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Austin Fraser 
GmbH
Bewertung

Fake it until you make it! - Leider deutlich mehr Schein als Sein!

2,0
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat im Bereich Vertrieb / Verkauf bei Austin Fraser GmbH in München gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Schöner öffentlicher Bereich des Büros, bequeme Möbel, gute Verkehrsanbindung und Lage.

Ein paar nette Kollegen gab es auch dort zu finden.
Gute Gastauftritte bei Meet-Ups.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Jeder Mitarbeiter/In ist dem Arbeitgeber nur so viel wert, wie er ihm in Abschlüssen und finanziellen Umsätzen bringt.

Trotz einer gewissermaßen kapitalistischen Einstellung finde ich es sehr einseitig und kurzsichtig, die jungen Mitarbeiter permanent für finanzielle Ziele gegeneinander antreten zu lassen und sie mit Party und Statussymbolen in den Strudel der Erschöpfung zu locken.

Mehrere Mitarbeiter sind während meiner Zeit dort mit gesundheitlichen Problemen, zum Teil mit massiven Erschöpfungssymtomen, Burn-Out und Kündigung nach wenigen Monaten wieder aus dem Unternehmen ausgeschieden oder freigestellt worden.

Im Endeffekt ist der Alltag auf permanenten Stress aufgebaut und permanentes vergleichen zwischen den Zielen der anderen, die natürlich mit TOP-Leuten vergleichen und nicht dem Mittelmaß!

Auch wenn diese Bewertung wohl rechtlich angefochten wird oder nach 10 neuen Bewertungen in Vergessenheit gerät.

ICH HABE ALLE GENANNTEN PUNKTE MIT EINEM GUTEN GEWISSEN UND NACH BESTEM TREU & GLAUBEN GESCHRIEBEN. Ohne üble Nachrede stehe ich 100% zu den Worten.

DIESE BEWERTUNG SOLL LEDIGLICH DIE SOLL- UND IST- WERTE IM UNTERNEHMEN VERGLEICHEN.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Verbesserungsvorschläge

Mehr Lohn, mehr Selbstbestimmung, mehr persönliche und fachmännische Entwicklung der Vorgesetzten, mehr Platz für neue Arbeitsweisen.

Weniger Call Center Atmosphäre, weniger Mitarbeiterwechsel, weniger deutsch-englische Floskeln wie "Ziele hitten, Calls machen, Deals closen,...", weniger POWER HOUR Zirkus, weniger Druck, weniger Sachen in Aussicht stellen und realitisch bleiben.

Die Mitarbeiter nach eigenem Ermessen die Kununu-Bewertungen schreiben lassen und nicht regelmäßig Hinweise dafür verschicken und beim Verfassen der Mitarbeiter mitlesen und verbessern!
- So ist es absolut klar, warum fast alle Bewertungen 5 Sterne haben!

Weniger Kaltakquise in juristischen Grauzonen...

zB: Wenn vor 3 Jahren ein Kollege in einem Unternehmen mit der Sekretärin telefoniert hat, hieß es am Telefon "wir hatten in der Vergangenheit schon Kontakt mit Ihrem Unternehmen" ;-) ist klar...

Im Laufe der Jahre wurden die Auszeichnungen für das Unternehmen AUSTIN FRASER immer weniger und die Platzierungen in diversen Rankings immer schlechter! - Das spricht objektiv für sich.

Arbeitsatmosphäre

Ein sehr elegantes Büro in einer der besten Lagen Münchens. Designer Tischtennisplatte, Billardtisch, Küche und gut ausgestattete Meeting-Räume inklusive ...
Jenseits des Eingangs- und öffentlichen Bereichs ist es ein lautes, offenes 0815 Großraumbüro ohne jegliche Privatsphäre, wo die Kunden bei Telefonaten regelmäßig fragten, ob "im Hintergrund gerade eine Party stattfindet?", nachdem auch bei wichtigen Telefonaten laute, anpeitschende Musik aus den Boxen dröhnte, um die Mitarbeiter zu "motivieren", wenn man es so nennen will.
Ebenfalls sind hier riesige Flatscreens zu finden, welche die Zahlen bzw. Umsätze der anderen Standorte in Echtzeit übertragen, um die Mitarbeiter in München zu "motivieren" oder darauf hinzuweisen, dass woanders bessere Umsätze geliefert werden.

