Ehrliche Selbstreflexion auf Führungsebene – Verantwortung beginnt oben
• Machtmissbrauch im mittleren Management klar begrenzen
• Effizientes Arbeiten und gesunde Grenzen wertschätzen statt abstrafen
• Eine echte Feedbackkultur schaffen, in der Kritik nicht als Angriff gewertet wird
• Mitarbeiter als Menschen mit eigener Meinung respektieren, nicht als austauschbare Umsatzmaschinen
Arbeitsatmosphäre
Oberflächlich freundlich, unterschwellig geprägt von Konkurrenzdenken und Neid. Umsatz ist die einzige Währung – Softskills wie Wissenstransfer, Hilfsbereitschaft oder Teamarbeit zählen nicht. Hinter dem Rücken wird über Kollegen geredet, die ein gutes Zeitmanagement haben.
Image
Außenwirkung und Realität passen nicht zusammen. Einige auffällig positive Bewertungen spiegeln nicht meine Erfahrung wider.
Work-Life-Balance
Homeoffice und flexible Zeiten existieren – auf dem Papier. Wer aber Überstunden vermeidet, auf seine Gesundheit achtet oder sich krank meldet, wird von oben herab betrachtet. Wertgeschätzt wird nur, wer viele Überstunden macht.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung wird angeboten. Karrierechancen hängen aber davon ab, ob man ins System passt und Umsatz liefert – nicht davon, ob man fachlich wächst oder zum Team beiträgt.
Kollegenzusammenhalt
Eher Gegeneinander als Miteinander. Bei Hilfsanfragen kam schnell die Frage, auf welchen Mandanten man die Zeit schreiben soll. Wissenstransfer unter Kollegen wird nicht gefördert, weil er keinen Umsatz bringt. Purer Neid von Vielarbeitern auf effiziente Kollegen
Vorgesetztenverhalten
Ein Teil des Vorstands fachlich kompetent, aber ohne Empathie. Der andere Teil zu schwach für Entscheidungen. Mittleres Management agiert mit unverhältnismäßiger Machtstellung – das wird geduldet. Eigene Fehler werden konsequent bei anderen gesucht. Am liebsten hätte man Mitarbeiter, die wie Roboter funktionieren: keine eigene Meinung, keine Widerrede, nur Umsatz liefern.
Arbeitsbedingungen
Moderne Ausstattung, digitales Arbeiten, Homeoffice möglich. Technisch wirklich gut aufgestellt.
Kommunikation
Offene Feedbackkultur existiert nicht. Wer Kritik äußert, wird eher zum Problem erklärt, als dass zugehört wird.
Gehalt/Benefits
Hier muss man fair sein: Gehalt ist gut, Benefits sind zeitgemäß. Das ist der Hauptgrund, warum viele bleiben.
Gleichberechtigung
Wer mitschwimmt, Umsatz bringt und keine Fragen stellt, wird gefördert. Wer eigenständig denkt, seine Meinung vertritt oder Verbesserungsvorschläge macht, gegen den wird agiert. Unterordnung und Anpassung werden erwartet.
Interessante Aufgaben
Vielseitige Mandate, fachlich anspruchsvoll und spannend. Hier liegt eine echte Stärke. Leider wird die Qualität der Arbeit fast ausschließlich am Umsatz gemessen, nicht an fachlicher Tiefe oder Engagement.