Viel Potenzial, leider wenig Umsetzung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gibt überall viel Potenzial zur Weiterentwicklung
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
1. Wir wirtschaften und Planen sehr restriktiv. Das hat klare Nachteile im Wachstum.
2. Man merkt, dass das niemand im Unternehmen arbeitet, der Anteile am Unternehmen hat. Hier wird auf die kurz-/mittelfristigen Exit-Strategien der Investoren geachtet. Das führt m.M.n. zu keinen langfristigen Strategien.
3. Wir haben keine Marke und trauen uns zu wenig in diese zu investieren.
4. Wir brauchen viel mehr starke Leute, die sich auf die Hinterbeine stellen und Bereiche und Kollegen in deren Entwicklung verantworten, um diese/uns weiterzuentwickeln.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Innovationen, Kapazitäten für diese und Einsatz neuer Technologien fordern.
Arbeitsatmosphäre
Soziale Aspekte sind dem Unternehmen hinsichtlich der Arbeitnehmer als auch des eigenen Einflusses als Unternehmens egal.
Ich finde, es mangelt an Zusammenarbeit über die Bereiche hinaus. Es gibt wenige Teams, die unantastbar sind und daher das was sie tun, das so weiter machen wie schon immer, weil man es am Besten weiß. Es gab Teams die etwas ändern wollten, wurden aber nicht dazu befähigt.
Arbeitsatmosphäre hat 2 von 5 Sterne weil man entweder einfach seine Ruhe haben kann, oder beim Kaffee und oberflächlichen Gesprächen miteinander schnackt -nicht selten vernimmt man auch Gerede hinter dem Rücken anderer (von oben vorgelebt).
Image
Unser Image ist nicht existent, aber das Produkt immernoch am Zahn der Zeit. Unsere Leute in Frankfurt Oder leisten klasse Arbeit und richtig gute Produkte, wie unsere Kunden (bis auf Ausnahmen natürlich) bestätigen. Marketing hat darüber hinaus versucht neue Wege zu eröffnen und asgoodasnew bekannter zu machen.
Work-Life-Balance
War super. Man versucht den LinkedIn Vorbildern nachzueifern und Präsenz-Zeiten im Büro zu erzwingen, einfach damit Leute dann da sind. Dass es die Produktivität steigern würde glaubt kaum keiner. Dass es in der momentanen Organisationsform die Kreativität steigern würde auch nicht. So bleibt es ein Zeichen für Mitarbeiter, dass man damit versucht Kündigungen zu erwirken (so wie die Vorbilder auf LinkedIn eben).
Ich kam gerne ins Büro und traf Kollegen. Konnte aber auch immer von überall arbeiten.Ich genoß vollstes Vertrauen. Zwischendurch einkaufen, Kinder abholen etc., arbeiten von XYZ, geht alles, solange man das Vertrauen nicht verliert.
Am Ende zählt die Kommunikation und natürlich klare Ziele und Transparenz.
Karriere/Weiterbildung
Man kann sich in der Theorie hier voll ausleben und ziemlich breit aufstellen und diskutieren. Das Potenzial für Themen ist da.
Es gibt ein Standard-Budget zur Weiterbildung und in meinem Bereich nimmt sich jeder Zeit zur Weiterentwicklung. Darüber hinaus ist für Karriere nicht besonders viel Platz. Außerhalb der IT wird man sich hier nicht durch Weiterentwicklung eines Bereichs oder Aufgabenfelder hervortun können, da viel einfach Business as Usual ist. Somit entwickelt sich auch der eigene Lebenslauf inhaltlich nicht besonders gut weiter.
Es könnte als Unternehmenskultur mehr gefordert werden, dass sich Mitarbeiter selbst und den Bereich weiterentwickeln.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist in meinem Bereich etwas unter dem Durchschnitt des Marktes. Leider hat das Entlassungen aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht entgegengewirkt.
Sozialleistungen: es gibt eine betrieblich unterstützte Altersvorsorge
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Unser gesamtes Geschäftsmodell dreht sich rund um unser Umweltbewusstsein und für die mir bekannten Kollegen ist das auch ein großer Ansporn hier zu sein.
Tatsächlich wird daraus aber wenig gemacht und man sollte sich viel stärker positionieren.
Leider ist mir persönlich auch kein positives Sozialbewusstsein als Unternehmenskultur bewusst geworden. Man ist in erster Linie Arbeiter. Soziales Engagement außerhalb des direkten Unternehmensbereiches gibt es nicht.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der Abteilungen ist die Kommunikation und Stimmung immer sehr gut.
Zwischen den Teams eine persönliche Verbindung aufzubauen ist auf Grund der isolierten, fachspezifischen Organisationsstruktur schwer. Manche sind häufiger im Büro, so lernt man sich zumindest außerhalb der eigenen Jira Tickets kennen.
