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Amoria 
Bond
Bewertung

Gutes Auftreten nach außen, schwierige Realität im Inneren

1,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 bei Amoria Bond GmbH in Köln gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Das Büro ist modern, und die Kolleginnen und Kollegen sind sehr sympathisch.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Bei diesem Arbeitgeber gibt es leider viele Punkte, die negativ aufgefallen sind. Die Zielvorgaben sind unrealistisch hoch und steigen wöchentlich, ohne dass die schwierige Marktlage berücksichtigt wird. Statt die Ursachen für schwache Ergebnisse zu analysieren oder neue Strategien zu entwickeln, wird der Druck einfach auf die Mitarbeitenden weitergegeben. Hinzu kommt, dass die Vertriebssoftware extrem unzuverlässig ist: fehlerhafte Daten, langsame Prozesse und ineffiziente Abläufe erschweren die tägliche Arbeit enorm.

Auch der Umgang mit den Mitarbeitenden ist enttäuschend. Es herrscht eine klare „Hire-and-Fire“-Mentalität: ständig neue Einstellungen, die nach kurzer Zeit wieder gehen müssen. Wer krank wird oder kurzfristig schwächere Wochen hat, wird schnell kritisiert oder sogar entlassen. Wertschätzung, langfristige Förderung oder Vertrauen sind kaum vorhanden. Statt die Mitarbeitenden zu entwickeln, werden sie ersetzt.

Die Work-Life-Balance ist sehr schlecht. Nach der Probezeit gibt es, wenn überhaupt, einen Tag Homeoffice pro Woche. Pünktliches Gehen nach Feierabend wird negativ bewertet und oft als mangelndes Engagement ausgelegt. Durch die steigenden KPIs und den ständigen Leistungsdruck bleibt man regelmäßig deutlich länger im Büro.

Das Gehalt ist für Kölner Verhältnisse viel zu niedrig, und die Provisionen fallen kaum ins Gewicht. Gehaltsverhandlungen sind nicht möglich, und Aufstiegsschritte bringen nur minimale Gehaltserhöhungen. Egal, welchen Abschluss oder welche Erfahrung man mitbringt – alle verdienen gleich wenig. Das sorgt langfristig für Frustration und fehlende Motivation.

Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen ist anfangs gut, doch im Laufe der Zeit wird die Konkurrenz spürbar stärker. Leads werden weggenommen, Gebiete überschritten und Kunden/-innen „abgeworben“. Das sorgt für Spannungen und mindert den Teamerfolg erheblich.

Insgesamt fehlt es dem Unternehmen an Stabilität, Vertrauen und echter Mitarbeiterbindung. Der Fokus liegt zu stark auf kurzfristigem Umsatz, statt auf nachhaltigem Wachstum und gesunder Unternehmenskultur.

Verbesserungsvorschläge

Stoppt das „Hire-and-Fire“-System und entwickelt eure Mitarbeitenden langfristig weiter. Ein Unternehmen wächst nur mit gut geschulten, motivierten Menschen. Hört auf, regelmäßig Studierende einzustellen, nur um sie nach wenigen Monaten wieder zu entlassen.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre war insgesamt sehr angenehm – nette Kolleginnen und Kollegen, ein modernes Büro und an ruhigeren Tagen konnte man sich den Sitzplatz frei aussuchen. Leider wurde es an Sales-Tagen extrem laut, sodass es schwer war, sich auf die eigenen Calls zu konzentrieren.

Image

Das Image des Unternehmens wirkt nach außen deutlich besser, als es tatsächlich ist. Nach außen wird ein modernes, internationales und wachstumsorientiertes Umfeld vermittelt, doch intern zeigt sich ein anderes Bild. Hinter den Kulissen herrscht ein klassisches „Hire-and-Fire“-System: Es werden regelmäßig neue Mitarbeitende eingestellt, oft direkt nach dem Studium, die dann innerhalb weniger Monate wieder ersetzt werden. Diese hohe Fluktuation ist für alle spürbar – jeden Monat sieht man neue Gesichter und gleichzeitig viele, die das Unternehmen verlassen. Dadurch entsteht keine Stabilität, kein echtes Teamgefühl und kein nachhaltiges Wachstum. Anstatt langfristig in die Entwicklung und Bindung der Mitarbeitenden zu investieren, wird kurzfristiger Umsatz priorisiert. Dieses Vorgehen schadet nicht nur der Arbeitsatmosphäre, sondern langfristig auch dem Image des Unternehmens, weil es sich in der Branche schnell herumspricht, wie hoch die Fluktuation wirklich ist.

Work-Life-Balance

Nach der Probezeit war Homeoffice nur an einem Tag pro Woche möglich – wenn überhaupt. Wer pünktlich nach Ende der Arbeitszeit ging, wurde oft kritisiert und bekam vorgeworfen, die Arbeit nicht ernst genug zu nehmen. Durch die steigenden KPIs und den hohen Druck musste man häufig deutlich länger bleiben und eine Stunde vorher kommen. Arzttermine durfte man auch nur bedingt wahrnehmen und man wurde dafür kritisiert. Die Work-Life-Balance ist hier eine Katastrophe. Zusätzlich ist hier zu erwähne, jede Überstunde die man tätigt, wird nicht entlohnt, erst wenn man im Monat 25% mehr gearbeitet hat, was ungefähr 10 Stunden mehr Arbeit die Woche sind. Dies muss man sich aber auch erst genehmigen lassen.

Karriere/Weiterbildung

Wie bereits erwähnt, läuft alles strikt nach einem festen Karrierepfad ab. Gehaltserhöhungen sind nicht vorgesehen, unabhängig von Leistung oder Engagement. Weiterbildungsgeld beträgt 500 € pro Jahr – viel zu wenig, da gute Kurse deutlich teurer sind. Mitarbeiterbenefits sind kaum vorhanden.

