Gut am Arbeitgeber finde ich
Die grundsätzliche Idee hinter Argos finde ich weiterhin gut. Der Aufbau eines breit aufgestellten Cybersecurity-Anbieters bietet großes Potenzial, und das Portfolio enthält viele relevante und zukunftsfähige Lösungen. Diese Idee und das vorhandene Potenzial sind auch der Hauptgrund, warum ich trotz der beschriebenen Probleme weiterhin im Unternehmen arbeite und bisher nicht gekündigt habe.
Auch das Festgehalt ist attraktiv und wird pünktlich ausgezahlt. Die angebotenen Benefits sind ebenfalls sehr gut. Die Aufgaben im Vertrieb können fachlich abwechslungsreich sein und ermöglichen den Kontakt zu unterschiedlichen Kunden und Sicherheitsthemen.
Das Potenzial des Unternehmens ist aus meiner Sicht klar vorhanden. Es wird derzeit jedoch durch die Führungs- und Organisationsprobleme im Vertrieb erheblich eingeschränkt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Im Vertrieb herrschen aus meiner Sicht erhebliche Führungs- und Organisationsprobleme. Die Atmosphäre ist von Unsicherheit, Druck und fehlendem Vertrauen geprägt. Konflikte werden häufig nicht gelöst, Zuständigkeiten sind unklar und verbindliche Absprachen fehlen.
Konstruktives Feedback und echte Entwicklungsgespräche finden kaum statt. Vereinbarte Termine und Reviews werden kurzfristig abgesagt oder finden ohne Erklärung nicht statt. Gleichzeitig werden hohe Anforderungen gestellt, ohne die notwendigen Informationen, Unterlagen und Prozesse bereitzustellen.
Besonders kritisch sind die sehr hohe Fluktuation im Vertrieb und der zunehmende Vertrauensverlust bei Mitarbeitenden und Kunden. Die Probleme wirken nicht mehr wie einzelne Fehler, sondern wie ein wiederkehrendes und strukturelles Muster.
Verbesserungsvorschläge
Der Vertrieb braucht klare, verbindliche und für alle geltende Regeln. Zuständigkeiten für Accounts und Opportunities müssen nachvollziehbar sein und dürfen nicht kurzfristig oder ohne Abstimmung verändert werden.
Mitarbeitergespräche, Reviews und zugesagte Termine sollten verlässlich stattfinden. Zu angeforderten Ausarbeitungen muss zeitnah konstruktives Feedback erfolgen. Ziele sollten realistisch, transparent und mit den vorhandenen Ressourcen erreichbar sein.
Außerdem braucht es eine offene Feedbackkultur, in der Kritik vertraulich und ohne Angst vor persönlichen Konsequenzen geäußert werden kann. Sinnvoll wäre, aktuelle und ehemalige Mitarbeitende unabhängig zu den Zuständen im Vertrieb zu befragen. Auch die hohe Fluktuation und der zunehmende Vertrauensverlust bei Kunden sollten ernsthaft analysiert werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre im Vertrieb ist aus meiner Sicht stark von Druck, Unsicherheit und fehlendem Vertrauen geprägt. Kritik wird häufig nicht sachlich aufgenommen, sondern persönlich bewertet oder gegen Mitarbeitende verwendet. Kündigungen werden immer wieder als Druckmittel eingesetzt oder sogar „scherzhaft“ angesprochen. Dadurch überlegen sich viele sehr genau, was sie sagen und welche Probleme sie überhaupt noch offen ansprechen.
Während Abwesenheiten werden Accounts oder Opportunities teilweise anderen Mitarbeitenden zugeordnet, und es besteht die Sorge, dass private Informationen über den Gesundheitszustand eingeholt werden.
Die Kommunikation ist häufig widersprüchlich, Entscheidungen sind nicht nachvollziehbar und Zusagen haben teilweise nur eine kurze Halbwertszeit. Das führt dazu, dass Mitarbeitende das Vertrauen in die Führung und untereinander verlieren. Statt eines gemeinsamen Vertriebsgefühls entsteht eher der Eindruck, dass jeder seine Accounts, Deals und Position absichern muss. Die hohe Fluktuation im Vertrieb passt aus meiner Sicht zu dieser Atmosphäre. Das inzwischen nur sehr wenige Personen länger im Vertrieb beschäftigt sind, halte ich jedoch für ein Warnsignal
Image
Das Image von Argos wird intern sehr unterschiedlich wahrgenommen. Nach meiner Wahrnehmung sprechen Mitarbeitende außerhalb des Vertriebs deutlich positiver über das Unternehmen. Innerhalb des Sales ist das Bild dagegen überwiegend sehr kritisch.
