Potenzial und Vertrauen verspielt, Führungskräfte teils ohne Führungserfahrung
Verbesserungsvorschläge
Ihr habt interne Möglichkeiten, euch Feedback zu holen, aber das wird größtenteils ignoriert. Es wurde ja abgeraten, "Kununu" als Plattform zu nutzen, aber so können wenigstens Externe mitbekommen, wie die Stimmung ist, bevor sie einen Vertrag unterschreiben.
Arbeitsatmosphäre
Argos ist seit der Übernahme durch Investoren zunehmend nur von Finance und Zahlen und KPI gesteuert. Es herrscht ein großer Druck, die aufgeblasenen Erwartungen, die den Investoren und dem Beirat versprochen wurden, zu erfüllen. Man ist mit dem Erreichen der Ziele überwiegend alleine gelassen.
Konflikte innerhalb werden tot geschwiegen.
Image
Stimmung intern ist sehr schlecht und wird auch vom Management durch ständig "schlechten Zahlen" befeuert. Einige Leute verlassen das Unternehmen vor Probezeit, Gründe dafür werden in der Kommunikation eher verschwiegen ("auf eigenen Wunsch"). Einige Kundenbeschwerden gehen in die Richtung "nicht das geliefert, was versprochen" oder "nur kostspielige Services verkauft worden".
Eine interne Runde an Mitarbeitern sollte die Kommunikation zwischen Management und Belegschaft fördern, von diesem Personenkreis hört man aber seit Gründung nichts.
Das Potenzial des Unternehmens wird mit sinnfreien "Corporate" Regeln und Mikro-Management verspielt.
Work-Life-Balance
Je nach Team sehr unterschiedlich. Einige berichten von Erreichbarkeit rund um die Uhr für Kunden und Vorgesetzte. Andere haben komplett freie Handhabe für ihre Zeit. Die Incident Reponse Leute müssen je nach Fall Überstunden leisten, und haben dann in "ruhigeren" Zeiten frei.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung ist notwendiges Übel für normale Mitarbeiter:innen. Man darf sich weiterbilden, solange es kein Budget kostet und sich mit Kundenanforderungen deckt. Je nach Position kaum "Aufstieg" möglich, Positionen zum Aufstieg (Management) werden größtenteils durch Externe besetzt.
Gehalt/Benefits
Je nach Position ausreichendes oder marktübliches Gehalt, aber darüber hinaus nichts Weltbewegendes. Vor kurzem wurde ein kleiner Obstkorb eingeführt (*facepalm*).
Im Büro gibt Kaffee und Getränke für umsonst. Es gibt Corporate Benefits und einen monatlichen 50€ Warengutschein.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim Sommerfest 2026 gab es BBQ: Unmengen an Fleisch verschiedener Tiere, geringste Haltungsstufe, und ein paar Beilagensalate. Ich würde sagen, viel Umwelt-Bewusstsein ist da nicht vorhanden :)
Es gab eine einmalige Spendenaktion für ein Münchner Waisenhaus, was finanziell maßgeblich durch die Mitarbeitenden getragen wurde.
Kollegenzusammenhalt
Zwischen den Mitarbeiter:innen gibt es viel Solidarität und Hilfe, aber das wird meiner Meinung nach stark torpediert durch Erwartungen, weniger Zeit mit Kollegen und mehr auf Kunden zu verbringen. Im Vertrieb wird der interne Konkurrenzkampf gelebt, daher werden oft alle möglichen Projekte und Kunden an Bord geholt, und die einzelnen Abteilungen dürfen zusehen, wie sie den Auftrag erfüllen.
Unverschämtes Verhalten, zugemüllte Büros etc wird regelmäßig intern angeprangert, vom Top Management aber vollkommen ignoriert.
Umgang mit älteren Kollegen
Hier schwierig zu sagen, ab wann Alter eine Rolle spielt. Viele langjährige Mitarbeiter:innen wurden im Zuge der Übernahme gekündigt, weitere haben auf eigenen Wunsch ihre Stelle verlassen. Es ist auf jeden Fall fast jede Altersstufe vertreten.
Vorgesetztenverhalten
Konflikte werden ignoriert oder auf Mitarbeiter abgewälzt (klärt das untereinander). Es sind bei nur wenig Leuten im Top Management spürbare Führungsskills vorhanden. Je nach Team hat man Glück mit dem eigenen Vorgesetzten, aber diese bekommen dennoch harte Vorgaben von oben, das heißt man bekommt mit, was "die da oben" mal wieder entschiedenen haben.
Arbeitsbedingungen
Das Büro in München ist riesig und voll ausgestattet, soweit ich das beurteilen kann. Ich habe nur die Erfahrung gemacht, dass der IT Support personell überfordert ist, wenn mal eine dringende Anfrage (kaputter Rechner etc) rein kommt. IT Zubehör ist sehr basic, nichts Besonderes.
Die genutzte Software ist eine Katastrophe. Man verbringt sehr viel Arbeitszeit damit, sich jeden Tag mehrmals in die Tools einzuloggen, mit 2-Faktor. Es sind eher schlechte Tools im Einsatz (z. B. ServiceNow), die Mehrheit beschwert sich regelmäßig darüber, aber "es wurde jetzt entschieden, dass wir das nutzen, also muss das jetzt". KI- und Automatisierung ist in den Kinderschuhen, da ist kaum Know How im Unternehmen vorhanden.
Büro in Freiburg ist ein Loch im Vergleich zu München.
Kommunikation
Es gibt alle 4 Wochen ein Town Hall, in der aktuelle Zahlen gezeigt werden, mit dem Hinweis, dass man noch nicht so gut ist wie erwartet. Entscheidungen von oben werden meist nicht erklärt, Widersprüche (Entscheidung faktisch nicht umsetzbar wegen zu wenig Aufträge / zu wenig Personal) werden nicht aufgelöst, sondern einfach hingenommen und ignoriert.
Gleichberechtigung
Ich habe wenige sexistische Kommentare auf einem Sommerfest mitbekommen. Sales wurde kurzzeitig fast vollständig von Frauen befreit (gekündigt). Die Frauenquote ist bei ca. 20 %. Aber davon sind auch einige im Top Management, also würde ich hier nicht pauschal sagen, dass keine Gleichberechtigung herrscht. Sicherlich sind die Arbeitsbedingungen nichts für werdende Väter oder Mütter.
Interessante Aufgaben
Grundsätzlich sind die Produkte und Services interessant. Man hat aber in einigen Teams keine wirkliche Handhabe darüber, was man machen muss. Ein KPI ist es, den Kunden so viel wie möglich Neues anzubieten und zu verkaufen.