Kommunikation

Die Kommunikation während des Bewerbungsprozesses war wunderbar. Man wurde schnell und regelmäßg informiert und über den Stand der Dinge in Kenntnis gesetzt.

Die Kommunikation während der Arbeit war geprägt von ca. 50-120 internen Emails pro Arbeitstag. Dort wurde sich gegenseitig auf die Schulter geklopft und zu jeder war mit jedem "Best Friend".
Grundsätzlich ist es schön, wenn die Leistungen der Kollegen gesehen und größtenteils anerkannt werden, jedoch ist die unglaubliche tägliche Masse an Emails jeden Tag eine Katastrophe für den Work-Flow und sprengt nach jedem Wochenende das Email-Postfach.

Neben dieser Flut an Emails sollte man regelmäßig Persönlichkeitstests (Welcher Farbtyp ist man?), Bewertungen und Kommentare verfassen oder beantworten. Auch KUNUNU-Bewertungen waren hier zu erstellen, aber dieses Thema wird noch genauer erläutert.

Kollegenzusammenhalt

Es gab wirklich eine Anzahl an Personen, die sich auch neben der Arbeit trafen und sich auch gut verstanden.
Die Krux bei dieser Sache ist, dass sich dann nahezu permanent über die Arbeit, Klienten, Kunden oder auch Statussymbole wie Uhren, Urlaube und Restaurantbesuche unterhalten wurde.

Persönliche Dinge, Sorgen, Stress in der Arbeit und Co. wurde eher verschwiegen, daher schienen viele dieser Zusammenkünfte sehr oberflächlich.

Am Ende des Tages wollte, aber vor alllem SOLLTE jeder Arbeitnehmer besser sein als sein Kollege, seine Kollegin und vor allem als die anderen Teams und Standorte.

Als man dort dann mal genauer hin hörte, wer gerade einen Abschluss gemacht hatte und wie die Reaktion dann im Verborgenen ausfiel, hatte das absolut nichts mehr zu dem "digitalen Schulterklopfen" der Emails zu tun.

Am Ende geht es darum Abschlüsse zu machen und dabei ist sich jeder selbst der Nächste!
Dass dies bei extrem erfolgsabhängigen Gehältern oft zum Tagesgeschäft gehört, ist nichts Neues.

Das Verhalten in Emails als "kollegiales, großherziges Gönnen und Bejubeln" darzustellen, widerspricht jedoch der im Verborgenen sehr großen Neid-, Druck- und Leistungskultur im Unternehmen sehr!

Work-Life-Balance

Grunsätzlich muss man sagen, dass es bis zum Jahreswechsel 2019/20 nur 26 Tage Arbeit gab. Zusätzlich konnte man sich aber bis zu 5 Urlaubstage kaufen, was also 5 unbezahlten Urlaubstagen entspricht (welche je nach Einkommen dann sehr teuer werden können!).
Seit 2020 gibt es nun also 30 Urlaubstage und man ist beim besseren Standard der Unternehmen angekommen.

Weiterhin sind alle Überstunden unbezahlt, also "mit dem Gehalt abgegolten".
Überstunden sind im Vertrieb eigentlich unumgänglich, weil man schließlich für seinen eigenen Erfolg bzw. seine Prämien arbeitet. Wenn dies dann aber ohne jegliche Wertschätzung in Form von bezahlten Überstunden oder von Freizeitausgleich geschieht, ist das bei einem so jungen Unternehmen sicher nicht zeitgemäß.

Zuletzt sei zu betonen, dass es bis zum Lockdown der CoVid-19- Krise im März 2020 keinerlei Home Office oder wirkliche Gleitzeitmodelle gab!
Man musste sich zwischen zwei Anfangs- und Endzeiten des Arbeitstages entscheiden und diese dann durchziehen. Mit dynamischen Arbeitszeiten hatte es bis zur erzwungenen Situation durch CoVid-19 nichts zu tun.
Um dies zu ändern, muss man sich lange hocharbeiten, was demnächst noch genauer erklärt wird.

Vorgesetztenverhalten

Die Vorgesetzten zeichneten sich oftmals durch latente Bevormundung und das verwenden leerer, deutsch-englischer Floskeln aus. Dies lag teilweise am extrem jungen Alter oder an einer im Absatz "Kollegenzusammenhalt" bereits erwähnten Oberflächlichkeit.

