Wenn schöne Worte auf alte Strukturen treffen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kolleginnen und Kollegen. Viele halten zusammen, helfen sich gegenseitig und sorgen dafür, dass der Laden im Alltag überhaupt funktioniert. Das Team ist oft der Grund, warum man morgens nicht direkt mit dem Bürostuhl Richtung Sonnenuntergang rollt.
Auch einzelne Aufgaben können interessant sein — besonders, wenn die Technik gerade mitmacht und nicht erst per Kurbel gestartet werden muss.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vieles wirkt nicht mehr zeitgemäß: wenig Homeoffice-Akzeptanz, kaum Sozialleistungen, veraltete Technik, wenig Weiterbildung und eine Kommunikation, bei der man wichtige Informationen manchmal eher über Flurfunk findet als offiziell.
Die Außendarstellung ist deutlich hübscher als die interne Realität. Auf der Website klingt vieles modern, nachhaltig und mitarbeiterorientiert. Im Alltag fühlt es sich stellenweise eher an wie „Tradition trifft Excel 2007“.
Besonders schade ist, dass Engagement oft mit Anwesenheit verwechselt wird. Wer seine Arbeitszeit reduziert, wird schnell kritisch betrachtet, obwohl weniger Stunden bei weniger Gehalt nun wirklich kein mathematisches Mysterium sein sollte. Da muss man kein Nobelpreisträger sein, nur kurz nicht beleidigt vom Taschenrechner.
Verbesserungsvorschläge
Moderne Führung, transparente Kommunikation und echte Wertschätzung wären ein guter Anfang. Homeoffice sollte nicht wie ein krimineller Geheimbund behandelt werden, Teilzeit nicht wie Arbeitsverweigerung und Weiterbildung nicht wie eine Fata Morgana am Horizont.
Außerdem wären zeitgemäße Arbeitsmittel hilfreich. Wenn Geräte älter sind als die Mitarbeitenden, ist das zwar schön fürs Firmenmuseum, aber eher ungünstig für effizientes Arbeiten. Sozialleistungen könnten ebenfalls eingeführt werden — schon kleine Benefits wären ein Fortschritt, aktuell wirkt der Bereich wie ein leerer Obstkorb mit WLAN-Ausfall.
Kurz gesagt: Weniger schöne Worte auf Website und Präsentationen, mehr gelebte Realität im Arbeitsalltag.
Arbeitsatmosphäre
Fairness und Vertrauen werden hier großgeschrieben - zumindest in Präsentationen. Im Alltag sind sie eher wie seltene Büro-Pokémon: schön, wenn man sie mal sieht.
Kommunikation
Über Ergebnisse und Entscheidungen wird informiert, sobald sie entweder nicht mehr relevant sind oder ohnehin schon alle es über drei Ecken gehört haben.
Kommunikation ist hier wie WLAN im Keller: manchmal da, oft schwach, und alle tun so, als wäre das normal.
Kollegenzusammenhalt
Die Kolleg:innen sind top. Ohne sie wäre es hier vermutlich nur Excel mit Heizung.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist leider ausbaufähig. Homeoffice wird eher geduldet als wirklich akzeptiert, und reduzierte Arbeitszeit scheint teilweise noch immer mit mangelnder Motivation verwechselt zu werden. Das wirkt nicht besonders zeitgemäß — eher wie Arbeitskultur mit Faxgerät im Herzen.
Vorgesetztenverhalten
Führung ist vorhanden. Richtung, Transparenz und Einbindung leider nicht immer im Lieferumfang enthalten.
Interessante Aufgaben
Muss man sich suchen aber durchaus vorhanden
Gleichberechtigung
Zwischen Männer und Frauen schon... Zwischen selbsternannten "Top Managern" und "nebenbei die Welt Rettern" eher gegen 0 oder kleiner als das.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleg:innen ist ausbaufähig. Wertschätzung für langjährige Erfahrung ist nicht immer spürbar, und bei persönlichen oder schwierigen Situationen fehlt teilweise die nötige Empathie.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind ausbaufähig. Einige Arbeitsmittel wirken technisch nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand — teilweise eher wie treue Museumsstücke mit Stromanschluss. Für effizientes Arbeiten wäre modernere Ausstattung definitiv hilfreich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung machen sich auf der Website sehr gut. Im Arbeitsalltag hat man aber manchmal den Eindruck, dass diese Themen vor allem dort stattfinden, wo sie gut aussehen: im Internet. Intern wirkt es eher wie ein hübsches Etikett auf einer mittelmäßig sortierten Schublade.
Gehalt/Benefits
Bei den Sozialleistungen herrscht eine beeindruckende Übersichtlichkeit: Es gibt keine. Keine vermögenswirksamen Leistungen, keine Tankgutscheine, keine Essenszuschüsse. Die Benefit-Landschaft ist so leer, dass man dort problemlos einen Parkplatz finden würde.
Gehalt ist OK solange man gut verhandelt hat. Im Nachhinein geht nichts mehr - Annahmeschluss
Image
Das Image ist aus Sicht vieler Mitarbeitender deutlich schlechter, als es nach außen dargestellt wird. Öffentlich wirkt vieles modern und positiv, intern wird das jedoch nicht immer so erlebt. Die Außendarstellung und die tatsächliche Mitarbeitererfahrung klaffen teilweise stark auseinander — hübsche Verpackung, aber innen leider nicht immer Geschenk.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung ist hier eher eine Wüstenlandschaft: viel Platz, wenig Inhalt, gelegentlich ein Fata-Morgana-Gespräch über „Potenzial“.