Schade, seit GmbH ist der Mensch nichts mehr wert
Arbeitsatmosphäre
Fehlendes Fachwissen bei Leitungen, fehlende Empathie. Langjährige Mitarbeitende sowie Bewohner/innen werden nach Gutdünken hin und her geschoben und versetzt. Ungenügende Emphatie und fehlende Menschlichkeit ist die Tatsache, dass Kollegen*innen ohne einen ersichtlichen Grund aus einem Team gerissen werden und an einen anderen Standort versetzt werden. Hierbei wird keinerlei Rücksicht auf das Befinden des Mitarbeitenden genommen, geschweige denn das Empfinden eines behinderten Menschen bei ständigen Beziehungsabbrüchen.
Image
Sowohl in den Krankenhauswohngruppen als auch in den Werkstätten hat das Image in den letzten Jahren deutlich gelitten. Viele langjährige Mitarbeitende nehmen wahr, dass seit der Umwandlung der Alexianer in eine GmbH der Fokus zunehmend auf wirtschaftliche Aspekte gelegt wird, während das Wohl der Menschen und die Qualität der Betreuung in den Hintergrund geraten. Diese Entwicklung wird von vielen als sehr bedauerlich empfunden, da sie den eigentlichen Sinn und die Motivation der Arbeit – das Begleiten, Unterstützen und Fördern von Menschen – erheblich einschränkt. Es entsteht der Eindruck, dass wirtschaftliche Effizienz wichtiger ist als die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner sowie die wertvolle Arbeit der Mitarbeitenden.
Karriere/Weiterbildung
Wer bei den Alexianern strikt zwischen Privatleben und Arbeit trennt und keine persönlichen Bekanntschaften innerhalb des Kollegiums pflegt, hat kaum Chancen, sich beruflich weiterzuentwickeln. Karrierechancen scheinen häufig davon abzuhängen, „mitzuspielen“ und soziale Netzwerke innerhalb der Organisation zu pflegen, statt ausschließlich durch Leistung, Erfahrung oder Engagement aufzufallen. Zudem werden viele Positionen von Personen besetzt, die in irgendeiner Form verwandt oder verschwägert mit anderen Mitarbeitenden sind. Diese Praxis wirkt für viele frustrierend, da sie den Eindruck verstärkt, dass Beziehungen und persönliche Verbindungen wichtiger sind als fachliche Qualifikation oder Engagement.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt wird zuverlässig pünktlich gezahlt, zusätzlich gibt es Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und ähnliche Leistungen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In vielen Wohngruppen gibt es kaum feste Strukturen oder verbindliche Abläufe. Mülltrennung findet praktisch nicht statt, und jeder handhabt Dinge nach eigenem Ermessen. Auch im Umgang mit Wäsche, Lebensmitteln und anderen alltäglichen Ressourcen wird sehr großzügig, oft maßlos verfahren. Das führt zu Frust und Belastung bei den Mitarbeitenden, die sich um Ordnung, Nachhaltigkeit und verantwortungsvollen Umgang bemühen, und erschwert ein geordnetes, respektvolles Zusammenleben.
Kollegenzusammenhalt
Jeder arbeitet für sich, keine Teamarbeit möglich die Hälfte der Gruppen hat Supervisionen, die aufrechterhalten werden aber nichts ändern.
Umgang mit älteren Kollegen
Auch ältere Kolleginnen mit langjähriger Berufserfahrung werden oft – ohne Rücksicht auf ihren psychischen oder körperlichen Zustand – in besonders belastende Wohngruppen versetzt. Diese Entscheidungen stellen selbst die erfahrensten Fachkräfte vor extreme Herausforderungen, die niemand dauerhaft leisten kann. Es entsteht das Gefühl, dass Erfahrung und persönliche Belastbarkeit kaum Beachtung finden, obwohl gerade diese Faktoren entscheidend für eine gute Betreuung sind.
Vorgesetztenverhalten
Inzwischen sind viele Gruppenleitungen unter 30 Jahre alt, ein Großteil von ihnen ohne absolvierte Leitungskurse. Statt fachlicher Führung wird dabei nicht selten durch Trinkeskapaden und private Wochenendaktivitäten Eindruck zu machen versucht.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen an sich sind in Ordnung und bieten eine solide Grundlage für die tägliche Arbeit. Dennoch zeigt sich, dass bei dem Wunsch nach einem Wechsel – sei es in eine andere Wohngruppe oder in eine andere Position – kaum Unterstützung zu erwarten ist. Kolleginnen und Kollegen, die Veränderung suchen, stehen oft allein vor bürokratischen Hürden oder organisatorischen Widerständen, obwohl gerade in einem belastenden Arbeitsumfeld Flexibilität und Rücksichtnahme auf individuelle Bedürfnisse entscheidend wären. Das führt dazu, dass man sich trotz Engagement und Erfahrung manchmal machtlos fühlt, weil persönliche Wünsche oder berufliche Entwicklung kaum Gehör finden.
Kommunikation
Keine Kommunikation man wird volrvollendete Tatsachen gestellt. Es wird gemunkelt und gemauschelt, nur wer gute Beziehungen hat, hat Möglichkeiten.
Gleichberechtigung
Die Eingruppierung erfolgt nach formaler Ausbildung oder Studium. Umfangreiche Berufserfahrung, langjährige Praxis und die tatsächliche Verantwortung im Arbeitsalltag finden dabei keinerlei Berücksichtigung.
Es gibt Menschen mit einer akademischen Ausbildung, die kaum oder gar keine praktische Erfahrung mitbringen und dennoch allein aufgrund ihres Studiums deutlich mehr verdienen als examinierte Fachkräfte. Diese Ungleichbehandlung wird von vielen als ungerecht empfunden, insbesondere von jenen, die seit Jahren Verantwortung im direkten Arbeitsalltag übernehmen und die tragende Arbeit in der Praxis leisten
Interessante Aufgaben
Ich habe meine Arbeit in der Wohngruppe immer sehr gerne gemacht. Die tägliche Begleitung der Bewohnerinnen und Bewohner, das gemeinsame Gestalten des Alltags und das Aufbauen von vertrauensvollen Beziehungen waren für mich sinnstiftend und erfüllend. Mir war es immer wichtig, Verantwortung zu übernehmen, aufmerksam zuzuhören und den Menschen mit Respekt, Geduld und Verlässlichkeit zu begegnen