Es wurden sich jeden Morgen Tagesziele gesteckt. Diese sollte man nach eigenem Ermessen festlegen und öffentlich auf einer Tafel notieren.
Problematisch wird es nur, wenn man sich als selbst sehr ehrgeizige Person hohe, aber realistische Ziele setzt, diese aber dann täglich durch "Wieso nicht noch 20 Calls (=Telefonanrufe), 5 Jobinserate, 3 Kundengespräche mehr???" nicht mehr als Motivation, sondern als künstlich erzeugten Leistungsdruck darstellen, was die Mitarbeiter/Innen dann eher deprimiert, wenn die Ziele wie so oft nicht geschafft wurden.

Auch die mangelhafte Kommunikation, was mit ehemaligen Kollegen oder Geschäftsbereichen passierte, wurde mit leeren Floskeln abgewehrt und totgeschwiegen.

Die Devise war ganz klar: Mach was man dir sagt und stell keine smarten Fragen oder versuche dich an anderen Wegen zum Erfolg!
PLUS: Geld verdienen ist Erfolg.

Die Vorgesetzten hatten ja immerhin schon Erfolg mit den alten Methoden ;-)

Interessante Aufgaben

Wie im Absatz "Vorgesetztenverhalten" erklärt wurde, wurde jeder Tag gleich begonnen.

Zu einer von zwei ausgewählten Zeiten antreten, (unrealitische) Ziele öffentlich notieren und diese sturr abarbeiten.

Es gab täglich die sogenannte "POWER HOUR": Die Musik wurde maximale aufgedreht, man musste aufstehen, klatschen und sich ans Telefon bzw. Laptop zur Kaltakquise werfen. 1-2 Stunden pro Tag mit oftmals total ineffizienter Kaltakquise zu verbringen, hat den Work-Flow regelmässig negativ beeinflusst und sorgte oft für schlechte Stimmung.

Dass diese Techno oder Hip Hop Musik dann auch weiterhin sehr laut im Hintergrund zu hören war, rief bei zahlreichen Kunden und Unternehmen Fragen auf, ob "da gerade eine Party gefeiert wird?" "Ist bei Ihnen ein Geburtstag im Büro?" "Wo sind Sie denn gerade, weil es so laut ist bei Ihnen?".
Dieser Zustand strahlt bei weitem nicht die von Austin Fraser dargestellte Qualität aus, die man bei persönlichen Gesprächen an den Tag legen sollte, wenn es um nicht unerhebliche Summen geht.

Täglich unrealitische Ziele gesteckt zu bekommen und diese dann aus eigenem Willen schaffen zu wollen, führte zwangsläufig zu Überstunden (unbezahlt) oder Demotivation!

Gleichberechtigung

In diesem Bereich gab es keine Beanstandungen. Es wurde auf Augenhöhe miteinander umgegangen und die (niedrigen) Löhne waren einheitlich.

Umgang mit älteren Kollegen

Nachdem es kaum "ältere" Kollegen gab, kann man nicht viel dazu sagen.

In meinen Augen sagt dieser Zustand jedoch einiges aus:
Erstens: Die Mitarbeiterfluktuation ist extrem hoch gewesen, sodass es nicht viele Personen gab, die in dem Unternehmen alt wurden.

-- Ausgenommen sind die Gründer oder viele des englischen Personals der ersten Stunde! --

Zweitens: Die POWER HOUR mit Techno und Hip Hop, aufstehen und klatschen, keine bezahlten Überstunden oder dynamische Gleitzeitmodelle sind ab einem gewissen Punkt im Leben (zB mit Familie und Kindern) meist sehr schwer zu ermöglichen bzw. freiwillig hinzunehmen.

Sehr viele der Angestellten haben nach dem ersten, zweiten oder dritten Aufstieg samt "Titel auf der Visitenkarte" (Junior, Senior, ...) das Unternehmen oder gar die Branche gewechselt, um sich woanders besser zu positionieren und dem Alter entsprechend zu arbeiten und leben.

Arbeitsbedingungen

Ein schönes Büro in einer Top-Lage ist zum vorzeigen wirklich sehr praktisch. Die Kunden oder Klienten staunten oft beim Betreten der stylischen Etage.

Wenn dann aber in dem öffentlichen Bereich - wo die Gespräche mit Gästen stattfanden- schon gegen nachmittag Billard gepsielt oder Hip Hop Musik gehört wird, während die Gespräche noch laufen, sind das objektiv sicher keine optimalen Arbeitsbedingungen!

