1 Bewertung von Mitarbeiter:innenkununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
Ihr Unternehmen?
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Ich bedaure diese Entwicklung tatsächlich.
Wäre meine Beschäftigung einige Jahre früher zu Ende gegangen, hätte ich vermutlich eine überwiegend positive Bewertung geschrieben. Ich habe viele Jahre gerne dort gearbeitet, mich stark mit dem Unternehmen identifiziert und einen erheblichen Teil meines Berufslebens dort verbracht.
Umso bitterer ist mein Fazit über meine letzten Jahre.
Aus einem kleinen Unternehmen, für das ich mich gerne eingesetzt habe, wurde für mich ein Arbeitsplatz, bei dem Personalabbau, steigende Belastung, mangelnde Kommunikation und schließlich der Umgang mit meinem Ausscheiden jedes verbliebene Vertrauen zerstört haben.
Deshalb kann ich den Arbeitgeber aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen der letzten Jahre nicht empfehlen.
Bewerbern, die besonderen Wert auf ein möglichst stressarmes Arbeitsumfeld legen, würde ich aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen eher eine Tätigkeit im Kampfmittelräumdienst oder als Fluglotse empfehlen.
Fazit 1 von 5 Sterne: Gerne niemals wieder
Personalbedarf sollte idealerweise erkannt werden, bevor die verbliebenen Mitarbeiter feststellen, dass Schlaf ebenfalls eine Form der Personalplanung darstellt.
Verantwortung sollte mit den notwendigen Befugnissen und einer angemessenen Vergütung verbunden sein.
Probleme sollten offen angesprochen werden, bevor sie eskalieren.
Vereinbarungen sollten eingehalten werden.
Und wenn ein langjähriger Mitarbeiter nach mehr als 15 Jahren das Unternehmen verlässt, sollte das vielleicht nicht in einem arbeitsgerichtlichen Verfahren enden.
Mit immer weniger Personal wurde versucht, immer mehr Aufgaben zu bewältigen. Frei nach dem Motto: Wenn vier Entwickler Arbeit für vier Entwickler erledigen können, müssten zwei Entwickler mit ausreichend Motivation ebenfalls Arbeit für vier Entwickler schaffen.
Diese Rechnung hat sich in der Praxis als überraschend fehleranfällig erwiesen.
Die Arbeitsbelastung nahm entsprechend immer weiter zu. Wochen mit sehr vielen Überstunden, Arbeit am Wochenende sowie Einsätze an Sonn- und Feiertagen gehörten für mich zeitweise zum normalen Alltag.
Die Wochenarbeitszeit im Arbeitsvertrag ist eher eine Richtlinie, die auf keinen Fall unterschritten wird. Im Alltag bewegte ich mich meist 10-20% drüber, in Ausnahmefällen (von denen es fairerweise nicht soooo viele gab) waren es aber auch mal 50% (und höher) mehr.
Immerhin habe ich auf diese Weise gelernt, dass eine Woche erstaunlich viele Stunden besitzt, wenn man Freizeit und Schlaf lediglich als unverbindliche Empfehlung betrachtet.
Siehe Arbeitsatmosphäre.
Eine Balance setzt üblicherweise voraus, dass sich auf beiden Seiten der Waage etwas befindet.
Wer gerne sehr schnell sehr viel Verantwortung übernehmen möchte, findet hier möglicherweise ausgezeichnete Voraussetzungen.
Wenn genügend Kollegen das Unternehmen verlassen und keine entsprechenden Nachfolger eingestellt werden, können sich Aufgabenbereiche in beeindruckender Geschwindigkeit erweitern.
Man sollte lediglich darauf achten, dass Verantwortung, Entscheidungsbefugnisse, verfügbare Ressourcen und Vergütung gelegentlich unterschiedliche Vorstellungen davon entwickeln können, wie eng sie zusammengehören.
Die Kollegen waren für mich über weite Teile meiner Beschäftigung einer der größten Pluspunkte.
Gerade unter hoher Belastung funktionierte die Zusammenarbeit untereinander häufig sehr gut. Viele ehemalige und damalige Kollegen habe ich fachlich wie persönlich sehr geschätzt.
Dass im Laufe der Jahre immer mehr erfahrene Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben, empfand ich deshalb umso bedauerlicher.
Hier fand aus meiner Sicht über die letzten Jahre die deutlichste Verschlechterung statt.
Nach vielen Jahren, in denen ich mich stark mit dem Unternehmen identifiziert hatte, war insbesondere der Umgang mit meiner Kündigung für mich ernüchternd.
Eine Kündigung ist natürlich für ein kleines Unternehmen unangenehm, insbesondere wenn über Jahre zu wenig personelle Redundanz geschaffen wurde. Die Verantwortung dafür liegt meiner Ansicht nach allerdings nicht beim kündigenden Arbeitnehmer.
Mein persönlicher Eindruck während dieser Phase war leider ein anderer.
Ich übernahm über die Jahre zunehmend Verantwortung und wurde schließlich sogar zum Prokuristen ernannt. Eine entsprechende Anpassung meiner Vergütung erfolgte damit aber nicht. Immerhin gab es Applaus. Als ich im Laden ein paar Zwiebeln kaufen wollte und gefragt hatte, was die in Applaus kosten, erntete ich nur Unverständnis.
Die Prokura legte ich ein Jahr später wieder nieder.
Nach über 15 Jahren Betriebszugehörigkeit hatte ich mir für meinen Abschied keinen roten Teppich gewünscht, ein professioneller und respektvoller Umgang miteinander wäre vollkommen ausreichend gewesen.
Leider lagen meine Erwartungen damit zu hoch.
Probleme wurden häufig erst behandelt, wenn sie nicht mehr zu ignorieren waren. Entscheidungen und wichtige Informationen wurden teilweise sehr spät oder gar nicht kommuniziert. Gleichzeitig wurde von den verbliebenen Mitarbeitern ein sehr hohes Maß an Flexibilität und persönlichem Einsatz erwartet, wenn wieder ein Projekt um die Ecke kam, von dem man als verantwortungsvoller Mitarbeiter eigentlich ja schon ewig weiß, aber es bisher halt ignoriert hat.
Besonders bemerkenswert wurde es am Ende meines Arbeitsverhältnisses.
Mein Arbeitgeber bestätigte mir schriftlich, dass mein Arbeitsverhältnis beendet sei. Aber kurz darauf wurde mir ebenfalls schriftlich mitgeteilt, dass mein Gehalt weiterhin einbehalten werde, bis eine aus Sicht des Unternehmens ausreichende Übergabe erfolgt sei.
Die ausstehenden Ansprüche waren anschließend Gegenstand eines arbeitsgerichtlichen Verfahrens.
Ich hätte mir nach mehr als 15 Jahren Betriebszugehörigkeit einen etwas weniger juristisch geprägten Abschied vorstellen können, ggf. mit Fokus auf "Totes Tier auf Grill legen und gemeinsam essen". Aber man soll bekanntlich offen für neue Erfahrungen bleiben.
Definitiv.
Die Softwareentwicklung im Apothekenumfeld ist fachlich anspruchsvoll, regulatorisch geprägt und bietet interessante technische Herausforderungen. Gerade Themen wie das E-Rezept waren anspruchsvoll und grundsätzlich spannend.
Das Problem waren für mich nie die Aufgaben selbst, sondern die Menge der Aufgaben im Verhältnis zu den Menschen, die noch da waren und damit auch der Ressourcen, die für die Umsetzung zur Verfügung standen.