ARMEDDEVILS
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Grundidee von nachhaltiger Mode finde ich positiv und wichtig. Aus meiner Sicht wird sie jedoch im Unternehmen nicht konsequent umgesetzt.
Zertifizierungen und Richtlinien allein machen ein Unternehmen für mich noch nicht nachhaltig. (das können auch Andere)
Zudem sind die Kollektionen inzwischen sehr groß und trendgetrieben und die Qualität lässt zu wünschen übrig. Wie stark liegt der Fokus tatsächlich noch auf Nachhaltigkeit, wenn kommerzielle Aspekte und schnelle Kollektionswechsel zunehmend im Vordergrund stehen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Ich habe dort angefangen, weil ich überzeugt war, dass man in diesem Unternehmen wirklich etwas in der Modebranche verändern kann – diese Erwartung wurde jedoch schnell relativiert.
- Respektloser Umgang mit Mitarbeitenden und belastende Arbeitsatmosphäre
- Sehr hohe Fluktuation, Überbelastung und Erschöpfung
- HR-Abteilung ist wenig unterstützend. Der Fokus lag stark auf Recruiting, während bestehende Mitarbeitende aus meiner Sicht zu wenig betreut wurden.
- Greenwashing was Nachhaltigkeit angeht
- Der oft zitierte Satz „Der Fisch stinkt vom Kopf“ beschreibt aus meiner Sicht einige strukturelle Probleme treffend. Ich hatte den Eindruck, dass Führungsverhalten stark vom internen Druck geprägt ist, was sich negativ auf Teams auswirkt.
- Mangelnde Transparenz
- Meine persönliche Erfahrung mit Führungskräften war schwierig. Kommunikation war teilweise respektlos oder blieb ganz aus. In meinem Fall kam es auch vor, dass ich über längere Zeit ignoriert wurde und selbst zum Abschied keine Rückmeldung erhalten habe. Unterstützung durch HR habe ich in dieser Situation nicht erlebt.
- Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass wirtschaftliche Interessen eine sehr große Rolle spielen und andere Werte in den Hintergrund geraten.
Verbesserungsvorschläge
Sich nicht als nachhaltig, sozial und transparent zu verkaufen, sondern die Realität ehrlich darzustellen, das wäre aus meiner Sicht angemessen. Das Unternehmen funktioniert letztlich wie viele andere auch, und damit könnte man offen umgehen, ohne ein gemachtes Bild nach außen zu vermitteln.
Außerdem wäre es wichtig, das Feedback der Mitarbeitenden ernstzunehmen und darauf zu reagieren. Dieses wird jedoch leider eher belächelt, als konstruktiv aufgegriffen. Viele Mitarbeitende sind dadurch frustriert und enttäuscht, ohne dass dies bei den entscheidenden Positionen spürbar zu Konsequenzen oder Veränderungen führt.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war leider toxisch und chaotisch. Es wird mit flachen Hierarchien geworben, doch leider haben nur die Leads etwas zu sagen. Auf Meinungen anderer wird eher wenig Wert gelegen. Gerade was Feedback zur allgemeinen Arbeitskultur angeht.
Positiv waren meine direkten Arbeitskollegen. Ich habe mit großartigen Menschen zusammenarbeitet, die mich über Jahre hinweg dort gehalten haben. Umso schwieriger war es, mitanzusehen, wie mit ihnen umgegangen wird.
Kommunikation
Generell empfand ich die interne Kommunikation als sehr intransparent.
Die Außendarstellung wirkt auf mich wenig authentisch und eher inszeniert. Intern habe ich mehrfach Aussagen wie „Ein bisschen Greenwashing ist doch nicht schlimm“ mitbekommen.
