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Althoff 
Hotels
Bewertung

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Mehr Rückschritt als Fortschritt

2,0
Nicht empfohlen
Hat zum Zeitpunkt der Bewertung bei AMERON Hotelgesellschaft HH mbH in Köln gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Es ist wichtig, dass die Mitarbeitenden ernst genommen werden und dass die obere Geschäftsführung zeitgemäße Arbeitsansichten berücksichtigt.
Das während des Schneesturms in Hamburg versendete Memo war sehr belehrend formuliert. Der starke Fokus auf Anwesenheitspflicht sowie der direkte Verweis auf rechtliche Paragraphen wirkten wenig unterstützend und führten eher zu zusätzlicher Demotivation. Eine wertschätzendere, lösungsorientierte Ansprache – etwa durch Formulierungen wie „Bitte denken Sie daran …“ oder durch konkrete Angebote wie die Möglichkeit einer Übernachtung im Hotel – wäre in dieser Situation hilfreicher gewesen.
Obwohl häufig vom „#bestesteam“ gesprochen wird, ist dieses Gemeinschaftsgefühl aktuell kaum spürbar.

Arbeitsatmosphäre

Es ist bedauerlich festzustellen, dass die derzeitige Arbeitsatmosphäre angespannt ist. Viele Abteilungen agieren stark isoliert voneinander, was den Eindruck mangelnder Zusammenarbeit und eines ausgeprägten Abteilungsdenkens vermittelt.
Ein beispielhaftes Erlebnis verdeutlicht dies: Während der Kaffeepause bleibt benutztes Geschirr, etwa eine einzelne Tasse, vor RIO stehen. Anstatt dass die Mitarbeiter:in an der Rezeption diese unkompliziert mitnimmt, wird das Backoffice informiert und anschließend eine Raucherpause eingelegt – obwohl der Weg derselbe wäre.
Solche scheinbar kleinen Situationen haben eine große Wirkung und könnten durch einfache Handlungen erheblich zur Verbesserung des Teamgeists beitragen. Leider lassen sich viele ähnliche Beispiele beobachten, die darauf hindeuten, dass der Zusammenhalt im Team aktuell nur schwach ausgeprägt ist.
Zusätzlich ist im gesamten Team häufig eine ausgeprägte Gleichgültigkeit spürbar, die sich in Aussagen wie „nicht meine Abteilung“ oder „ist mir egal“ widerspiegelt.

Kommunikation

Die Kommunikationsqualität ist derzeit sehr gering. Insbesondere in der Küche zeigt sich wiederholt, dass Function Sheets nicht korrekt gelesen oder relevante Änderungen nicht zuverlässig an das Team weitergegeben werden.

Kollegenzusammenhalt

Vor einigen Jahren war der Zusammenhalt im Team deutlich stärker, professioneller und von gegenseitiger Unterstützung geprägt. Wenn ich an die Zeit bis etwa 2022 zurückdenke, wird klar, wie gut die Zusammenarbeit damals funktioniert hat – im Vergleich dazu wirkt die aktuelle Situation sehr ernüchternd.
Besonders bedauerlich ist, dass die damaligen Abteilungsleiter:innen, die maßgeblich zu diesem positiven Arbeitsklima beigetragen haben, inzwischen alle das Unternehmen verlassen haben. Die Zusammenarbeit mit ihnen hat nicht nur reibungslos funktioniert, sondern auch wirklich Freude gemacht

Vorgesetztenverhalten

Der Eindruck entsteht, dass die Direktion die aktuelle Entwicklung nicht ausreichend wahrnimmt oder unterschätzt. Die Verschlechterung der Arbeitsabläufe und der Qualität bleibt offenbar unbeachtet. Besonders im Bankettbereich ist dies deutlich spürbar: Aufgaben werden zunehmend nur noch oberflächlich erledigt, ohne Rücksicht auf Qualität oder Präsentation.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

In der Küche besteht deutliches Verbesserungspotenzial im Umgang mit Lebensmitteln. Häufig wird unnötig viel Verschnitt produziert – beispielsweise werden bei Paprika Teile entsorgt, die problemlos noch verwendet oder etwa für Salate weiterverarbeitet werden könnten. Dies wirkt wenig nachhaltig und ist nur schwer nachvollziehbar.

