Leider Enttäuscht und mehr erhofft.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre empfinde ich insgesamt als belastend. Obwohl man engagiert, fleißig und sorgfältig arbeitet, steht man ständig unter erheblichem Zeitdruck. Zudem hat man häufig das Gefühl, bevormundet zu werden, anstatt eigenverantwortlich arbeiten zu können.
Es wird vergleichsweise schnell mit Abmahnungen gedroht oder diese auch wegen aus meiner Sicht eher geringfügiger Vorfälle ausgesprochen. Dadurch entsteht ein Klima der Unsicherheit, das sich negativ auf die Motivation auswirkt. Außerdem entsteht der Eindruck, dass selbstständiges Denken und eigenverantwortliches Handeln nicht erwünscht sind.
Die Zusammenarbeit im Team ist unterschiedlich. Mit einigen Kolleginnen und Kollegen funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut und ist von gegenseitiger Unterstützung geprägt. Andere hingegen handeln eher eigenorientiert, was die Teamarbeit erschwert.
Image
Mein Empfinden ist, dass nach außen hin alles sehr gut aussieht – man sieht zum Beispiel dieses überdimensionierte Betriebsrestaurant –, aber im Inneren läuft nicht alles so rund, wie man vielleicht denkt.
Work-Life-Balance
Eine ausgewogene Work-Life-Balance ist in diesem Unternehmen nur eingeschränkt möglich. Der Arbeitsalltag ist häufig von hohem Zeitdruck und einer hohen Arbeitsbelastung geprägt. Die Erwartungen an die Mitarbeitenden sind sehr hoch, während auf die persönliche Belastung und Gesundheit aus meiner Sicht nur wenig Rücksicht genommen wird. Dadurch fällt es schwer, Beruf und Privatleben langfristig in Einklang zu bringen und ausreichend Erholung zu finden.
Besonders enttäuschend war für mich der Umgang mit krankheitsbedingten Ausfällen. Anstatt Verständnis oder Unterstützung zu erfahren, hatte ich den Eindruck, dass eine Erkrankung eher zu Nachteilen führt. In meinem Fall hatte ich das Gefühl, dass meine krankheitsbedingte Situation letztlich dazu beigetragen hat, dass mein Arbeitsverhältnis beendet wurde. Wertschätzung und Fürsorge gegenüber den Mitarbeitenden habe ich in dieser Hinsicht leider vermisst.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Sozialbewusstsein des Unternehmens habe ich als wenig mitarbeiterorientiert erlebt. Aus meiner Sicht wird zwar häufig von einem familiären Arbeitsumfeld gesprochen, meine persönlichen Erfahrungen entsprachen diesem Eindruck jedoch nicht. Als ich krankheitsbedingt ausfiel, hatte ich nicht das Gefühl, dass das Gespräch oder eine gemeinsame Lösung im Vordergrund standen. Stattdessen entstand bei mir der Eindruck, dass meine Erkrankung letztlich zu meiner Kündigung beigetragen hat. Verständnis oder Unterstützung habe ich in dieser Situation leider vermisst.
Karriere/Weiterbildung
Ich habe oft nach Weiterbildung gefragt, aber manchmal hat man das Gefühl, dass einige das nicht wirklich unterstützen wollen. Vielleicht aus Angst, dass man ihnen den Rang ablaufen könnte. Ein Teamleiter hätte ja zumindest etwas Kleines anbieten können, zum Beispiel eine Weiterbildung zum Ersthelfer oder einen Office-Lehrgang oder Ähnliches. Es hat ja niemand verlangt, gleich zum Geschäftsführer aufzusteigen. Schade, dass nicht einmal so etwas angeboten worden ist.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist insgesamt eher schwach ausgeprägt. Zwar gibt es einige Kolleginnen und Kollegen, mit denen die Zusammenarbeit sehr gut funktioniert und die sich gegenseitig unterstützen, jedoch ist dies leider nicht die Regel. Meiner Erfahrung nach sind viele Mitarbeitende in erster Linie auf den eigenen Vorteil bedacht, wodurch echter Teamgeist und gegenseitige Unterstützung häufig zu kurz kommen.
