Driving digital value? Driving in the wrong direction.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Über viele Jahre haben mich die Aufgaben, die Verantwortung, die Erfolge und die Wertschätzung begeistert. ALDI SÜD IT / ALDI DX war ein Arbeitgeber, auf den man mit Stolz und Tatendrang geblickt hat. Ich habe weiterhin einen kleinen Funken Hoffnung, dass die aktuelle Lage eine Phase ist und man sich auf kurz oder lang wieder darauf zurückbesinnt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kaum spürbare Konsequenzen aus Mitarbeiterbefragungen, fragwürdiger Umgang mit langjährigen loyalen Mitarbeitenden, Sparkurs, Personalabbau, Veränderungen im Führungsstil.
Verbesserungsvorschläge
Auch wenn die Zeiten andere sind und der Markt herausfordernder: Rückkehr zur „alten" Art der Unternehmensführung – verlässlich, verantwortungsbewusst, mitarbeiterorientiert.
Arbeitsatmosphäre
Über viele Jahre ein Arbeitgeber, bei dem man Ideen gern eingebracht hat, wohlwollend und teamorientiert auf gemeinsame Ziele hingearbeitet wurde und echte Wertschöpfung entstand. Die Atmosphäre war lange hervorragend. Mit dem eingeschlagenen Sparkurs und seinen Begleiterscheinungen – Personalabbau, Verunsicherung, spürbarer Produktivitätsabfall – ist davon zuletzt wenig übrig geblieben.
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Der Punkt, der mir am meisten am Herzen liegt. Über Jahre haben HR- und Kommunikationsteams alles darangesetzt, eine glaubwürdige Arbeitgebermarke rund um die IT bei ALDI SÜD aufzubauen – mit Erfolg: Tausende talentierte Menschen sind aus Überzeugung gekommen, viele davon wurden zu echten Markenbotschafter:innen auf LinkedIn. Mit ALDI DX sollte die nächste Stufe gezündet werden. Eingetreten ist das Gegenteil. Kehrtwende, schlechte Kommunikation, Sparprogramme und Personalabbau haben in wenigen Monaten aufgezehrt, was in Jahren entstanden ist. Die kununu-Bewertungen der letzten Monate sprechen Bände. Kurzum: erst Hire, dann Fire.
Work-Life-Balance
37,5-Stunden-Woche und flexible Arbeitszeiten sorgten für ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Privatleben. Hier gibt es wenig zu kritisieren.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die Rückkehr zu zwei festen Office-Tagen pro Woche bedeutete für viele Kolleg:innen von jetzt auf gleich eine erhebliche Umstellung im Alltag – Pendelwege inklusive. Sozial durchdacht wirkte das nicht.
Karriere/Weiterbildung
Über lange Zeit gut: Wer sich entwickeln wollte, konnte das tun, Weiterbildungen wurden großzügig finanziert und Verantwortung wurde früh übertragen. Zuletzt wurden Weiterbildungsbudgets gekürzt und inhaltlich Richtung Krisenmanagement und Resilienz verschoben. Dazu kamen Gerüchte über Promotion Freezes und widersprüchliche Aussagen zu Entwicklungsperspektiven.
Kollegenzusammenhalt
In den Teams über lange Zeit stark und der eigentliche Grund, warum die Stimmung so lange gehalten hat. In der Krise hat dieser Zusammenhalt spürbar gelitten: Wo Stellen wegfallen, denkt verständlicherweise jede:r zuerst an sich.
Vorgesetztenverhalten
In weiten Teilen kooperativ und vertrauensvoll. Mit dem Sparkurs veränderte sich der Führungsstil aus meiner Sicht deutlich: mehr Druck von oben, weniger Rückendeckung nach unten. Führung in der Krise war erkennbar nicht die Stärke der Organisation.
Arbeitsbedingungen
Teils modernisierte Büros, einladende Flächen, schicke Kantine, ansonsten branchenüblicher Standard. Tech Stack in Ordnung, technisch aber nicht immer ruckelfrei.
Kommunikation
Wurde intern an allen Ecken und Enden kritisiert, aus meiner Sicht zu Recht. Gerade in der Phase der unternehmerischen Kehrtwende hätte es Klarheit, Tempo und Verbindlichkeit gebraucht. Beides war nicht gegeben, und die Lücke haben Gerüchte gefüllt.
Gehalt/Benefits
Überdurchschnittliches, stets pünktlich gezahltes Gehalt zzgl. Urlaubs- und Weihnachtsgeld, dazu sinnvolle Benefits wie JobRad, persönliches Trainingsbudget und Gesundheitsprogramme. Zuletzt wurden allerdings immer mehr Leistungen gekürzt oder gestrichen.
Gleichberechtigung
Beim Thema Diversity wurde über Jahre viel Richtiges getan. Beim Personalabbau entstand für mich allerdings der Eindruck, dass Betriebszugehörigkeit und Loyalität keine erkennbare Rolle mehr gespielt haben.
Interessante Aufgaben
Viele spannende Projekte, die man weitgehend eigenverantwortlich, kreativ und mutig vorantreiben konnte. Gerade in den „guten Jahren" der ALDI SÜD IT, in denen Wachstum im Vordergrund stand, waren die Ressourcen für wirksame Maßnahmen da. Machen dominierte den Alltag. Mit der Kehrtwende wurde der Aufgabenvielfalt der Stecker gezogen: Was über Jahre aufgebaut wurde, wurde binnen weniger Wochen zurückgefahren, abgebrochen, depriorisiert oder ganz eingestellt. So wurde der eigene Job langsam aber sicher überflüssig.