Kollegenzusammenhalt
Mein Team war der absolute Börner, mein Chef leider das absolute Gegenteil.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance empfand ich als nicht besonders gut, da es keine Arbeitsstundenerfassung gibt. Daher wurde das Privatleben nur bedingt berücksichtigt, obwohl es sich offiziell um eine normale 40h/W handelte. Man bekam mehrfach vermittelt, dass nicht genug gearbeitet wird. Gleichzeitig gingen Workload und Aufgabenbereiche oft weit über das eigentliche Tätigkeitsbereich hinaus, Mitarbeitende sind stark belastet und ausgebrannt.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten war mit Abstand das Schlimmste, das ich bisher erlebt habe. Der Umgang war teilweise derart belastend, dass ich mich schließlich mehrere Wochen krankschreiben lassen musste. Ich habe die Situation psychisch nicht mehr ausgehalten, und ich würde mich grundsätzlich als belastbar einschätzen. Besonders enttäuschend war für mich, dass selbst das niemanden interessiert hat.
Interessante Aufgaben
Anfangs war alles super interessant, leider gab es wenig Abwechlung
Gleichberechtigung
Zwar arbeiteten viele Frauen im Unternehmen, trotzdem wurde in einem Quartalsmeeting seitens HR in etwa gesagt: „Schön und gut, aber wir brauchen mehr Männer.“ Das fand ich schade, da ein hoher Frauenanteil eigentlich etwas Positives sein sollte, gerade für ein Unternehmen, das sich nach außen selbst als modern präsentiert.
Auch beim Thema Gender Pay Gap habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Ein männlicher Kollege in derselben Position mit vergleichbaren Aufgaben verdiente jährlich etwa 10.000 Euro mehr als ich. Zusätzlich hatte ich häufig das Gefühl, eher klein gehalten und heruntergespielt geworden zu sein, statt Wertschätzung für die eigene Arbeit zu erfahren.
Umgang mit älteren Kollegen
kaum ältere Kollegen, daher schwierig zu Bewerten, aber vllt ist das ja auch die Bewertung an sich ...
Arbeitsbedingungen
Das Büro war insgesamt zu klein für die Anzahl der Mitarbeitenden, aber sehr modern. Positiv hervorzuheben sind jedoch die Möglichkeit zum Homeoffice sowie die flexiblen Arbeitszeiten. Die Homeoffice-Option wurde zwischenzeitlich allerdings eingeschränkt bzw. teilweise wieder entzogen, weil mein Vorgesetzter kein Vertrauen in Homeoffice hatte.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Meiner Meinung nach passt die Bezeichnung „Social Fashion Company“ nicht zum tatsächlichen Umgang innerhalb des Unternehmens. Der soziale Gedanke wird nach außen gut vermittelt, intern habe ich davon jedoch nur wenig gespürt. Umweltbewusstsein würde ich in die selbe Kategorie stecken, nach außen präsentiert man sich als Nachhaltigkeitspionier, aber was außer Bio Materialien, macht diese Firma eigentlich? womit hebt sie sich von anderen Firmen ab? Welche Projekte werden gemacht? (außer Geld für den Chef verdienen)
Gehalt/Benefits
Auf jeden Fall sind meiner Meinung nach viele unterbezahlt, für die Leistung die sie bringen. Als Benefits gibt es einen Obstkorb und kostenlose Getränke, eine Werte Gutschein für den Onlineshop und inzwischen zusätzlich noch einen steuerfreien Sachbezug von 50 Euro monatlich. Insgesamt ist das Angebot doch eher durchschnittlich.
Image
Nach außen wirkt das Unternehmen sehr professionell und gut inszeniert, die Marketingabteilung hat es wirklich drauf. Intern habe ich das jedoch anders erlebt. Besonders die HR fehlt es aus meiner Sicht an Professionalität und Können.
Karriere/Weiterbildung
Ein weiterer Grund warum ich gegangen bin, man hat immer genug Erfahrung um viel zu viel zu arbeiten und alles zu verantworten, wenn es um Titel, Gehalt und Weiterentwicklung geht, hat man natürlich nicht genug Erfahrung und wird hingehalten. Sehr schade

