Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Eigenständiges Denken und Mitgestaltung scheinen nicht erwünscht – am besten wartet man auf Vorgaben. Seit Jahren verschlechtert sich die Situation schrittweise. Besonders enttäuschend ist, dass all dies unter dem Deckmantel eines christlichen Miteinanders geschieht.
Verbesserungsvorschläge
Führungskräfte in ihrer Rolle stärken: Vorgesetzte sollten die Interessen ihrer Teams aktiv nach oben vertreten, statt primär ihre eigene Position abzusichern. Führung bedeutet auch, unbequeme Themen anzusprechen und Verantwortung zu übernehmen.
Fairer Umgang mit Versetzungen und Wünschen: Wünsche und Ablehnungen von Mitarbeitenden sollten nicht sanktioniert werden. Transparente Kriterien und nachvollziehbare Entscheidungen würden Vertrauen schaffen.
Unternehmenswerte glaubwürdig leben: Die kommunizierten Werte – insbesondere das christliche Miteinander – sollten sich im täglichen Umgang, in Führungskultur und Personalentscheidungen widerspiegeln, nicht nur im Marketing.
Fokus wieder stärker auf Menschen legen: Zahlen sind wichtig, dürfen aber nicht das einzige Steuerungsinstrument sein. Langfristige Qualität entsteht durch motivierte, ernstgenommene Mitarbeitende.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung in der Belegschaft ist von Unsicherheit geprägt. Viele Mitarbeitende ziehen sich zurück, Eigeninitiative wird eher gebremst als gefördert. Der Weg führt spürbar in Richtung innerer Kündigung (Quiet Quitting).
Image
Nach außen wird mit Slogans wie „Mit Herz. Mit Verstand. Mit dir.“ oder dem Bild einer großen „Alexianer-Familie“ geworben. Im Arbeitsalltag werden diese Werte jedoch kaum gelebt. Der Fokus liegt zunehmend auf Zahlen, fachliche Einschätzungen und Gestaltungsspielräume spielen eine untergeordnete Rolle.
Kollegenzusammenhalt
Die Basis stimmt: Fachlich wie menschlich gibt es viele engagierte, kompetente und sehr angenehme Kolleginnen und Kollegen. Der Zusammenhalt auf Teamebene ist häufig das, was Mitarbeitende noch hält.
Umgang mit älteren Kollegen
Wünsche oder persönliche Präferenzen – etwa bei Einsatzorten oder Versetzungen – sollte man mit Vorsicht äußern. Innerhalb der Belegschaft wird davor gewarnt, offen zu sagen, wohin man nicht möchte, da dies genau dort enden kann. Geäußerte Wünsche werden hingegen häufig nicht berücksichtigt. Dieses Vorgehen wird von vielen als zermürbend empfunden.
Vorgesetztenverhalten
Führung erfolgt überwiegend top-down. Entscheidungen werden ohne ausreichende Transparenz getroffen, Teams werden häufig vor vollendete Tatsachen gestellt. Anliegen und Bedürfnisse der Mitarbeitenden werden nicht konsequent nach oben vertreten – offenbar aus Sorge, sich selbst unbeliebt zu machen. Führung bedeutet hier eher Anweisung als Unterstützung.
Problematisch ist zudem, dass bei berufsgruppenbedingten Mehrfachzuständigkeiten kein verlässlicher Austausch zwischen den Vorgesetzten stattfindet. Statt Zusammenarbeit kommt es zu Kompetenzgerangel und widersprüchlichen Vorgaben.
Kommunikation
Es wird nicht zwingend gelogen, aber vieles bleibt bewusst intransparent. Offene Kommunikation findet nur eingeschränkt statt. Der Dialog mit Mitarbeitenden wirkt oft einseitig.
Gehalt/Benefits
AVR Caritas Tarif