Auch bei Kunden ist das Vertrauen teilweise bereits beschädigt. Ein wesentlicher Grund ist die sehr hohe Fluktuation bei den Account Managern. Kunden müssen sich wiederholt auf neue Ansprechpartner einstellen und erleben dadurch fehlende Kontinuität und Verbindlichkeit. Hinzu kommen wechselnde Zuständigkeiten, Verzögerungen und teilweise widersprüchliche Aussagen.
Die grundsätzliche Idee und das Leistungsportfolio von Argos haben Potenzial. Das aktuell vermittelte Bild im Vertrieb stimmt jedoch aus meiner Sicht nicht mit dem Anspruch überein, den das Unternehmen nach außen darstellen möchte.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance im Vertrieb ist aus meiner Sicht deutlich eingeschränkt. Gerade bei Dienstreisen mit An- und Abfahrtszeiten von insgesamt sechs bis teilweise zehn Stunden wird dennoch erwartet, früh zu starten und bis 16 oder 17 Uhr zu arbeiten.
Dadurch entstehen Arbeitstage von 14 bis 16 Stunden, die offenbar bewusst in Kauf genommen werden. Reisezeit, Arbeitszeit und notwendige Erholungsphasen werden dabei nicht realistisch zusammen betrachtet.
Insgesamt entsteht der Eindruck, dass eine sehr hohe zeitliche Belastbarkeit vorausgesetzt wird, ohne ausreichend auf die tatsächliche Länge des Arbeitstages und eine vernünftige Erholung zu achten.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt im Vertrieb ist sehr unterschiedlich. Mit einigen Kolleginnen und Kollegen funktioniert die Zusammenarbeit gut und man unterstützt sich gegenseitig. Gleichzeitig führen unklare Zuständigkeiten, fehlende Regeln und die Art der Führung dazu, dass Konkurrenz und Misstrauen entstehen.
Während Urlaub oder Krankheit werden Opportunities teilweise übernommen oder anderen Mitarbeitenden zugeordnet. In einzelnen Fällen werden Accounts kontaktiert, obwohl sie klar bei einem anderen Account Manager liegen. Probleme dieser Art werden von der Führung nicht geklärt, sondern an die Mitarbeitenden zurückgegeben. Dadurch entsteht zunehmend der Eindruck, dass jeder seine eigenen Deals und Accounts schützen muss.
Auch ein offener und ehrlicher Austausch ist nur eingeschränkt möglich. Viele überlegen genau, wem sie welche Informationen geben, weil Aussagen weitergetragen oder gegen sie verwendet werden könnten. Der Zusammenhalt zwischen einzelnen Kolleginnen und Kollegen ist teilweise vorhanden, wird durch die fehlenden Strukturen und die Führungskultur jedoch erheblich belastet.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten im Vertrieb ist aus meiner Sicht eines der größten Probleme. Konflikte werden häufig nicht sachlich geklärt, sondern heruntergespielt oder an die Mitarbeitenden zurückgegeben. Statt klarer Entscheidungen und Unterstützung entsteht der Eindruck, dass jeder selbst sehen muss, wie er mit Problemen bei Accounts, Zuständigkeiten oder der Zusammenarbeit im Team umgeht.
Entscheidungen sind oft nicht nachvollziehbar, werden kurzfristig geändert oder widersprüchlich kommuniziert. Mitarbeitende werden dabei kaum einbezogen. Das betrifft unter anderem die Verteilung von Accounts, den Umgang mit Opportunities, Vertriebsstrategien und interne Prioritäten. Verbindliche Regeln fehlen oder gelten nicht für alle gleichermaßen.
Kündigungen werden wiederholt angedeutet, als Konsequenz in den Raum gestellt oder sogar scherzhaft thematisiert. Konstruktives Feedback und Entwicklungsgespräche finden dagegen kaum statt. Vereinbarte Gespräche und Termine werden kurzfristig abgesagt oder finden ohne Erklärung nicht statt. Insgesamt fehlt es an Verlässlichkeit, Transparenz und einer Führung, die Verantwortung übernimmt. Statt Orientierung und Sicherheit - Unsicherheit und Misstrauen
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt gut. Das Büro in München ist modern, hochwertig ausgestattet und bietet ein angenehmes Arbeitsumfeld. Auch die technische Ausstattung für das Homeoffice ist sehr gut und ermöglicht problemloses mobiles Arbeiten.
Verbesserungsbedarf besteht weniger bei Räumen oder Hardware, sondern bei den für den Vertrieb eingesetzten Prozessen und Arbeitsmitteln. Einzelne Tools funktionieren nicht immer zuverlässig, und wichtige Informationen oder Unterlagen müssen teilweise selbst zusammengesucht beziehungsweise erstellt werden. Dadurch entstehen unnötiger Aufwand und Verzögerungen im Arbeitsalltag.
