Vorneherum nett, hintenrum Druck
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Druck und Nötigung: Mir wurde ein Aufhebungsvertrag aufgezwungen, während Kollegen danebensaßen und Druck ausübten („Unterschreib einfach, passiert schon nichts“). Bedenkzeit wurde verweigert und belächelt.
Unbezahlte Zeiten & Unverhältnismäßigkeit: Der Anreisetag (Sonntag) wurde nicht bezahlt. Täglich ca. 12 Stunden Einbindung (08:00 bis 20:00 Uhr inkl. Abendschulungen), aber es werden nur 8 Stunden vergütet. Anreisekosten wurden nicht übernommen.
Heuchelei beim Thema Geld: Beim Recruiting wird mit hohen Verdienstmöglichkeiten und Provisionen gelockt. Fragt man vor Ort ehrlich nach konkreten Zahlen, wird es als „falsches Mindset“ abgestempelt und behauptet, es ginge nicht ums Geld.
Unprofessioneller Umgang mit Kritik: Ein Feedback-Telefonat nach der Kündigung wurde mitten im Gespräch aufgelegt oder die Leitung ist unterbrochen, als ich ehrliche Kritik geäußert habe. Auf spätere Rückrufe wurde nicht mehr reagiert.
Unnatürlicher Arbeitsdruck: Am Stand muss man jede Sekunde Passanten ansprechen. 1–2 Minuten Durchatmen wird negativ gesehen. Passanten sollen starr nach Leitfaden bedrängt werden.
Fragwürdige Vertragsklauseln: Klauseln wie eine angeblich 1-tägige Kündigungsfrist im Arbeitsvertrag wirken rechtlich mehr als zweifelhaft.
Mangelnde Flexibilität und Lösungsbereitschaft: Ich habe vor Ort sogar angeboten, die reguläre Arbeit am Stand weiterzumachen und auf die Abendschulungen zu verzichten. Dieser Vorschlag wurde jedoch komplett abgelehnt und stattdessen weiter Druck bezüglich des Aufhebungsvertrages aufgebaut.
Verbesserungsvorschläge
Ehrlichkeit bei Arbeits- und Präsenzzeiten: Alle geleisteten Stunden (inkl. Anreise am Sonntag, Fahrzeiten und Abendschulungen) müssen transparent und vollständig vergütet werden.
Professioneller und fairer Umgang bei Trennungen: Mitarbeitern muss Zeit gegeben werden, Verträge zu prüfen. Druckausübung im Team und das Vorhalten falscher Tatsachen bei Aufhebungsverträgen sind inakzeptabel.
Weniger Heuchelei: Wenn mit Provisionen und Verdienst geworben wird, sollte man auch offen und ohne Scheinheiligkeit über Zahlen sprechen dürfen, anstatt so zu tun das man nur da ist weil einen Menschen sehr wichtig sind
Menschlichkeit am Stand zulassen: Mitarbeitern mehr Spielraum geben, anstatt sie auf künstliche Leitfäden und pausenloses Ansprechen ohne Rücksicht auf die Situation der Passanten zu drillen.
Arbeitsatmosphäre
Exzessiver Druck und Dauer-Pushing. Es wird von „Mindset“ und High-Performance geredet, als wäre man bei Wolf of Wallstreet, was extrem aufgesetzt wirkt. Am Stand muss man jede einzelne Sekunde Passanten ansprechen. Wenn man mal 1 bis 2 Minuten kurz durchatmet, wird das sofort negativ gesehen. Man wird am Anfang gezwungen, starr nach Leitfaden zu arbeiten, selbst wenn es völlig unnatürlich wirkt.
Image
Nach außen hin stark gepusht, das man sich für Menschenrechte, Kinder etc. einsetzt- In der Realität geht es nur darum, Zahlen um jeden Preis zu generieren
Work-Life-Balance
Nicht vorhanden. Mir haben genau 2 Tage gereicht, um zu sehen, wie hier mit der Zeit der Mitarbeiter umgegangen wird. Der Anreisetag (Sonntag) wurde überhaupt nicht bezahlt, nicht einmal das Zugticket für die Hinreise, obwohl man Sonntag geschult wird.
