AOK - Die Gesundheitskasse Logo

AOK 
- 
Die 
Gesundheitskasse
Bewertung

Große Enttäuschung – fehlende Kommunikation und widersprüchliche Erwartungen

2,4
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 bei AOK Baden-Württemberg in Esslingen am Neckar gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Leider fällt es mir schwer, hier viele positive Aspekte zu nennen. Positiv hervorzuheben ist, dass das Gehalt stets pünktlich gezahlt wurde. Zudem scheint in der Abteilung ein recht entspanntes Arbeitsklima zu herrschen, obwohl durchaus genügend Arbeit vorhanden wäre. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass manche Aufgaben mit wenig Eigeninitiative und einer gewissen Trägheit angegangen wurden. Ob man dies als entspanntes Arbeiten oder eher als fehlende Motivation betrachtet, bleibt jedem selbst überlassen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Nachdem man sich im Bewerbungsverfahren für mich entschieden hatte, durfte ich im Mai meine neue Stelle antreten. Ich war motiviert, freute mich auf die neue Herausforderung und ging davon aus, dass man mir die notwendige Zeit geben würde, mich in meine Aufgaben einzuarbeiten. Doch nach nicht einmal drei Monaten wurde das Arbeitsverhältnis bereits wieder beendet.

Besonders enttäuschend waren für mich die Begründung der Kündigung und der Umgang mit den Schwierigkeiten während der Einarbeitung.

Bereits während meiner Einarbeitung hatte ich verschiedene Probleme offen angesprochen. Diese wurden auch zur Kenntnis genommen, und man versicherte mir, sich darum zu kümmern. Umso unverständlicher war es für mich, dass genau diese Punkte später offenbar gegen mich verwendet wurden.

Ein weiteres großes Problem war die uneinheitliche Einarbeitung. Nahezu jede Kollegin hatte ihre eigene Vorgehensweise. Was mir von einer Kollegin gezeigt wurde, war bei der nächsten plötzlich falsch. Statt einheitlicher Abläufe gab es unterschiedliche Erwartungen und teilweise widersprüchliche Anweisungen. Versuchte ich zu erklären, weshalb ich eine bestimmte Vorgehensweise gewählt hatte, wurde dies offenbar nicht immer positiv aufgenommen. Dabei wollte ich lediglich verstehen, welche Arbeitsweise die richtige ist.

Hinzu kam, dass die Einarbeitung durch die Homeoffice-Regelungen erheblich erschwert wurde. Häufig saß ich alleine im Büro, während mir Aufgaben aus der Ferne zugewiesen wurden. Natürlich konnte ich Kolleginnen und Kollegen telefonisch kontaktieren, was ich auch regelmäßig tat. Allerdings waren diese nicht immer erreichbar oder reagierten teilweise genervt auf Rückfragen. Gerade als neue Mitarbeiterin ist man auf Unterstützung, klare Ansprechpartner und eine strukturierte Einarbeitung angewiesen.

Auch vereinbarte Anwesenheitstage wurden aus meiner Sicht nicht immer zuverlässig eingehalten. Dadurch musste eine andere Kollegin kurzfristig meine Einarbeitung übernehmen, obwohl sie selbst bereits mit ihren eigenen Aufgaben ausgelastet war. Dass unter solchen Bedingungen eine vernünftige und kontinuierliche Einarbeitung schwierig ist, sollte eigentlich nachvollziehbar sein.

Offenbar unterlief mir ein Fehler erneut. Anstatt jedoch das Gespräch mit mir zu suchen, die Ursache zu klären und gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, entschied man sich für die Kündigung. Wir sprechen hier von einer Beschäftigungsdauer von nicht einmal drei Monaten, in denen man sich noch mitten in der Einarbeitung befindet.

Besonders irritierend fand ich die Aussage im Kündigungsgespräch: *„Wir kündigen Sie jetzt, nicht dass Sie sich ausgenutzt vorkommen.“* Diese Aussage hat mich sprachlos gemacht und wirft für mich mehr Fragen auf, als sie beantwortet.

Bemerkenswert finde ich außerdem, dass die Stelle meines Wissens anschließend weder erneut ausgeschrieben noch neu besetzt wurde. Ob hierfür wirtschaftliche oder organisatorische Gründe eine Rolle gespielt haben, kann ich nicht beurteilen. Die Frage bleibt für mich jedoch offen.

Rückblickend habe ich den Eindruck, dass meine Erwartungen an eine strukturierte Einarbeitung, verlässliche Unterstützung und offene Kommunikation nicht erfüllt wurden. Vielleicht war es auch nicht erwünscht, dass ich bestehende Abläufe hinterfragt und Unklarheiten angesprochen habe.

Wer neue Mitarbeiter einstellt, sollte auch bereit sein, Zeit und Ressourcen in deren Einarbeitung zu investieren. Unterschiedliche Anweisungen, fehlende Ansprechpartner und eine unzureichende Kommunikation dürfen meiner Meinung nach nicht am Ende allein dem neuen Mitarbeiter angelastet werden.

Ich hätte mir mehr Offenheit, ein klärendes Gespräch und vor allem eine faire Chance gewünscht, mich in die Position einzuarbeiten. Stattdessen blieb bei mir das Gefühl zurück, dass Probleme lieber durch eine Kündigung gelöst wurden, als gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Wertschätzung zeigt sich nicht nur bei der Einstellung, sondern vor allem darin, wie man mit Menschen umgeht, wenn Schwierigkeiten auftreten.