Zudem habe ich erlebt, dass insbesondere manche langjährigen Mitarbeitenden neuen oder jüngeren Kolleginnen und Kollegen nicht immer mit dem nötigen Respekt und der angemessenen Wertschätzung begegnen. Dies betrifft zwar nicht alle, kommt jedoch häufig genug vor, um das Arbeitsklima spürbar zu belasten. Ein respektvollerer Umgang sowie ein stärkeres Miteinander würden die Zusammenarbeit und das Betriebsklima deutlich verbessern.
Umgang mit älteren Kollegen
Nach meiner Wahrnehmung werden langjährige oder ältere Kolleginnen und Kollegen häufig mit körperlich leichteren oder weniger anspruchsvollen Aufgaben eingesetzt. Grundsätzlich ist das für mich nachvollziehbar und auch in Ordnung. Allerdings entsteht dadurch teilweise der Eindruck, dass die anspruchsvolleren oder belastenderen Tätigkeiten überwiegend von den übrigen Mitarbeitenden übernommen werden müssen, was nicht immer als ausgewogen empfunden wird.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten empfand ich überwiegend als wenig wertschätzend und kaum motivierend. Anstatt Vertrauen in die Mitarbeitenden zu setzen, wurden viele Arbeitsabläufe eng kontrolliert und häufig hinterfragt. Eigenverantwortliches Arbeiten war nur eingeschränkt möglich, da man oft das Gefühl hatte, bevormundet zu werden.
Auffällig war zudem, dass sowohl von Vorgesetzten als auch von Teamleiterseite das Thema Abmahnung häufig zur Sprache gebracht wurde. Bereits bei kleineren Fehlern oder Unstimmigkeiten wurde schnell mit einer Abmahnung gedroht oder diese als mögliche Konsequenz in den Raum gestellt. Dadurch entstand ein Klima der Unsicherheit und des Drucks, anstatt Probleme konstruktiv und lösungsorientiert anzugehen.
Kritik wurde schnell und deutlich geäußert, Lob oder Anerkennung für gute Leistungen hingegen nur selten. Zudem entstand häufig der Eindruck, dass Entscheidungen wenig transparent waren und die Anliegen der Mitarbeitenden nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Ein respektvoller, offener und konstruktiver Führungsstil würde aus meiner Sicht wesentlich zu einem besseren Arbeitsklima beitragen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen haben meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Im Arbeitsalltag kam es regelmäßig zu Problemen mit der technischen Ausstattung. Mal funktionierten Drucker nicht, dann fielen PC-Terminals aus oder es standen nicht genügend Arbeitsgeräte zur Verfügung, sodass sich mehrere Mitarbeitende ein Gerät teilen mussten. Solche Einschränkungen erschwerten die tägliche Arbeit unnötig und führten immer wieder zu Verzögerungen.
Von einem Unternehmen, das sich als attraktiver bzw. führender Arbeitgeber präsentiert, hätte ich eine deutlich zuverlässigere und modernere Arbeitsausstattung erwartet. Eine funktionierende technische Infrastruktur sollte selbstverständlich sein und würde den Arbeitsalltag erheblich erleichtern.
Kommunikation
Die Kommunikation ist häufig einseitig und wenig wertschätzend. Kritik wird überwiegend von oben nach unten weitergegeben, während Anregungen oder Verbesserungsvorschläge der Mitarbeitenden kaum berücksichtigt werden. Entscheidungen werden oft nicht ausreichend erklärt, wodurch Unsicherheiten entstehen. Insgesamt fehlt es an einem offenen und respektvollen Austausch auf Augenhöhe, was die Zusammenarbeit zusätzlich erschwert.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist in Ordnung, aber für die teilweise wirklich körperlich anstrengende Arbeit meiner Meinung nach zu niedrig. Wenn man im Dreischichtsystem arbeitet, ist man außerdem stark von den Schichtzulagen abhängig. Zieht man diese ab, fällt das eigentliche Grundgehalt eher ernüchternd aus.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben empfand ich persönlich als wenig abwechslungsreich. Viele Tätigkeiten wiederholen sich regelmäßig, sodass die Arbeit nach einiger Zeit sehr monoton wird. Für mich gab es daher nur wenige wirklich interessante oder herausfordernde Aufgaben. Das ist natürlich auch eine Frage der persönlichen Erwartungen und kann von anderen Mitarbeitenden anders wahrgenommen werden. Wer jedoch Wert auf abwechslungsreiche Tätigkeiten und neue Herausforderungen legt, könnte hier auf Dauer unterfordert sein.