Gehalt/Benefits

Das Fixgehalt ist für die Lebenshaltungskosten in Köln extrem niedrig. Pro Karriereschritt gibt es lediglich rund 1.000 € brutto mehr – Verhandlungen sind praktisch unmöglich. Um gut zu verdienen, muss man viele Deals abschließen. Doch selbst die Provisionen lagen meist nur zwischen 200 € und 400 € netto. Langfristig ist das unzufriedenstellend. Qualifikation oder Studienabschluss spielten beim Gehalt keine Rolle, alle bekamen gleich viel. Nicht einmal im Managementbereich bringt das einem Akademiker etwas.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Zwar wird mit internationalen Projekten, wie etwa Baumpflanzaktionen in Peru, geworben – gesehen oder gespürt hat man davon jedoch nichts. Statt solche PR-Aktionen zu betonen, sollte das Unternehmen lieber in die langfristige Entwicklung der eigenen Mitarbeitenden investieren. Stattdessen werden Menschen nach kurzer Zeit, Krankheit oder schwächeren KPI-Wochen ohne nachvollziehbare Gründe gekündigt. Das ist enttäuschend.

Kollegenzusammenhalt

Anfangs war der Zusammenhalt gut, doch mit der Zeit bemerkte man, dass einige Kolleginnen und Kollegen in fremden Gebieten telefonierten und sich gegenseitig Kunden/-innen „wegnahmen“ – mit der Begründung „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Das führt zu Konkurrenzverhalten, erschwert die Zusammenarbeit und mindert den eigenen Erfolg erheblich. Deswegen mangelt es hier auch an Kollegenzusammenhalt.

Umgang mit älteren Kollegen

Es gibt kaum ältere Mitarbeitende. Die Belegschaft besteht überwiegend aus sehr jungen Leuten, und es herrscht eine hohe Fluktuation. Jeden Monat sieht man neue Gesichter – viele kommen, viele gehen. Typisches „Hire-and-Fire“-System.

Vorgesetztenverhalten

Die Vorgesetzten waren grundsätzlich kompetent, jedoch wurden jede Woche unrealistisch hohe Ziele gesetzt – ohne die schwierige Marktsituation zu berücksichtigen. Statt Verständnis zu zeigen, wurde der Druck weitergegeben. Mitarbeitende sollten sich „fünfmal mehr anstrengen“ und mit denselben standardisierten Ansätzen arbeiten, die überall genutzt werden. Dadurch wurde man häufig abgewimmelt. Hier wäre eine bessere Schulung und die Entwicklung neuer Strategien sinnvoller, anstatt die Mitarbeitenden verantwortlich zu machen.

Arbeitsbedingungen

Open Office mit hoher Lautstärke während der Gesprächszeiten. Man wird häufig unterbrochen, hat kaum Ruhe und wird teilweise sogar während der Gespräche ohne Zustimmung mitgehört – das ist unangenehm.

Kommunikation

Es gab wöchentliche 1:1-Gespräche, in denen man sich verbessern sollte. Allerdings lag das eigentliche Problem oft nicht bei den Mitarbeitenden, sondern an der Vertriebssoftware. Diese erschwerte die Arbeit erheblich, da man viel Zeit damit verbrachte, die richtigen Kontakte zu finden – häufig mit fehlerhaften Daten. Bevor man Mitarbeitende dafür verantwortlich macht, sollte man sich ernsthaft Gedanken über die Qualität der Software machen. Sie ist schlichtweg ungeeignet, um schnell und effizient zu arbeiten.

Gleichberechtigung

Kein spürbares Ungleichgewicht, aber auch kein aktives Engagement für Diversität wahrnehmbar.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben wiederholen sich leider ständig. Täglich Cold Calls – immer mehr, da die KPIs steigen und die Konkurrenz auf dem Markt zunimmt mit anderen Personalvermittlern. Abwechslung gibt es kaum.

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Arbeitgeber-Kommentar

Sebastian P. Händeler, European HR & Operations Manager
Sebastian P. HändelerEuropean HR & Operations Manager

Liebe:r ehemalige:r Kolleg:in,

vielen Dank für dein offenes und ausführliches Feedback. Es tut uns leid zu hören, dass deine Erfahrungen bei uns insgesamt negativ waren und wir deinen Erwartungen in mehreren Bereichen nicht gerecht werden konnten.

Gleichzeitig freut es uns, dass du unser modernes Arbeitsumfeld sowie die Kolleg:innen positiv hervorhebst. Das zeigt uns, dass es Aspekte gibt, auf denen wir weiter aufbauen können.

Deine kritischen Rückmeldungen nehmen wir sehr ernst. Die angesprochenen Herausforderungen im Umgang mit der Vertriebssoftware, die Wahrnehmung unrealistischer Zielvorgaben, die Work-Life-Balance sowie der Kollegenzusammenhalt sind wichtige Themen, an denen wir kontinuierlich arbeiten müssen. Auch deine Hinweise zur Gehaltsstruktur und zur Fluktuation sind für uns relevante Impulse zur Weiterentwicklung.

Uns ist bewusst, dass ein leistungsorientiertes Umfeld nur dann nachhaltig funktioniert, wenn klare Strukturen, realistische Erwartungen und ausreichende Unterstützung gegeben sind. Dein Feedback hilft uns dabei, besser zu verstehen, wo wir unsere eigenen Ansprüche noch nicht ausreichend erfüllen.

Wenn du bereit bist, deine Erfahrungen weiter mit uns zu teilen, freuen wir uns über einen vertraulichen Austausch. Du erreichst uns jederzeit unter people@amoriagroup.com. Wir sind offen für den Dialog und möchten aus deinem Feedback lernen.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.