Umgang mit älteren Kollegen
Altersunterschiede wurden von mir nicht wahrgenommen. Man sollte nachdenken bevor man spricht oder äußern worüber man Bedenken hat. Für gewöhnlich bringt jeder seine Erfahrung und Ideen ein.
Vorgesetztenverhalten
Kommunikation und Verantwortungsbewusstsein sind retrospektiv oberflächlich und nicht verlässlich.
Ich würde mir von allen Vorgesetzten mehr wünschen, dass diese zur stetigen Weiterentwicklung und Wachstum ihrer Bereiche beitragen und das auch von ihrem Bereichen und sich selbst fordern. Viele tun dies, einige erfüllen und erhalten nur den Status quo und bremsen so das Unternehmen in der Weiterentwicklung aus.
Auf Gehaltsversprechen sollte man sich nicht verlassen und direkt von Anfang an hart verhandeln. Das Gesagte ist in dem Sinne nichts wert und Versprechen ziehen sich über Monate hinweg.
Das Management zeigt sich häufig humorvoll, ist aber auch schnell bei Schuldzuweisungen als über Lösungswege nachzudenken. Dass nicht positiv über Kollegen/Mitarbeiter hinter deren Rücken gesprochen wird ist zudem nicht besonders vertrauenserweckend. Auch wird viel zu viel Zeit auf LinkedIn verbracht und mit Sachen kommentiert, die dem eigenen Handeln nicht entsprechen. Ein paar im Management sind aber durchaus vertraulich und gute Ansprechpartner.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsplätze im Büro teilt man sich mit anderen Firmen. Dafür hat asgoodasnew eigene Tischreihen. Die Meetingräume werden von allen Firmen bebucht und sind häufiger ausgebucht. Die Küche ist sehr schön. Es gibt dort Kaffee, Müsli, Obst.
Darüber hinaus wurde für das Remote Office ein Monitor bereitgestellt. Auch die bereitgestellten Rechner (ob Mac oder Windows) sind sehr gut. Da leisten die Kollegen der IT einen super Job.
Kommunikation
Man kann sich leider nicht auf das gesagt verlassen. Sei es in Gehaltsversprechen, noch in Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Gehaltsverhandlungen dauerten ab dem eigentlich zugesagten Datum nochmal circa 6-9 Monate. Pläne zur Umstrukturierung werden nicht geteilt und man kann daran auch nicht mitwirken. Letzteres ist wahrscheinlich eine Konsequenz daraus, dass die Führungsebene komplett fremdgesteuert durch die Investoren sind.
Zudem herrschte leider schon immer eine ausgeprägte Kultur der Schuldzuweisung. Es ist hier wichtig auf jeden Fall eine Person als schuldige zu deklarieren. Zwischen Frankfurt Oder und Berlin, unterschiedlichen Herkünften und Sprachen als auch zwischen den wenigen Hierarchie-Stufen gibt es im direkten Kontakt keine Kommunkationsbarriere und es wird mit gegenseitigem Respekt und meist auch humorvoll kommuniziert.
Man muss aber auch wissen, dass man schnell Thema sein kann, sobald man den Raum verlässt, zumindest wird das oft durch das Management vorgelebt.
Man versucht nun Ziele klarer zu kommunizieren und nahm sich neuer Formate an (bspw. All Hands). Allerdings hält man sich dann doch nicht an diese und verfällt in alte Muster und nennt das Agilität.
Gleichberechtigung
Ich konnte nichts gegenteiliges wahrnehmen. Ob Gender oder Herkunft, spielt in Diskussionen und bezgl. des gelieferten Arguments keine Rolle. Man muss sein Argument und die Beobachtungen nur vorbringen, egal wie viele gleichgeschlechtliche Identitäten am Tisch sind.
Interessante Aufgaben
Es gibt einen riesen Stau an Weiterentwicklung, sowohl infrastrukturell als auch im Personalbereich. Einige sitzen wegen des Gehalts auf Positionen, die eigentlich zur Weiterentwicklung gedacht sein sollten, machan aber business as usual und haben fast schon Angst vor Innovation.
Auf Grund des Potenzials in allen Aufgabenbereichen innovative Ideen einzubringen, mangelt es theoretisch nicht an Potenzial, an neuen Herausforderungen zu wachsen. Lediglich die Priorisierung dessen (Kapazitäten) stehen einem (wie überall) im Weg.
Es gibt natürlich immer auch notwendige Aufgaben, die nicht anspruchsvoll erscheinen. Allerdings wird man fast ausschließlich mit diesen beschäftigt sein. Man sollte sich über die Rate der Abteilungen informieren, wie Mitarbeiter durchrotieren und warum.