Gehalt/Benefits

Letztlich kehrt man immer wieder zum selben Thema zurück: Die Vergütung ist niedrig, und die angebotenen Benefits beschränken sich auf den Standard. Gleichzeitig werden erhebliche Investitionen in Neubauten und Renovierungen getätigt.
Stattdessen wäre es aus meiner Sicht sinnvoller, gezielt in die Mitarbeitenden zu investieren – um wieder qualifizierte Fachkräfte gewinnen und langfristig binden zu können. Aktuell entsteht der Eindruck, dass Positionen aus personeller Not heraus besetzt werden, teilweise mit Auszubildenden, die bereits Abteilungen leiten müssen (z. B. im Bankett). Dies ist weder nachhaltig noch förderlich für Qualität, Motivation oder Entwicklung.

Image

Es ist kritisch zu hinterfragen, wenn Mitglieder der oberen Geschäftsführung regelmäßig hochwertige Speisen und Getränke auf Plattformen wie WorkVivo posten. Solche Beiträge können bei Mitarbeitenden den Eindruck erwecken, dass Teile der Führungsebene in einer anderen Realität agieren und wenig Bezug zur tatsächlichen Situation im operativen Alltag haben.


Work-Life-Balance

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Arbeitgeber-Kommentar

Petra Howaldt, Human Resources Manager
Petra HowaldtHuman Resources Manager

Lieber Kollege, liebe Kollegin,

vielen Dank für Ihr ausführliches Feedback. Wir schätzen es, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Eindrücke so detailliert zu schildern. Rückmeldungen dieser Art helfen uns, unterschiedliche Wahrnehmungen besser zu verstehen und bestehende Prozesse zu reflektieren. Gleichzeitig ist es uns wichtig, einige Punkte einzuordnen und eine ausgewogene Perspektive darzustellen.

Das während des Schneesturms in Hamburg versendete Memo diente in erster Linie dazu, in einer außergewöhnlichen Situation Orientierung und rechtliche Klarheit zu schaffen. Die gewählte Formulierung sollte keine Belehrung darstellen, sondern sicherstellen, dass für alle Mitarbeitenden dieselben transparenten Rahmenbedingungen gelten. Als Arbeitgeber tragen wir Verantwortung für den Betrieb, die Gäste sowie für die Mitarbeitenden selbst. Diese Verantwortung erfordert es, eine klare Kommunikation zu wählen.

Ein starkes Gemeinschaftsgefühl entsteht aus dem täglichen Miteinander aller Beteiligten. Gemeinschaftsgefühl und Zusammenhalt sind keine Einbahnstraße. Eigeninitiative, Verantwortungsübernahme und bereichsübergreifende Führung kann hierfür Impulse setzen, der gelebte Teamgeist zeigt sich jedoch vor allem im eigenverantwortlichen Handeln jedes Einzelnen – etwa in der bereichsübergreifenden Unterstützung und im lösungsorientierten Umgang mit kleinen Alltagssituationen.

Der Vergleich mit früheren Jahren verdeutlicht, dass sich Strukturen, Rahmenbedingungen und personelle Zusammensetzungen im Laufe der Zeit verändert haben. Die Übertragung von Verantwortung an jüngere Mitarbeitende oder Auszubildende verstehen wir als Teil einer gezielten Entwicklung und Förderung der Nachwuchstalente, welches in der Althoff Gruppe gelebt und begleitet wird.

Investitionen in Gebäude, Infrastruktur und Ausstattung verfolgen das Ziel, die langfristige Stabilität und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Diese stehen nicht im Widerspruch zu Investitionen in Mitarbeitende, sondern bilden deren Grundlage. Vergütung und Zusatzleistungen orientieren sich an branchenüblichen Standards und werden regelmäßig erweitert.

Abschließend möchten wir betonen, dass wir konstruktive Kritik ausdrücklich begrüßen. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass eine positive Weiterentwicklung der Arbeitsatmosphäre und Zusammenarbeit nur gemeinsam gelingen kann – durch offene Kommunikation, gegenseitige Wertschätzung und die Bereitschaft aller, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.
Gern stehe ich Ihnen jederzeit für ein vertiefendes, persönliches Gespräch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Petra Howaldt

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