Das es am Ende des Tages dann doch nur ein offenes, hellhöriges Großraumbüro ohne jegliche Privats- oder Konzentrationsphäre war, ist nicht zu bestreiten.

Bei der Einstellung:
Man wurde mit den besten Apple Geräten gelockt, mit schnellen Aufstiegsmöglichkeiten, unglaublichen möglichen Gehältern und Sachen wie Zuschüssen zu den Öffentlichen etc. ...

Die Realität sah so aus:
Man bekam ein ca. 5 Jahre altes, gebrauchtes MacBook, welches am Tag 3 mal neugestartet werden musste oder vom IT-Support per Fernzugriff repariert werden musste.
Zudem gab es KEIN Geschäftshandy! Der Tag spielte sich bis zu 5 Stunden mit Gesprächen ab. D.h. entweder über das Laptop via Internet telefonieren, oder die private Telefonnummer hergeben!!! MVV Zuschuss ebenfalls erst ANTEILIG nach der Probezeit!

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Umweltbewusstsein ist beim arbeiten mit wenig Papier auf dem richtigen Weg.

Sozialbewusstsein war kein wirkliches Thema.

Gehalt/Sozialleistungen

Das Einstiegs-Fixgehalt ist in der Personalberatung grundsätzlich sehr niedrig.
Das Fixgehalt von Austin Fraser lag aber nochmals ca. 10-30% UNTER dem Durchschnitt der Münchner Mitbewerber!!!

Überstunden wurden nicht bezahlt.
30 Tage Urlaub war 2020 ein Novum, was ebenfalls nicht für ein innovatives Unternehmen spricht.

Home Office gab es notgedrungen erst ab März 2020 aufgrund der CoVid-19 Pandemie, und NICHT aus eigener Motivation.

Daher ist es wirklich sehr ironisch, dass ausgerechnet Austin Fraser nun so selbstverständlich mit einer flexiblen örtlichen und zeitlichen Arbeitweise wirbt.
Jeder der davor schon an Bord war, wird sich ein lachen nicht verkneifen können.

Ein altes MacBook, KEIN Firmenhandy, KEINE Überstunden, nur einen anteiligen Zuschuss zum MVV, Home Office aus der Not, dazu noch ein UNTERDURCHSCHNITTLICHES Gehalt können mit einem Designer Büro leider nicht aufgewogen werden und die Münchner Miete und Lebenshaltungskosten bezahlen.

Keiner der Kollegen/Innen hat ansatzweise das verdient, was zu Beginn in Aussicht gestellt wurde.

Zudem kam man sich oft vor wie ein einfältiger Call Center Mitarbeiter mit repetitiven Aufgaben.

Image

Das Image der Personalberatungen ist nicht wirklich gut.

Dies liegt zum einen daran, dass fast alle Unternehmen in diesem Bereich von wenigen Vorreitern aus Großbritannien abstammen.

D.h. nahezu haben die gleichen Strukturen:

Leiste viel, dann kannst du viel bekommen. Arbeite so wie man dir sagt. Niedrige Löhne und ein sehr hoher variabler Gehaltsanteil.
Work hard, Play Hard. --> Wenn man sich aufarbeitet, warten teure Einladungen zum Dinner oder zu kurzen Trips auf einen, die tatsächlich hochwertig sind!

Das es dann dort hauptsächlich ums "feiern, trinken, eskalieren" geht muss man mögen, sonst bleibt man besser gleich zu Hause!
Daher wohl auch die sehr geringe Anzahl an älteren Mitarbeitern.

Daher das Fazit: Mehr Schein als Sein. Friss oder Stirb.

Karriere/Weiterbildung

Da der Großteil der Mitarbeiter aus sehr jungen, extrovertieren Personen aus Berufen mit guten Kommunikationsfähigkeiten aber miserablen Gehaltsklassen (Hotellerie, Gastronomie, Dienstleistungsberufe...) und oft auch mittelmäßigen Bildungsklassen besteht, wird das Streben nach einem in Aussicht gestellten hohen - von der Bildung nahezu unabhängigen Bildungsniveau - erfolgsabhänigen Gehalt auch weiterhin junge Leute und Berufseinsteiger in die Personalberatung locken.

Sicherlich wird es auch ein paar wenige geben, die mit dieser Arbeitsweise und dem Druck oder der Sucht nach "mehr Geld = mehr Annerkenung, bessere soziale Stellung" in dieser Branche gutes Geld verdienen können.