Kafkaeske Zustände in Frechen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv sind die regelmäßigen standortbezogenen Feste und Feiern, die ab und an stattfinden. Außerdem gibt es Freizeitangebote wie ein Fußballteam oder die Teilnahme am Firmenmarathon. Zuschüsse zu Massagen und kostenloses Mittagessen tragen ebenfalls zum Wohlbefinden bei. Die Vielfalt der bearbeiteten Themenbereiche macht die Arbeit zudem abwechslungsreich und interessant.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Umgang mit Mitarbeitenden, denen Fehler unterlaufen, ist sehr kritisch, wenig unterstützend und führt oft zur Kündigung. Statt auf konstruktive Lösungen wird schnell mit Konsequenzen reagiert. Zudem stehen Zahlen, Bilanzen und Budgets im Vordergrund.
Verbesserungsvorschläge
Das offiziell propagierte Motto „Helping Surgeons Treat Their Patients Better“ verliert am Standort Frechen zunehmend an Bedeutung. In der täglichen Praxis steht nicht mehr der Kunde im Mittelpunkt, sondern vor allem die Erfüllung interner Kennzahlen und die Optimierung von Bilanzen. Entscheidungen orientieren sich weniger an tatsächlichem Kundenbedarf als an wirtschaftlichen Zielvorgaben. Die ursprüngliche Ausrichtung auf Service und Kundenzufriedenheit tritt dadurch spürbar in den Hintergrund.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist mittlerweile von Angst und Unsicherheit geprägt. Mitarbeitende trauen sich kaum, ihre Meinung zu äußern – insbesondere dann nicht, wenn sie nicht mit der Auffassung der Führung übereinstimmt. Kritik oder auch nur abweichende Perspektiven werden nicht geduldet und können schnell arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Kündigungen erfolgen regelmäßig und ohne nachvollziehbare Begründung. Häufig scheint die persönliche Einschätzung durch Vorgesetzte ausschlaggebend zu sein – nicht Leistung oder Verhalten. Diese willkürlichen Entscheidungen schaffen ein Klima des Misstrauens, in dem jede*r nur noch darauf bedacht ist, nicht negativ aufzufallen.
Work-Life-Balance
Aus meiner Sicht bietet das Unternehmen nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten für Homeoffice. Flexible Arbeitsmodelle werden von der Leitung nicht unterstützt und sind offenbar auch nicht erwünscht. Gespräche oder Vorschläge in diese Richtung verlaufen im Sande oder werden direkt abgelehnt. Das erschwert aus meiner persönlichen Erfahrung eine ausgewogene Balance zwischen Berufs- und Privatleben deutlich.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen werden grundsätzlich angeboten, und es besteht die Möglichkeit, in anderen Abteilungen zu hospitieren, um Einblicke und Erfahrungen zu sammeln.
Gehalt/Benefits
Gehälter sind in Ordnung.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es fällt stark auf, dass hier deutlich zu viel Verpackungsmüll anfällt – das ist aus meiner Sicht verbesserungswürdig.
Kollegenzusammenhalt
Unter den Kolleginnen und Kollegen herrscht grundsätzlich ein sehr gutes Miteinander. Der Zusammenhalt im Team ist stark, und viele unterstützen sich gegenseitig, wo sie können. Allerdings bleibt auch hier ein gewisses Maß an Vorsicht – denn selbst unter Kollegen wird mitunter genau hingehört. Wenn eine Äußerung, ein Witz falsch verstanden oder „nach oben“ getragen wird, kann das ernste Konsequenzen haben. Es kam bereits vor, dass selbst langjährige und geschätzte Mitarbeitende deshalb gekündigt wurden.
Umgang mit älteren Kollegen
Unabhängig von Alter oder Erfahrung gilt im Unternehmen (bzw. am Standort): Wer mehr Geld einbringt, steht bei der Leitung höher im Kurs – alle anderen werden schnell übertroffen oder übergangen. Selbst gute, langjährige Mitarbeitende sind nicht davor geschützt, wegen kleiner Fehler oder persönlicher Unsympathien bei der Leitung gekündigt zu werden oder dazu gedrängt zu werden.
Vorgesetztenverhalten
Ein Klima des Marionettentums prägt die Führungsstruktur.
Kommunikation
Meetings sind fester Bestandteil der Unternehmenskultur und nehmen entsprechend viel Raum im Arbeitsalltag ein.
Gleichberechtigung
Es spielt keine Rolle, woher man kommt, wie man aussieht oder welches Geschlecht man hat – alle werden hier gleichbehandelt.

