Guter Arbeitgeber, sozialer Arbeitgeber aber nicht Perfekt.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Man sollte keine Angst davor haben, die eigene Meinung direkt und ohne Umwegen auszusprechen. Nur dann wird man richtig wahrgenommen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ein Aspekt, den ich als verbesserungswürdig empfunden habe, betrifft die Gestaltung des mobilen Arbeitens. Obwohl „mobiles Arbeiten“ vertraglich vorgesehen war, entstand im Alltag häufig der Eindruck einer Präsenzpflicht. Mitarbeitende mussten regelmäßig begründen, warum sie im Homeoffice arbeiteten, obwohl dies formal möglich gewesen wäre.
Auch bei Krankmeldungen oder ähnlichen Situationen erfolgten teilweise zusätzliche Rückfragen wie: „Warum bist du nicht im Büro?“ - obwohl die entsprechende Information bereits an die zuständigen Stellen weitergegeben war.
Dies führte gelegentlich zu einer unangenehmen Atmosphäre und vermittelte das Gefühl, sich für reguläre und vereinbarte Arbeitsformen rechtfertigen zu müssen
Verbesserungsvorschläge
Stärkere Förderung der Mitarbeitenden:
Die Anforderungen im Arbeitsalltag sind hoch. Entsprechend wäre es hilfreich, Entwicklungs- und Fördermöglichkeiten stärker auszubauen.
Investitionen in moderne Arbeits- und Organisationsmodelle:
Zeitgemäße Konzepte, Prozesse und Werkzeuge könnten die Effizienz steigern und Mitarbeitende langfristig binden.
Ausbau von IT-Sicherheits- und Datenschutzkompetenzen:
Regelmäßige Schulungen – auch für Kunden – würden die Qualität der Arbeit erhöhen und Risiken reduzieren.
Mehr technische Diversität:
Eine offenere Haltung gegenüber neuen Technologien wäre wünschenswert. Einige potenzielle Aufträge konnten nicht umgesetzt werden, weil bestimmte Technologien nicht berücksichtigt oder weiterentwickelt wurden. Hier besteht großes Potenzial, das eigene Portfolio zu erweitern.
Arbeitsatmosphäre
Hier muss ich Nachkorrigieren und Differenzieren.
Im Büro:
Die Arbeitsbedingungen waren gut. Aufgaben konnten systematisch und ohne größere Störungen abgearbeitet werden.
Beim Kunden vor Ort:
Die Arbeitsorganisation war häufig weniger strukturiert.
Vorbereitende Maßnahmen fielen teilweise knapp aus, und umfassende Dokumentationen lagen oft nicht vor. Dadurch mussten benötigte Informationen im laufenden Betrieb bei verschiedenen Ansprechpartnern eingeholt werden, was den Arbeitsfluss erschwerte.
Es kam vor, dass Kunden interne Abstimmungsprobleme an die IT weitergaben und eine eigenständige Informationsbeschaffung erwarteten.
Eine klare Rollenverteilung – beispielsweise ein Team, das im Vorfeld relevante Informationen zusammenträgt, und ein weiteres Team, das die technischen Aufgaben anschließend ausführt – könnte hier für mehr Effizienz sorgen.
Image
Es wurde wenig darüber geredet.
Work-Life-Balance
Also Urlaub hat man bekommen, wenn man Ihn brauchte.
Auch auf Familien wurde Rücksicht genommen. (Wegen Ferien-Planung)
Außerdem durfte man sich selbst schon mal rausnehmen, wenn man dies benötigte.
Gelegentliche anrufe oder Nachrichten im Urlaub waren auch mal dabei. (Ich denke, dass kann in jedem Unternehmen passieren.)
In dringenden Fällen, wurde auch mal das Notebook ausgepackt.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten waren nur begrenzt vorhanden. Externe Weiterbildungen oder Zertifizierungen wurden nach meinem Eindruck grundsätzlich nicht angeboten. In den wenigen Fällen, in denen solche Maßnahmen möglich gewesen wären, waren sie an eine mehrjährige Bindung an das Unternehmen geknüpft.
Die angebotenen Schulungen bezogen sich überwiegend auf Produkte oder Software, die für das tägliche Geschäft notwendig waren. Diese Inhalte waren jedoch stark branchenspezifisch und ließen sich außerhalb des Unternehmens nur eingeschränkt nutzen.
Darüber hinaus gab es keine übergreifenden Initiativen, die darauf abzielten, Mitarbeitende langfristig und strukturiert weiterzuentwickeln. Zwischen den verschiedenen Niederlassungen bestanden zudem spürbare Unterschiede im Wissensstand.
Gehalt/Benefits
Es gab eine betriebliche Altersvorsorge sowie Gehalt, Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Ein 13. Gehalt war im Unternehmen grundsätzlich möglich, wurde jedoch nicht einheitlich gewährt. In meinem Fall wurde es im Rahmen der Gehaltsverhandlungen ausgeschlossen, obwohl später bekannt wurde, dass dieses in anderen Regionen sowie bei neu eingestellten Kolleginnen und Kollegen tatsächlich gezahlt wurde.