Am Montag sind wir gegen 08:30 Uhr losgefahren und gegen 20:00 Uhr wieder in der Unterkunft angekommen, wo abends noch nachgeschult wird. Bezahlt werden pauschal aber nur 8 Stunden. Im Arbeitsvertrag schreiben die aber das Überstunden nicht zu leisten sind.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In meinen Augen höchst bedenklich. Passanten werden am Stand extrem emotionalisiert und unter Druck gesetzt. Selbst bei manchen Menschen die es sich nicht leisten können wird verlangt, weiter zu bohren, um Spenden herauszupressen. Das hat nichts mit ehrlicher gemeinnütziger Arbeit zu tun.
Kollegenzusammenhalt
Anfangs wird eine aufgesetzte Gruppendynamik erzeugt. Sobald man jedoch Dinge hinterfragt oder das Gespräch sucht, kippt die Stimmung sofort. Im Gespräch bezüglich des Aufhebungsvertrags saßen die Kollegen daneben und haben gemeinsam Druck aufgebaut, ich hatte das Gefühl ich wurde belächelt als ich meinte das ich mich erstmal informieren will über die Konsequenzen des Aufhebungsvertrages
Vorgesetztenverhalten
Die Leitung wirkte zwar vordergründig nett, hat mich jedoch massiv unter Druck gesetzt und behauptet, ein Aufhebungsvertrag sei alternativlos und die einzige Möglichkeit. Ich glaube aber, das sie auch druck von Ihrem Vorgesetzen bekommen hat, mich den Aufhebungsvertrag unterschreiben zu lassen. Als ich Bedenken äußerte und mir erst Bedenkzeit nehmen wollte, hat ich das Gefühl, dass das nicht erwünscht war. Die Danebensitzenden Kollegen meinten ich soll einfach unterschreiben und es wird nichts schlimmes passieren (In Hinsicht auf den Antrag auf Arbeitslosengeld). Durch diesen Aufhebungsvertrag wurde jedoch mein Antrag auf Arbeitslosengeld abgelehnt, bzw. es gibt eine Sperrzeit. Es gab auch ein Feedbackgespräch, wegen meiner Kündigungsumstände. Als ich sachlich und ehrlich die Kritikpunkte geschildert habe, wurde im Gespräch entweder aufgelegt oder die Leitung ist unterbrochen. Auf meine Rückrufversuche wurde nicht reagiert.
Arbeitsbedingungen
Extrem hoher Druck und fragwürdige Vertragsklauseln (wie etwa eine angebliche Kündigungsfrist von nur 1 Tag im Arbeitsvertrag). Anreisekosten wurden nicht übernommen und die enorme Präsenz vor Ort steht in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Bezahlung.
Kommunikation
Rückblickend absolut unaufrichtig. Es werden unrealistische Versprechungen gemacht z.B das der Aufhebungsvertrag keine Auswirkungen auf den Arbeitslosengeldantrag hat. Zudem wirkten die Kollegen ein bisschen so als hätten sie eine Maske aufgesetzt. Im Recruiting und im Bewerbungsgespräch wird mit hohen Verdienstmöglichkeiten und Provisionen geködert. Spricht man das Thema Bezahlung oder Provision vor Ort mit den Kollegen an, wird man direkt als gierig abgestempelt und es wird heuchlerisch behauptet, es ginge nicht ums Geld, sondern um den sozialen Aspekt, was für mich wenig Sinn macht da das Gehalt dort stark auf Provision ausgelegt ist und mit diesen hohen Provisionen geworben wird. Keiner ist dort um 10 oder mehr Stunden am Tag zu arbeiten nur damit man für 8 stunden mit dem Mindestlohnbezahlt wird.
Gehalt/Benefits
Unvergüteter Sonntag, unbezahlte Überstunden und keine Erstattung der Anreise. Effektiv sehr geringer Stundenlohn. Durch Provisionen kann man schon gut dazuverdienen jedoch hängt das wirklich vom Standort/Stadt des Standes ab.
Interessante Aufgaben
Sehr eintönig und unnatürlich. Man wird gezwungen, starr nach Skript und Leitfaden zu arbeiten, selbst wenn es völlig künstlich wirkt. Am Stand muss man jede einzelne Sekunde Passanten ansprechen – 1 bis 2 Minuten Durchatmen wird sofort negativ gesehen. Man hat jedoch mit manchen Passanten interessante Gespräche führen können.

