Nach außen starke Werte, im Arbeitsalltag nicht immer gelebt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die insgesamt ordentliche Vergütung und die verschiedenen Benefits. Positiv sind außerdem flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit zum Homeoffice sowie der wertschätzende Umgang mit langjährigen und älteren Mitarbeitenden. Je nach Bereich gibt es zudem interessante Aufgaben und einen guten Zusammenhalt unter den Kollegen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die starke Abhängigkeit vieler Themen von der jeweiligen Führungskraft. Entwicklungsmöglichkeiten, Zusammenarbeit und Flexibilität können dadurch sehr unterschiedlich ausfallen. Kritisch sehe ich außerdem die teilweise wenig offene Kommunikationskultur, den Einfluss persönlicher Netzwerke und die hohe Fluktuation. Zwischen den nach außen kommunizierten Unternehmenswerten und der tatsächlich erlebten Unternehmenskultur besteht aus meiner Sicht teilweise eine deutliche Diskrepanz.
Verbesserungsvorschläge
Mehr in professionelle Führungskräfteentwicklung investieren, idealerweise auch durch externe Schulungen. Entscheidungen zu Entwicklungsmöglichkeiten, Gehalt und Aufgabenverteilung sollten transparenter und stärker nach nachvollziehbaren, einheitlichen Kriterien getroffen werden. Zudem wäre eine offenere Kommunikationskultur wünschenswert, in der mehr miteinander statt übereinander gesprochen wird. Die nach außen kommunizierten Unternehmenswerte sollten im Arbeitsalltag konsequenter gelebt werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich häufig als recht laut und unruhig empfunden. Auch zwischenmenschlich war die Stimmung nicht immer angenehm. Gespräche über Kollegen und interne Themen nahmen teilweise viel Raum ein.
Image
Nach meiner Wahrnehmung hat das Image des Unternehmens in den vergangenen Jahren gelitten. Auffällig ist zudem eine vergleichsweise hohe Fluktuation. Gleichzeitig präsentiert sich das Unternehmen nach außen mit vielen positiven Werten. Im Arbeitsalltag habe ich jedoch teilweise eine deutliche Diskrepanz zwischen diesen kommunizierten Werten und der tatsächlich gelebten Unternehmenskultur wahrgenommen.
Work-Life-Balance
Homeoffice ist nach Absprache an bis zu zwei Tagen pro Woche möglich, außerdem gibt es Gleitzeit. Wie flexibel diese Möglichkeiten tatsächlich genutzt werden können, hängt jedoch stark von der jeweiligen Führungskraft ab. Während einige Mitarbeitende viel Spielraum haben, sind die Möglichkeiten für andere deutlich eingeschränkter.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten sind aus meiner Sicht stark von der jeweiligen Führungskraft abhängig. Dabei entsteht teilweise der Eindruck, dass persönliche Nähe und Sympathie einen erheblichen Einfluss darauf haben, welche Möglichkeiten Mitarbeitende erhalten. Fachliche Kompetenz und Leistung scheinen dadurch nicht immer die entscheidenden Kriterien für Weiterentwicklung und Karrierechancen zu sein.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung ist insgesamt ordentlich und es werden verschiedene Benefits angeboten, unter anderem Zuschüsse zu Mobilität und Fitness sowie täglich frisches Obst, Kaffee und Tee. Bei Gehaltsentwicklungen entsteht allerdings teilweise der Eindruck, dass diese nicht immer nach transparenten und einheitlichen Kriterien erfolgen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ein besonders ausgeprägtes Umweltbewusstsein war für mich im Arbeitsalltag nicht erkennbar. Beispielsweise wird weiterhin vergleichsweise viel gedruckt. Positiv sind Angebote zur Förderung alternativer Mobilität. Ein besonderes gesellschaftliches oder soziales Engagement ist mir während meiner Zeit im Unternehmen weder positiv noch negativ aufgefallen.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist stark von der jeweiligen Abteilung abhängig. In einigen Bereichen funktioniert die Zusammenarbeit gut, in anderen ist das Miteinander deutlich schwieriger. Bereits in den ersten Tagen wurde von Kollegen darauf hingewiesen, gut darauf zu achten, welche Informationen man mit wem teilt. Das empfand ich für ein vertrauensvolles Arbeitsumfeld als wenig förderlich.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere und insbesondere langjährige Mitarbeitende werden meiner Wahrnehmung nach sehr wertschätzend und respektvoll behandelt. Langjährige Betriebszugehörigkeit wird sichtbar anerkannt.
Vorgesetztenverhalten
Die Qualität der Führung ist sehr unterschiedlich und stark davon abhängig, für wen man arbeitet. Aus meiner Sicht fehlt es teilweise an zeitgemäßer und professioneller Führung. Besonders sinnvoll wären regelmäßige, extern durchgeführte Führungskräftetrainings. Im Vergleich zu anderen Unternehmen habe ich hier deutlichen Entwicklungsbedarf wahrgenommen. Teilweise habe ich Führungsverhalten zudem eher als autoritär denn als unterstützend und wertschätzend erlebt.
Arbeitsbedingungen
Die teilweise vorhandenen Großraumbüros sorgen für einen recht hohen Geräuschpegel und entsprechend viel Unruhe. Es stehen zwar Telefonkabinen für Gespräche zur Verfügung, deren Schalldämmung ist jedoch aus meiner Sicht nicht ausreichend, sodass Gespräche teilweise auch außerhalb noch wahrgenommen werden können.
Kommunikation
Die Kommunikation zu fachlichen und organisatorischen Themen war aus meiner Sicht häufig ausbaufähig. Gleichzeitig wurde vergleichsweise viel übereinander statt miteinander gesprochen, was eine offene und konstruktive Kommunikation zusätzlich erschwert hat.
Gleichberechtigung
Aus meiner Wahrnehmung spielen persönliche Netzwerke bei Besetzungen und Entwicklungsmöglichkeiten teilweise eine große Rolle. Insbesondere bestehende Kontakte scheinen dabei mitunter stärker ins Gewicht zu fallen als die fachliche Eignung. Dadurch entsteht nicht immer der Eindruck, dass Entscheidungen ausschließlich nach Kompetenz und Leistung getroffen werden.
Interessante Aufgaben
Grundsätzlich gibt es interessante und abwechslungsreiche Aufgaben. Allerdings können auch Tätigkeiten übertragen werden, die außerhalb des eigentlichen Aufgabenbereichs liegen. Individuelle Absprachen und geäußerte Bedenken werden dabei nicht immer ausreichend berücksichtigt. Dadurch kann die grundsätzlich interessante Tätigkeit an Attraktivität verlieren.

