Arthur D. Little GmbH Logo

Arthur 
D. 
Little 
GmbH
Bewertung

Man kann Glück haben, man kann Pech haben – wie vermutlich auch bei vielen anderen Unternehmensberatungen

2,8
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei Arthur D. Little GmbH in München gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

- Hohes Interaktionslevel mit Partner:innen durch die überschaubare Größe
- Keine ausgeprägte Up-or-out-Kultur wie bei MBB-Beratungen; im Schnitt dadurch etwas weniger konstantes Druckgefühl
- Globale Beratung mit zumindest theoretischen Möglichkeiten für internationale Projekteinsätze (faktisch jedoch leider eher nur eine ca. 10%ige Chance)
- Flexible Wahl des Arbeitsortes, sofern keine Kundentermine oder projektbezogene Präsenz notwendig sind
- Theoretisch unbegrenzte Urlaubstage, solange zusammenhängender Urlaub einen Monat nicht überschreitet (bei unverändertem Grundgehalt, jedoch mit Reduktion des Bonus)
- Europäische Trainings im Schnitt alle 1 bis 1,5 Jahre (bis vor Kurzem waren diese Trainings noch global, wurden aufgrund des Sparfokus jedoch auf Cluster-Ebene reduziert)
- Durchführung von Offsite-Events (wenn auch 2026 nicht in allen Practices)
- Gesponsertes Thirsty-Thursday-Event für Juniors, i.d.R. ein Restaurantbesuch pro Monat auf Unternehmenskosten
- Aus meiner Sicht besteht grundsätzlich das Bestreben, Entlassungen auch in herausfordernden Zeiten möglichst zu vermeiden

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

- Hohe Arbeitsbelastung mit häufig sehr langen Arbeitszeiten (Ø bis ca. 22 Uhr) sowie aus meiner Sicht zu geringe Priorisierung von Mitarbeitendenwohl, insbesondere in bestimmten Practices
- Hoher Anteil an Energieprojekten bei gleichzeitig geringer Projektwahlfreiheit, wodurch man häufig – unabhängig von den eigenen Interessen – auf entsprechende Projekte gestafft wird
- Hierarchien wirken im Alltag zunächst vergleichsweise flach, auch wenn es weiterhin klare hierarchische Strukturen gibt
- Wenig ausgeprägte Unternehmenskultur durch den hohen Anteil remote arbeitender Mitarbeitender:innen
- In der Praxis nur begrenzte Möglichkeiten, in internationalen Teams zu arbeiten (ca. 10%ige Chance)
- Im Frankfurter Office gibt es nach meiner Wahrnehmung kaum ausgeprägte Office-Kultur, da nur sehr wenige Berater:innen regelmäßig vor Ort sind, sofern sich nicht ausnahmsweise ein Team bewusst co-locatet
- Auch im Münchner Office hat die Office-Kultur aus meiner Sicht deutlich abgenommen. Im Schnitt sind nach meiner Wahrnehmung nur etwa 10 bis 12 Personen pro Tag vor Ort. Partner:innen sind – mit wenigen Ausnahmen – nur selten im Office sichtbar
- Kein systematisches Budget zum Co-Locaten in der Projektkalkulation vorhanden (bzw. gar Vermeidung von Co-Locating zwecks höherer Case-Marge)

Arbeitsatmosphäre

Mein Hauptkritikpunkt ist, dass wirtschaftliche Ziele aus meiner Wahrnehmung stärker gewichtet werden als das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Besonders kritisch habe ich dabei die Practices Energy & Utilities sowie teilweise Performance erlebt. Einen Einstieg würde ich dort nur bei hohem fachlichen Interesse und der Bereitschaft zu einer sehr hohen Arbeitsbelastung empfehlen.
Insbes. in Projekten der Energy & Utilities Practice habe ich wiederholt eine belastende Führungskultur wahrgenommen, geprägt von hohem Druck, teils passiv-aggressiver Kommunikation und sehr langen Arbeitszeiten bis nach Mitternacht. Aus meiner Sicht handelt es sich dabei nicht nur um Einzelfälle, sondern um ein wiederkehrendes Muster in bestimmten Projektumfeldern.
Initiativen wie Feedback4Difference oder das Ombudsteam haben bislang wenig sichtbare Wirkung entfaltet. Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass Partner:innen mit hohem Umsatzbeitrag intern sehr viel Gewicht haben, was Veränderungen erschwert.
Positiv hervorheben möchte ich jedoch, dass sich die Arbeitskultur zwischen den Practices spürbar unterscheidet und es auch Bereiche gibt, in denen die Arbeitsatmosphäre deutlich positiver erlebt wird.

