Vertrieb unter Dauerbeobachtung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Den ein oder anderen Kollegen, Homeoffice
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
* Es herrscht aus meiner Sicht eine Kultur des Misstrauens gegenüber den Mitarbeitenden.
* Der Druck auf die Mitarbeitenden ist extrem hoch, wobei ausschließlich die Zahlen zählen.
* Die Verteilung von Bestandskunden wirkt weder transparent noch gerecht.
* Reisezeiten werden faktisch als Freizeit behandelt, was die tatsächliche Arbeitsbelastung erheblich erhöht.
* Der Vertrieb erinnert für mich eher an ein Callcenter als an einen professionellen Außendienst. Täglich wird genau kontrolliert, wer wie viele Anrufe gemacht hat und welche Kennzahlen erreicht wurden..
* Menschlichkeit und Wertschätzung kommen aus meiner Sicht deutlich zu kurz.
Verbesserungsvorschläge
* Mehr Vertrauen in die Mitarbeitenden und weniger Kontrolle.
* Eine transparente und nachvollziehbare Verteilung von Kunden und Vertriebschancen.
* Reisezeiten fair als Arbeitszeit berücksichtigen.
* Den Fokus nicht ausschließlich auf Kaltakquise und Anrufzahlen legen, sondern auch nachhaltigen Vertrieb honorieren.
* Führungskräfte stärker für wertschätzende Mitarbeiterführung sensibilisieren und eine offene Feedbackkultur fördern.
* Gleichberechtigung im Arbeitsalltag stärker leben und die Erfahrung älterer Kolleginnen und Kollegen mehr wertschätzen.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre empfand ich als sehr angespannt. Es herrscht permanenter Erfolgsdruck und man hat ständig das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen. Wer seine Zahlen nicht liefert, steht schnell im Fokus. Ein motivierendes Arbeitsklima konnte ich nicht erkennen.
Kommunikation
Viele Entscheidungen wurden nicht nachvollziehbar erklärt. Informationen flossen überwiegend in eine Richtung. Transparenz und ehrlicher Dialog hätten meiner Meinung nach deutlich mehr Platz verdient.
Kollegenzusammenhalt
Mit vielen Kolleginnen und Kollegen habe ich gute Erfahrungen gemacht. Allerdings erschwert die Konkurrenzsituation und die aus meiner Sicht intransparente Kundenverteilung ein echtes Teamgefühl.
Work-Life-Balance
Im HO ok aber es wurde jeden Tag mehr verlang sodass Überstunden an der Tagesordnung sind
Vorgesetztenverhalten
Der Führungsstil wirkte auf mich sehr autoritär. Gespräche bestanden häufig eher aus langen Monologen als aus einem Austausch auf Augenhöhe. Kritik oder andere Meinungen waren aus meiner Sicht wenig gefragt. Bemerkungen über mögliche Kündigungen wurden teilweise scherzhaft geäußert, was ich als unangemessen empfand. Insgesamt entstand bei mir der Eindruck, dass Ergebnisse wichtiger sind als die Menschen dahinter.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben im Bereich Vertrieb sind grundsätzlich abwechslungsreich und bieten Potenzial. Leider wird dieser positive Aspekt durch die Unternehmenskultur, den hohen Druck, den starken Fokus auf Kaltakquise und die intensive Kontrolle der Vertriebskennzahlen aus meiner Sicht deutlich überschattet.
Gleichberechtigung
Aus meiner persönlichen Sicht wird Gleichberechtigung zwar nach außen betont, im Arbeitsalltag habe ich dies jedoch nicht immer so erlebt. Teilweise hatte ich den Eindruck, dass einzelne Mitarbeitende unterschiedlich behandelt werden und nicht für alle die gleichen Maßstäbe gelten. Eine wirklich offene und faire Unternehmenskultur konnte ich nicht erkennen.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit erfahrenen und älteren Kolleginnen und Kollegen hat auf mich nicht den Eindruck vermittelt, dass ihre Erfahrung besonders geschätzt wird. Statt von ihrem Wissen zu profitieren, schien der Fokus vor allem auf aktuellen Vertriebszahlen und kurzfristiger Performance zu liegen. Mehr Wertschätzung für Erfahrung und langjährige Kompetenz würde dem Unternehmen aus meiner Sicht guttun.
Arbeitsbedingungen
Die täglichen Arbeitsbedingungen sind durch intensive Kontrolle geprägt. Anrufzahlen, Kaltakquise und Kennzahlen stehen permanent im Mittelpunkt. Eigenverantwortliches Arbeiten tritt dadurch in den Hintergrund. Insgesamt empfand ich die Anforderungen als einseitig und belastend.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In meinem Arbeitsalltag spielte dieses Thema praktisch keine Rolle. Wirtschaftliche Ziele hatten eindeutig Vorrang.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt kann bei entsprechender Zielerreichung durchaus attraktiv sein. Allerdings ist der Preis dafür sehr hoch. Der permanente Leistungsdruck, die intensive Kontrolle und die hohe Erwartungshaltung relativieren die finanzielle Vergütung deutlich. Zusätzliche Benefits konnten für mich die Defizite bei Arbeitsatmosphäre, Führung und Work-Life-Balance nicht ausgleichen. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass gute Leistungen als selbstverständlich angesehen werden und Anerkennung überwiegend über Kennzahlen erfolgt.
Image
Das Unternehmen präsentiert sich nach außen als moderner und attraktiver Arbeitgeber. Im Arbeitsalltag habe ich dieses Bild jedoch nicht wiedergefunden. Zwischen Außendarstellung und interner Realität klafft aus meiner Sicht eine deutliche Lücke. Viele Versprechen hinsichtlich Unternehmenskultur, Wertschätzung und Zusammenarbeit konnte ich nicht nachvollziehen.
Karriere/Weiterbildung
Karrierechancen hängen aus meiner Sicht fast ausschließlich von den aktuellen Vertriebsergebnissen ab. Wer kurzfristig gute Zahlen liefert, wird wahrgenommen – langfristige Entwicklung, individuelle Förderung oder gezielte Weiterbildungsmaßnahmen spielen dagegen eine untergeordnete Rolle. Persönliche Entwicklungsgespräche oder ein klarer Karriereplan waren für mich nicht erkennbar. Statt Mitarbeitende langfristig aufzubauen, entsteht eher der Eindruck, dass kurzfristige Leistung wichtiger ist als nachhaltige Entwicklung.
