Herausforderungen in der Matrixorganisation: Führung, Arbeitsklima und Mitarbeiterbindung
Verbesserungsvorschläge
Es besteht dringender Handlungsbedarf, die Führungskultur weiterzuentwickeln, Wertschätzung gegenüber Mitarbeitenden sichtbar zu machen und die Mitarbeiterbindung zu stärken. Grenzüberschreitende oder respektlose Äußerungen müssen konsequent unterbunden werden, mit klaren Konsequenzen für Führungskräfte, die nicht vor Ort präsent sind und ihre Teams unterstützen.
Arbeitsatmosphäre
Das Arbeitsumfeld in der Matrixorganisation ist derzeit stark hierarchie- und entscheidungszentriert geprägt. Mitarbeitende erleben hohen Leistungs- und Zeitdruck, während Wertschätzung und Anerkennung nur punktuell sichtbar werden.
Die hohe Fluktuation am Standort beeinträchtigt die Stabilität der Teams spürbar. Häufige Neueinstellungen sowie temporäre Versetzungen von Mitarbeitenden anderer Standorte nach Kassel führen bei der bestehenden Belegschaft zu einer gewissen Skepsis und Verunsicherung. Selbst kleinere Maßnahmen der Anerkennung stoßen unter diesen Rahmenbedingungen nur begrenzt auf Resonanz.
Darüber hinaus arbeiten einige Abteilungen weitgehend isoliert voneinander, was sich nachteilig auf Ergebnisse und bereichsübergreifende Zusammenarbeit auswirkt.
Mehrere Rahmenbedingungen wurden vor der Einstellung anders dargestellt, was unter anderem auf personelle Veränderungen im Management sowie die angespannte Gesamtsituation am Standort zurückzuführen ist.
Homeoffice wurde im Bewerbungsprozess als flexible Option zugesagt. In der Praxis wird es jedoch nur eingeschränkt ermöglicht, da zahlreiche Meetings in Präsenz stattfinden.
Image
Intern genießt das Unternehmen keinen besonders guten Ruf. Viele Mitarbeitende äußern Unzufriedenheit und würden den Arbeitsplatz nicht weiterempfehlen. Aufgrund der hohen Fluktuation ist das Unternehmen auch in der Region eher negativ bekannt.
Work-Life-Balance
Trotz bestehender Regelungen sind regelmäßige Überstunden üblich und werden teilweise auch an Wochenenden angeordnet. Homeoffice ist aufgrund zahlreicher vor-Ort-Meetings nur eingeschränkt realisierbar. Da Führungskräfte nahezu durchgängig erreichbar sind, werden E-Mails häufig rund um die Uhr versendet.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmöglichkeiten sind nur begrenzt vorhanden, meist standardisiert und wenig individuell ausgerichtet. Eigeninitiative ist erforderlich, wobei Mitarbeitende häufig selbst für Kosten und Organisation aufkommen müssen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist marktgerecht. Zusätzliche Sozialleistungen sind begrenzt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In vielen Bereichen ist der Ressourceneinsatz ineffizient, was zu Verschwendung führt.
Kollegenzusammenhalt
Die hohen interne Wechselraten und Fluktuation wirkte sich spürbar negativ auf den Zusammenhalt aus.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen fällt teilweise überraschend negativ aus und wirkt sich entsprechend auf das Arbeitsklima aus. Die hohe Komplexität der Aufgaben innerhalb der Matrixorganisation führt zusätzlich zu organisatorischen und kommunikativen Herausforderungen.
Vorgesetztenverhalten
Das Arbeitsumfeld in der Matrixorganisation ist stark hierarchisch geprägt. Führungsentscheidungen werden häufig autoritär getroffen und mit entsprechendem Druck auf die Mitarbeitenden umgesetzt. Der Umgang miteinander ist teilweise von einem ausgeprägten Machtgefälle sowie einzelnen herabwürdigenden oder respektlosen Äußerungen geprägt, was insgesamt zu einem als toxisch empfundenen Arbeitsklima beiträgt.
Wertschätzung gegenüber Mitarbeitenden – insbesondere solchen, die externe Expertise einbringen – wurde nur vereinzelt sichtbar.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung und Infrastruktur am Standort entsprechen nicht modernen Standards. Bürogebäude sind veraltet, z. B. fehlende oder unzureichende Heizung und Klimatisierung; sanitäre Anlagen entsprechen nicht aktuellen Anforderungen.
Keine Kantine vorhanden und Pausenräume für den kaufmännischen Bereich sind nicht vorhanden.
Besprechungsräume sind kaum verhanden für professionelle Teamgespräche oder externe Meetings. Oftmals Stromausfall.
Die Wasserversorgung muss teilweise vor Nutzung geprüft werden.
Die IT-Ausstattung und Arbeitsmittel sind teilweise unzureichend. Großraumbüros erfüllen nicht immer ergonomische oder gesetzliche Vorgaben.
Kommunikation
Die interne Kommunikation erfolgt überwiegend zahlen- und KPI-orientiert. Relevante inhaltliche Informationen werden häufig erst spät oder ausschließlich im Rahmen zentraler Meetings weitergegeben.
Gleichberechtigung
Vielfalt wird in der täglichen Praxis kaum gelebt; ein aktives Verständnis von Diversity ist nur eingeschränkt erkennbar. Die Unterstützung durch HR und den Betriebsrat wirkt eher verwaltend als gestaltend, was notwendige Entwicklungen hemmt.
Weibliche Führungskräfte berichten vereinzelt von respektlosen und teilweise herabwürdigenden Kommentaren. Gleichstellung in Meetings sowie in Entscheidungsprozessen ist nur eingeschränkt vorhanden.
Führungskräfte im höheren Management schreiben Ergebnisse gelegentlich sich selbst zu, obwohl diese von Mitarbeitenden oder nachgeordneten Teams erarbeitet wurden. Diskussionen werden häufig von männlichen Führungskräften dominiert, wodurch die Einflussmöglichkeiten anderer Teilnehmender begrenzt werden.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich interessant und vielfältig, jedoch bestehen kaum eigene Gestaltungs- oder Entscheidungsfreiräume.