Hier weiß man oft erst im Nachhinein, wohin die Reise ging
Gut am Arbeitgeber finde ich
Keine besonderen positiven Aspekte hervorzuheben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Aus meiner Sicht war die Unternehmensentwicklung über längere Zeit durch eine fehlende klar erkennbare strategische Ausrichtung geprägt. Entscheidungen wirkten stark zentralisiert auf die Geschäftsführung und insbesondere den Inhaber, was sich negativ auf die langfristige Entwicklung und Stabilität des Unternehmens ausgewirkt hat und letztlich nun auch im Kontext der Insolvenz zu sehen ist.
Vor diesem Hintergrund fehlten aus meiner Sicht häufig konsistente Strukturen in der Unternehmensführung sowie eine durchgängig transparente Entscheidungsfindung.
Verbesserungsvorschläge
Vor dem Hintergrund eines ggf. möglichen Eigentümerwechsels bzw. einer neuen Investorenstruktur besteht aus meiner Sicht die Chance, die Unternehmensführung mit neuer Besetzung strategisch neu auszurichten. Dabei wären insbesondere eine klarere langfristige Planung, eine stärkere Einbindung der Führungsebenen sowie eine transparentere Entscheidungsstruktur zentrale Ansatzpunkte für Verbesserungen.
Darüber hinaus wäre es aus meiner Sicht wichtig, die Mitarbeitenden stärker in Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse einzubeziehen, um Motivation, Identifikation mit dem Unternehmen und Freude an der Arbeit nachhaltig zu fördern
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war teilweise enorm angespannt, da sich die Stimmung aus dem Umfeld der Geschäftsführung sehr deutlich auf die jeweiligen Abteilungen auswirkte und deshalb auch das Teamklima beeinflusste.
Image
Innerhalb der Abteilungen bilden sich kleinere Gruppen, die eng zusammenarbeiten. Ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl im gesamten Unternehmen war und ist aus meiner Sicht überhaupt nicht vorhanden. Jeder konzentriert sich weitgehend auf seine eigenen Aufgaben.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war aus meiner Sicht nicht durchgängig im Gleichgewicht.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten waren aus meiner Sicht nicht strukturiert vorhanden. Formale Weiterbildungsangebote oder Entwicklungsprogramme gab es nicht für alle, stattdessen erfolgte die Weiterbildung überwiegend informell innerhalb der Belegschaft über einen ausgeprägten ‚Hausflurfunk‘
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war aus meiner Sicht in Ordnung. Die Vergütung ist letztlich auch immer Teil der eigenen Verhandlung im Vorstellungsgespräch und jeder kann für sich selbst entscheiden, ob die angebotenen Konditionen passend sind. Gehaltsentwicklungen hängen zudem auch von der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und den Rahmenbedingungen des Unternehmens ab
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In diesem Bereich sind mir keine negativen Aspekte aufgefallen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt ist gut, allerdings vor allem innerhalb bestehender Teams ziemlich ausgeprägt. Für neue Mitarbeiter kann es anfangs herausfordernd sein, Anschluss zu finden, da die bestehenden Gruppen eher unter sich bleiben.
Umgang mit älteren Kollegen
Aus meiner Sicht unauffällig
Vorgesetztenverhalten
Ein früherer Bewerter hat hier das Verhalten der Geschäftsführung sinngemäß als "Führung mit sehr unterschiedlichen fachlichen Hintergründen" beschrieben. Diese Konstellation war im Arbeitsalltag deutlich spürbar und aus meiner Sicht mit ein Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens, die letztendlich jetzt zur Insolvenz geführt hat.
Arbeitsbedingungen
Verbesserungspotenzial bei der Ausstattung besteht grundsätzlich immer - was heute neu ist, ist morgen alt. Problematisch waren insbesondere die teilweise vorhandenen Großraumbüros ohne Abtrennungen, die für Abteilungen wie Vertrieb, Konstruktion etc. aus meiner Sicht kaum geeignet waren. Telefonate im Vertrieb waren zwangsläufig für alle Kollegen mit hörbar, während Gespräche z.B. in der Konstruktion teilweise nur sehr zurückhaltend geführt werden konnten, da sonst nahezu der gesamte Bereich mit zuhören musste.
Kommunikation
Unternehmensweite Kommunikation fanden kaum direkt statt. Informationen wurden meist über Umwege innerhalb der Abteilungen weitergegeben und dann über den "Hausflurfunk" weitergetragen. Eine direkte Kommunikation durch die Geschäftsführung erfolgte so gut wie nicht.
Gleichberechtigung
Mir sind diesbezüglich keine negativen Aspekte aufgefallen
Interessante Aufgaben
Die Branche bietet grundsätzlich interessante Aufgaben. Im Unternehmen selbst mangelt es jedoch sehr an einer ordentlichen Einarbeitung und klaren Zuständigkeiten im jeweiligen Aufgabenbereich.