Die räumlichen und technischen Rahmenbedingungen sind somit klar positiv. Die organisatorische Unterstützung für die tägliche Vertriebsarbeit bleibt dahinter jedoch teilweise zurück.
Kommunikation
Kommunikation
Regelmäßige Meetings finden statt, sorgen aber nicht für klare oder verlässliche Informationen. Ergebnisse, Ziele und Entscheidungen werden häufig nicht transparent oder nachvollziehbar kommuniziert. Aussagen ändern sich teilweise kurzfristig, ohne dass die Gründe dafür erklärt werden.
Wichtige Informationen für die tägliche Arbeit fehlen oft oder müssen von den Account Managern selbst zusammengesucht werden. Das betrifft unter anderem Zuständigkeiten, Account-Verteilung, Pricing, Margen, Implementierungsaufwände, Vertriebsunterlagen und die Frage, welche Lösungen tatsächlich angeboten werden können. Dadurch entstehen unnötige Rückfragen, Verzögerungen und Unsicherheit gegenüber Kunden.
Feedback besteht häufig vor allem aus Kritik und Druck. Konstruktive Rückmeldungen fehlen weitgehend. Selbst zu kurzfristig eingeforderten Unterlagen wie einem Sales-Strategieplan gibt es trotz mehrfacher Nachfrage keine Rückmeldung. Auch vereinbarte Mitarbeiter- und Review-Gespräche werden teilweise kurzfristig oder ohne Information abgesagt.
Insgesamt gibt es viel Kommunikation, aber zu wenig Klarheit, Verbindlichkeit und Transparenz.
Gehalt/Benefits
Die Festgehälter im Vertrieb sind aus meiner Sicht gut und werden pünktlich ausgezahlt. Auch die angebotenen Benefits sind insgesamt sehr gut und gehören zu den klaren Stärken des Unternehmens.
Deutlich schwieriger ist der variable Gehaltsanteil. Dieser hängt von drei verschiedenen Zielen ab, die in der Praxis nur schwer vollständig zu erreichen sind. Dadurch ist die tatsächlich erreichbare Gesamtvergütung deutlich unsicherer, als es auf den ersten Blick wirkt.
Insgesamt sind Festgehalt und Benefits attraktiv. Das variable Vergütungsmodell sollte jedoch realistischer, transparenter und stärker durch die Mitarbeitenden beeinflussbar gestaltet werden.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung
Eine Benachteiligung aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung habe ich persönlich nicht wahrgenommen. Meine Kritik bezieht sich daher nicht auf klassische Diskriminierung, sondern auf die unterschiedliche Behandlung einzelner Personen im Vertrieb.
Anforderungen, Aufgaben und Erwartungen werden nicht für alle Mitarbeitenden gleich angewendet. Während bestimmte Ausarbeitungen von einzelnen Personen verpflichtend und unter hohem Zeitdruck verlangt werden, wird anderen mitgeteilt, dass dieselbe Aufgabe freiwillig sei. Auch bei Zuständigkeiten, Accounts und der Bewertung von Leistungen entsteht der Eindruck, dass unterschiedliche Maßstäbe gelten.
Da die Kununu-Kategorie vor allem die Gleichstellung von Frauen und Männern bewertet, würde ich diesen Punkt sachlich einordnen: Eine geschlechtsbezogene Benachteiligung sehe ich nicht. Eine faire und nachvollziehbare Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden ist im Vertrieb aus meiner Sicht dennoch nicht durchgehend gegeben.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben im Vertrieb sind grundsätzlich abwechslungsreich und fachlich interessant. Der Kontakt zu unterschiedlichen Kunden, die Entwicklung von Sicherheitslösungen und die eigenständige Bearbeitung von Vertriebschancen bieten viel Gestaltungsspielraum.
Dieser entsteht jedoch teilweise weniger durch bewusst eingeräumte Verantwortung als durch fehlende Vorgaben und Strukturen. Zuständigkeiten, Accounts und zusätzliche Aufgaben werden nicht immer nachvollziehbar oder gleichmäßig verteilt. Dadurch ist auch die Arbeitsbelastung innerhalb des Teams unterschiedlich.
Einfluss auf das eigene Aufgabengebiet besteht grundsätzlich, wird aber durch wechselnde Prioritäten und kurzfristige Anforderungen eingeschränkt. Gute eigene Ideen können eingebracht werden, allerdings fehlt häufig eine klare Rückmeldung, ob und wie diese weiterverfolgt werden.