Ein Ort für alle, die sich beruflich verwirklichen möchten – im Albtraum-Genre.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gibt WLAN. Und die Erfahrung ist so besonders, dass man sie garantiert nie vergisst – oder nie wieder erleben möchte. Beides hat ja auch was.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Liste ist länger als die Kündigungsfrist. Aber kurz gesagt: Führung, Kommunikation, Respekt, Fairness, Arbeitsklima, Chancen – alles, was man sich in einem gesunden Unternehmen wünschen würde, existiert hier nur als Konzept in der Parallelwelt.
Verbesserungsvorschläge
– Klare Strukturen etablieren (und bitte auch leben, nicht nur PowerPoint-Folien dazu zeigen).
– Führungskräfte schulen – oder austauschen.
– Leistung anerkennen, nicht sabotieren.
– Mitarbeitende fördern statt verwalten.
– Kommunikation nicht als optional betrachten.
– Und bitte: weniger Vitamin B, mehr Vitamin Menschlichkeit.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre schwankt zwischen „The Office“ (aber ohne den Humor) und leichtem Katastrophenfilm. Wer es mag, wenn keiner weiß, was er tut, aber alle so tun, als wüssten sie es, wird sich hier pudelwohl fühlen.
Kommunikation
Kommuniziert wird nur bei absoluter Notwendigkeit – oder wenn man über andere lästern kann. Nach der Kündigung? Funkstille. Vorher? Small Talk über private Befindlichkeiten, aber nichts, was einem bei der Arbeit hilft. E-Mails bleiben gern unbeantwortet, Gespräche finden nicht statt – ideal für alle, die den Begriff „Selbstorganisation“ wörtlich nehmen wollen.
Kollegenzusammenhalt
Es gibt durchaus nette Kolleg:innen, aber man muss sie suchen – und hoffen, dass sie nicht schon gekündigt haben. Insgesamt herrscht eine Mischung aus Resignation, Flurfunk und Überlebensmodus. Vitamin-B-Kollegen sind in ihrer eigenen Liga unterwegs.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance gibt’s – allerdings nicht für alle. Manche arbeiten gefühlt gar nicht, andere dafür umso mehr. Je nach Sympathielevel bei der Geschäftsführung kann man sich entweder frei entfalten oder in Aufgaben ertrinken.
Vorgesetztenverhalten
Wenn es einen Preis für manipulative Inkompetenz gäbe, wäre die Geschäftsführung Stammgast bei der Verleihung. Kontrolle ist wichtig – solange es nicht um Ergebnisse geht. Kritikfähigkeit? Fehlanzeige. Wertschätzung? Nur bei Leuten, die den Boss persönlich kennen.
Interessante Aufgaben
Durchaus – vor allem, weil man nie weiß, was als Nächstes auf einen zukommt. Aufgaben wechseln je nach Laune oder Kündigungswelle. Wer Herausforderungen liebt und Überraschungen mag, ist hier richtig.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung gibt es in dem Sinne, dass alle, die kein Vitamin B haben, gleich wenig Chancen bekommen. Beziehungen übertrumpfen Kompetenz zuverlässig.
Umgang mit älteren Kollegen
Sofern sie nicht unbequem werden, dürfen sie bleiben. Erfahrung wird weder genutzt noch geschätzt – aber immerhin wird man nicht aktiv rausgemobbt. Ein bisschen was.
Arbeitsbedingungen
Technik auf dem Stand von „funktioniert irgendwie“, Prozesse wie aus dem Improvisationstheater. Wer gerne mit veralteten Tools arbeitet und Eigeninitiative mit Zauberei verwechselt, findet hier seine Erfüllung.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Klingt schön auf der Website. Intern interessiert’s niemanden. Nachhaltigkeit fängt hier bei der Langlebigkeit der Missstände an.
Gehalt/Benefits
Gehalt? Grenzbereich zur Selbstausbeutung. Sozialleistungen? Gibt’s, aber wahrscheinlich nur für die Verwandtschaft. Wer ernsthaft für Leistung bezahlt werden möchte, sollte weiterklicken.
Image
Nach außen hui, nach innen pfui. Man bemüht sich, gut dazustehen – bei denen, die es nicht besser wissen. Das „Image“ ist so poliert, dass man sich darin fast spiegelt – bis man den ersten Arbeitstag überstanden hat.
Karriere/Weiterbildung
Karriere nur mit besten Beziehungen. Weiterbildung? Wenn überhaupt, dann auf YouTube oder in Eigenregie. Wer nicht zufällig mit dem Eigentümer verwandt ist, sollte besser nicht aufsteigen wollen.