Für Aldi nur eine Personalnummer.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Wertschätzung zu zeigen bedeutet weit mehr, als nur ein gutes Gehalt zu zahlen. Echte Wertschätzung zeigt sich im täglichen Umgang, in Haltung und Verhalten – und sie beginnt ganz oben, in der Führungsetage. Die Werte, die ein Unternehmen nach außen kommuniziert, müssen auch intern gelebt und aktiv gefördert werden.
Große Reden zu halten ist leicht. Danach zu handeln jedoch schwer – und leider gehört Aldi aus meiner Erfahrung zu den Unternehmen, bei denen Anspruch und Realität auseinandergehen. Von Führungskräften erwarte ich, dass ich nicht nur als Personalnummer wahrgenommen werde, sondern als Mensch. Wer Mitarbeitende am Ende der Probezeit ohne Vorwarnung von einem Tag auf den anderen kündigt, sagt damit mehr über sich selbst und seinen Führungsstil aus als über die Leistung der betroffenen Person.
Wenn du darüber nachdenkst, eine Führungsposition bei Aldi anzunehmen, solltest du dir sehr genau überlegen, ob du bereit bist, dich so behandeln zu lassen. Verkaufe dich nicht unter Wert – und schon gar nicht auf Kosten deiner seelischen Gesundheit. Für einen Arbeitgeber zu arbeiten, der noch immer nach den Prinzipien vergangener Jahrzehnte handelt und in den Denkmustern der Albrecht-Zeiten verharrt, zeigt vor allem eines: Die neue Arbeitswelt ist dort noch nicht angekommen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist von extremem Druck geprägt. In den Filialen fühlt man sich nicht als Führungskraft, sondern eher wie eine Marionette: ständig fremdgesteuert, jederzeit ersetzbar. Wer nicht schnell genug, nicht flexibel genug oder nicht jederzeit belastbar erscheint, wird ohne großes Zögern von heute auf morgen ausgetauscht.
Diese permanente Austauschbarkeit sorgt für eine stark angespannte Stimmung im Team. Statt Unterstützung und Zusammenhalt herrschen Kontrolle, Misstrauen und Angst vor Fehlern. Menschlichkeit bleibt dabei auf der Strecke. Einen schlechten Tag zu haben – etwas völlig Normales – wird nicht aufgefangen, sondern zum Anlass für Lästereien und Gerüchte genommen. Das vergiftet das Arbeitsklima zusätzlich und verstärkt die ohnehin negative Grundstimmung.
In einem solchen Umfeld entsteht keine Motivation, keine Loyalität und keine gesunde Leistungskultur. Stattdessen wächst der innere Druck, permanent funktionieren zu müssen – unabhängig von der eigenen mentalen oder emotionalen Verfassung. Wer Wert auf Respekt, Rückhalt und ein menschliches Miteinander legt, wird sich in dieser Arbeitsatmosphäre schwer tun.
Work-Life-Balance
Freizeit hast du dort kaum. Natürlich hast du unter der Woche frei, wenn du samstags arbeitest – in der Praxis bedeutet das jedoch wenig. Jeder weiß, dass man sich jederzeit bereithalten muss, falls ein Mitarbeitender krank wird. Permanente Flexibilität ist das A und O – selbst dann, wenn man offiziell nur in Teilzeit angestellt ist.
Teilzeitkräfte werden faktisch wie Vollzeitkräfte behandelt. Der chronische Personalmangel führt dazu, dass die fehlende Arbeitskraft auf die verbleibenden Mitarbeitenden abgewälzt wird. Zehn-Stunden-Schichten sind dabei keine Ausnahme, sondern gelebter Alltag.
Gehalt/Benefits
Das einzig gute.
Kollegenzusammenhalt
Den gibt es nicht. In den Filialen existiert meist nur ein fester Kern von drei bis vier Personen, die über längere Zeit zusammenarbeiten. Der restliche Teil des Teams wird ständig ausgetauscht. Unter diesen Bedingungen kann kein echter Zusammenhalt entstehen – Mitarbeitende wechseln häufiger als andere ihre Unterwäsche.
Gemeinsame Pausen gibt es nicht, denn „der Laden muss laufen“. Außerhalb der Arbeit finden keine gemeinsamen Aktivitäten oder Teambuilding-Maßnahmen statt. Statt offener Kommunikation wird bei Fehlern hinter dem Rücken gelästert und der Vorfall direkt an den Regionalleiter weitergetragen. Nach ein- bis zweimaligen Fehltritten steht man schnell auf der Abschussliste, und es wird aktiv versucht, einen wieder loszuwerden.
Respekt, Vertrauen und Zusammenhalt sind grundlegende Werte, die Teil jeder Unternehmensphilosophie sein sollten. Bei Aldi werden diese Begriffe zwar groß kommuniziert – in der Praxis jedoch kaum gelebt. Zwischen dem, was nach außen versprochen wird, und dem, was intern tatsächlich passiert, klafft eine deutliche Lücke.
Vorgesetztenverhalten
Fällt mir nur ein Wort ein: Unterirdisch. Mein Vorgesetzter hat sich maximal 3 mal Blicken lassen. Das 3 Mal war dann meine Kündigung 1 Tag vor Ende der Probezeit. Sich nicht nach seinen Mitarbeiter erkundigen kein Interesse zeigen. Wie soll da eine gute Zusammenarbeit aufgebaut werden. Kein Feedback keine Rückmeldung zu seiner eigenen Arbeit. Es wird nur verlangt aber nichts zurückgegeben.
Kommunikation
Die interne Kommunikation unterscheidet sich – wie bereits erwähnt – stark von Filiale zu Filiale. In manchen Teams ist sie grundsätzlich in Ordnung. Insgesamt bleibt jedoch der Eindruck, dass Offenheit nur so lange erwünscht ist, wie sie nicht kritisch wird. Wer den Mund aufmacht, Missstände anspricht oder eine eigene Meinung vertritt, gerät schnell ins Abseits – und ist ebenso schnell wieder weg.