Verbesserungsvorschläge

- Einheitliche Einarbeitung: Klare Abläufe und Standards schaffen, damit neue Mitarbeiter nicht von jedem Kollegen unterschiedlich eingelernt und anschließend für die Vorgehensweise kritisiert werden.
- Offene Kommunikation: Probleme direkt und rechtzeitig ansprechen, statt sie erst bei einer Kündigung als Begründung aufzuführen.
- Konstruktive Fehlerkultur: Neuen Mitarbeitern zugestehen, dass während der Einarbeitung Fehler passieren dürfen. Fehler sollten besprochen und nicht sofort zum Kündigungsgrund werden.
- Versprechen einhalten: Angesprochene Probleme und Verbesserungsvorschläge ernst nehmen und zugesagte Maßnahmen tatsächlich umsetzen.
- Realistische Erwartungen: Von neuen Mitarbeitern nicht erwarten, dass sie innerhalb weniger Wochen sämtliche Abläufe perfekt beherrschen.
- Kritikfähigkeit verbessern: Sachliche Rückfragen und begründete Erklärungen nicht als Widerstand auffassen, sondern als Interesse und Bereitschaft, Abläufe zu verstehen.
- Führungskompetenz stärken: Vorgesetzte sollten unterschiedliche Anweisungen innerhalb des Teams erkennen und für klare Strukturen sorgen, statt die Verantwortung neuen Mitarbeitern zuzuschieben.
- Mehr Wertschätzung: Mitarbeiter nicht nur einstellen, sondern ihnen auch eine faire Chance geben, sich zu entwickeln und im Unternehmen anzukommen.
- Transparente Entscheidungen: Kündigungsgründe nachvollziehbar kommunizieren und vorher das persönliche Gespräch suchen.
- Ehrlichkeit gegenüber Mitarbeitern: Wenn sich betriebliche Anforderungen oder der Personalbedarf ändern, sollte dies offen angesprochen werden.

Mein wichtigster Verbesserungsvorschlag: Weniger widersprüchliche Erwartungen, weniger leere Versprechungen und dafür mehr ehrliche Kommunikation, klare Strukturen und ein fairer Umgang mit neuen Mitarbeitern.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt kam pünklich

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Hier sehe ich noch deutliches Verbesserungspotenzial. Viele Schreiben und Mitteilungen könnten den Versicherten direkt und digital über die App zur Verfügung gestellt werden, wie es bei anderen Krankenkassen bereits praktiziert wird. Dadurch ließen sich große Mengen an Papier, Druckkosten und Postversand einsparen, was sowohl der Umwelt als auch der Wirtschaftlichkeit zugutekäme.

Mein Eindruck ist, dass die AOK aufgrund früherer Vorfälle im Bereich Datenschutz und Digitalisierung noch immer sehr zurückhaltend agiert. Datenschutz ist selbstverständlich wichtig, sollte aber einer modernen, sicheren und umweltfreundlichen Kommunikation nicht grundsätzlich im Wege stehen.

Umgang mit älteren Kollegen

Auch der Umgang mit älteren Kollegen hat mich teilweise nachdenklich gestimmt. Ich habe erlebt, dass über ältere Mitarbeiter belächelnd gesprochen wurde, wenn sie krankheitsbedingt fehlten oder sich nur noch für die Vormittagsstunden zur Arbeit meldeten. Gerade von einem Arbeitgeber im Gesundheitswesen hätte ich hier mehr Verständnis, Rücksichtnahme und Wertschätzung erwartet.

Vorgesetztenverhalten

Gute Führung bedeutet für mich nicht nur, Erwartungen zu stellen und Fehler aufzuzeigen, sondern auch zuzuhören, Orientierung zu geben, Kritik anzunehmen und Mitarbeitern eine faire Chance zur Weiterentwicklung zu bieten.

Arbeitsbedingungen

Bei der technischen Ausstattung besteht aus meiner Sicht deutlicher Modernisierungsbedarf. Teilweise werden noch kabelgebundene Mäuse und Headsets verwendet, obwohl es mittlerweile flexiblere und komfortablere Lösungen gibt.

Deutlich problematischer empfand ich jedoch die mangelnde Zuverlässigkeit der eingesetzten Programme. Regelmäßige Systemabstürze und lange Wartezeiten, bis die Anwendungen wieder funktionierten, erschwerten den Arbeitsalltag unnötig und führten zu vermeidbaren Verzögerungen.

Auch die Umstellung der Telefonanlage verlief nicht reibungslos und brachte zusätzliche Schwierigkeiten mit sich.

Gleichberechtigung

Beim Thema Gleichstellung und Gleichberechtigung sehe ich deutlichen Verbesserungsbedarf. Für mich selbst galt eine Gleichstellung, weshalb ich mir einen besonders sensiblen, fairen und respektvollen Umgang gewünscht hätte.

Besonders enttäuschend empfand ich den Umgang mit meiner Kündigung während der Probezeit. Meines Wissens fand im Vorfeld kein klärendes Gespräch unter Einbeziehung der zuständigen Stellen, etwa der Personalabteilung, des Betriebsrats oder der für die Gleichstellung zuständigen Interessenvertretung, mit mir statt. Zumindest wurde mir eine solche Beteiligung nicht transparent gemacht.

Gerade bei Mitarbeitern mit einer anerkannten Gleichstellung hätte ich mir gewünscht, dass mögliche Schwierigkeiten frühzeitig angesprochen, gemeinsam Lösungen gesucht und die besonderen Umstände angemessen


Arbeitsatmosphäre

Image

Work-Life-Balance

Karriere/Weiterbildung

Kollegenzusammenhalt

Kommunikation

Interessante Aufgaben

2Hilfreichfinden das hilfreich3Zustimmenstimmen zuMeldenTeilen
Loading...
Puls

Bewertungen zeigen das große Ganze. Puls zeigt den Moment.

Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.