Work-Life-Balance

- Hohe Arbeitsbelastung mit aus meiner Erfahrung durchschnittlichen Arbeitszeiten bis etwa 22 Uhr
- Arbeitszeiten sind maßgeblich von Projektleitung und Projektumfeld abhängig
- Hoher Arbeitsdruck betrifft aus meiner Sicht besonders die Practices Energy & Utilities sowie Performance, wobei sich aufgrund des hohen Anteils an Energieprojekten ein Staffing in diesen Bereichen nach meinem Eindruck für viele Berater:innen kaum vermeiden lässt: Begrüßt wird man bei einem Principal im ersten Call z.B. direkt mit: „Also Kernarbeitszeiten sind für mich von 9 bis 22 Uhr“ - ein Arbeitsumfeld, das ich langfristig als wenig nachhaltig empfinde

Gehalt/Benefits

- Wettbewerbsfähiges Gehalt im Vergleich zu anderen Top-Beratungen auf Einstiegslevel, insbesondere von BA1/BA2 bis C1 (auf die Stunde sollte man das Gehalt besser trotzdem nicht umrechnen) – danach fällt die Vergütung im Marktvergleich aus meiner Sicht eher ab
- Der Bonus fällt aus meiner Erfahrung niedriger aus, als es die kommunizierten Zielwerte zunächst vermuten lassen, und hängt auf Junior-Level stark von Faktoren ab, die man selbst nur begrenzt beeinflussen kann (u.a. Utilization). Durch Adjustments wie den Company Factor sollte man sich als Business Analyst oder Consultant eher auf etwa ein halbes bis zwei Drittel eines Netto-Monatsgehalts einstellen
- Mobilitätsbudget von 300 EUR/Monat
- EGYM Wellpass gegen geringe Eigenzuzahlung von 19,90 EUR/Monat

Gleichberechtigung

- Sehr niedrige Frauenquote – obwohl seit mehreren Jahren betont wird, dass man diese verbessern möchte, ist aus meiner Sicht bisher nur wenig Fortschritt erkennbar: Weiblichen Geschlechts sind nur 21% der Business Analysts, 25% der Consultants, 30% der Manager, 12% der Principals und gar nur eine Partnerin (Stand: Mai 2026)

Interessante Aufgaben

- Hoher Anteil an Energieprojekten und daraus resultierend häufiges Staffing in diesem Bereich
- Kaum echte Möglichkeit zur Wahl von Projekten: In der Regel muss man das Projekt annehmen, das einem angeboten wird (somit häufig ein Energie- oder Performance-nahes Projekt)

(ADL beschäftigt in D und CH knapp 100 Berater:innen (Stand: Mai 2026). Das Unternehmen ist in Practices organisiert: Es gibt 3 funktionale Practices (Growth, Innovation und Performance) sowie 5 industrielle Practices (Automotive, Energy & Utilities, Healthcare & Life Sciences, Telecommunications sowie Travel & Transportation). Eine dedizierte Consumer Goods Practice gibt es nicht; diese Industrie wird im Rahmen eines Competence Centers innerhalb der Growth Practice abgedeckt. Auch eine eigenständige Sustainability Practice gibt es nicht.
Die drei größten Practices sind Performance, Energy & Utilities sowie Growth mit knapp 60 % der Berater:innen.)


Image

Karriere/Weiterbildung

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Kollegenzusammenhalt

Umgang mit älteren Kollegen

Vorgesetztenverhalten

Arbeitsbedingungen

Kommunikation

HilfreichHilfreich?ZustimmenZustimmen?MeldenTeilen

Arbeitgeber-Kommentar

Michael Zintel, Managing Partner Germany and Switzerland
Michael ZintelManaging Partner Germany and Switzerland

Lieber Kollege/ liebe Kollegin,

zunächst einmal möchten wir uns bedanken, dass du dir die Zeit nimmst Kritik zu äußern. Feedback ist ein zentraler Aspekt der Unternehmenskultur von ADL und wird von uns mit großer Sorgfalt berücksichtigt.

Beratung ist ein anspruchsvolles Umfeld mit intensiven Projektphasen – dennoch darf hohe Leistungsorientierung niemals dazu führen, dass Gesundheit, Wertschätzung und nachhaltige Zusammenarbeit in den Hintergrund geraten. Insbesondere deine Hinweise zu einzelnen Projekt- und Führungsrealitäten geben uns wichtige Impulse, genauer hinzuschauen und weiter an unserer Kultur und unseren Prozessen zu arbeiten. Hierfür haben wir diverse Leadership- und Wellbeing-Maßnahmen ins Leben gerufen.

Das Thema der Projektwahlfreiheit und des hohen Anteils von Energieprojekten nehmen wir wahr und arbeiten daran. Gleichwohl sind Herausforderungen im Energiemarkt prägende Themen unserer Zeit, bei denen ADL einen entscheidenden Beitrag hin zu einer nachhaltigen und resilienten Energieversorgung in Deutschland und Europa leistet.

Die Situation bezüglich der Diversität nehmen wir ebenfalls sehr ernst und haben es deshalb als zentrales Element in der Strategie verankert. Damit einher geht ein dediziertes Maßnahmenpaket, welches stetig evaluiert und weiterentwickelt wird. Gerne laden wir dich ein, in der Initiative für Diversität und Vielfalt einen aktiven Beitrag zu leisten.

Vielen Dank für deine Transparenz und Offenheit. Nur durch Feedback können wir uns als Organisation weiterentwickeln.

Herzliche Grüße,
Michael Zintel

Loading...
Puls

Bewertungen zeigen das große Ganze. Puls zeigt den Moment.

Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.