Aus meiner Sicht wäre eine einheitliche und transparente Regelung für alle Mitarbeitenden wünschenswert gewesen. Es geht dabei nicht um Neid, sondern um nachvollziehbare und faire Strukturen. Die ungleiche Handhabung wirkte im Nachhinein dennoch etwas unfair und hinterließ einen bitteren Nachgeschmack.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Insgesamt wurde im Unternehmen auf soziale Verantwortung und umweltbewusstes Handeln geachtet. Nachhaltigkeit und ein respektvoller Umgang mit Ressourcen hatten einen hohen Stellenwert und wurden im Arbeitsalltag sichtbar gelebt.
Kollegenzusammenhalt
Respektvoller Umgang mit der Führung war da. In der Regel bei den Kollegen untereinander. Also da gab es eigentlich keine Probleme.
Ich fand aber immer, dass so "Binding"-Events kaum bis gar nicht stattgefunden haben.
#Davon_hoffentlich_in_Zukunft_mehr
Wenn es hoch kam, 1-2 Events pro Jahr.
Schließlich sieht man die eigenen Kollegen (vor allem im Büro) länger untertags, als die eigene Familie.
Wenn die Uhr 17:00 schlug, verließen alle fluchtartig das Gebäude.
So richtige Freundschaften haben sich irgendwie nicht gebildet. Was sehr schade war.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit Kollegen war respektvoll und wertschätzend. Mitarbeitende, die in den Ruhestand gingen, wurden würdevoll verabschiedet, was einen positiven Eindruck hinterließ. Auch erfahrene Kolleginnen und Kollegen wurden für ihre Expertise geschätzt.
Vorgesetztenverhalten
Die direkten Vorgesetzten waren sehr unterstützend. Sie hatten ein gutes Verständnis für die Herausforderungen im Arbeitsalltag und agierten hilfsbereit sowie vorurteilsfrei. Auch in schwierigen Situationen – beispielsweise bei privaten Belastungen – zeigten sie Verständnis und reagierten lösungsorientiert. 5/5
Arbeitsbedingungen
Waren gut.
Ich vermisse meinen sehr sehr guten, ergonomischen Bürostuhl.
5/5. (Der Rest war auch gut für die IT-Abteilung)
Auch die Auto-Wahl für die Außendienst-Techniker war super.
Kommunikation
Rückblickend waren manche Arbeitsaufträge nicht klar definiert – sei es aus Zeitmangel oder aufgrund fehlender Kommunikation bzw. unzureichender Informationen zwischen Vertrieb und Kunde.
Ob dies nun an den ungenügenden Vorarbeiten lag oder daran, dass der IT-Fachbereich viel zu früh in unfertige Baustellen gelassen wurde, sodass dennoch zum Datum X möglichst alles fertig sein sollte.
Das führte immer wieder zu Frust und Demotivation. Überstunden standen dadurch an der Tagesordnung.
Man musste sich schnell angewöhnen, selbst mitzudenken, um sowohl den Kunden als auch den Arbeitgeber zufriedenzustellen – dynamisches Arbeiten auf Kosten der eigenen Zeit und mentalen Gesundheit.
Gleichberechtigung
Zur Gleichberechtigung kann ich nur begrenzt etwas sagen. In den drei Jahren meiner Tätigkeit habe ich nur wenige Beförderungen wahrgenommen. Die wenigen Veränderungen im mittleren Führungsbereich betrafen Personen, die in engem privaten oder familiären Verhältnis zueinander standen.
Grundsätzlich begann man meist in einer bestimmten Position und verblieb dort. Eine klar strukturierte Hierarchie – beispielsweise mit Stufen wie Junior, Senior oder ähnlichen Karrieremodellen – habe ich nicht wahrgenommen. Welche internen Kriterien oder Entscheidungsprozesse dabei eine Rolle spielen, ist mir nicht bekannt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren eher weniger abwechslungsreich. Durch die Tätigkeit im First-Level-Support wiederholten sich viele Arbeitsabläufe regelmäßig. Aufgrund der standardisierten Netzwerkumgebungen gab es nur selten neue oder besonders anspruchsvolle Fragestellungen.
Dies ist weniger dem Arbeitgeber anzulasten, sondern ergibt sich aus dem Tätigkeitsfeld des Unternehmens, das nicht primär auf technologische Entwicklung oder Innovationsprojekte ausgerichtet ist.
Für Personen, die gerne in stabilen, klar strukturierten Arbeitsprozessen tätig sind, kann dies durchaus passend sein. Für mich persönlich wurde die Tätigkeit jedoch im Laufe der Zeit weniger erfüllend, da ich mir mehr inhaltliche Vielfalt und Entwicklungsmöglichkeiten gewünscht hätte.

