39 Bewertungen von Mitarbeiter:innenkununu Prüfprozess
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39 Mitarbeiter:innen haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 3,6 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
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39 Mitarbeiter:innen haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 3,6 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Jedem neuen Consultant wird eine Chance gegeben, niemand wird gegen seinen Willen verheizt. Die auticon bemüht sich, auf die Eigenheiten der autistischen Consultants einzugehen (z.B. geräuschempfindlich, keine Telefonate, feste Ansprechpartner...), aber der reale Markt verlangt oftmals ganz andere Skills, wie Arbeit in wuseligen Großraumbüros und endlose Projektbesprechungen... Dies ist die große Herausforderung, der Zwiespalt zwischen dem sozialen Anspruch, autistischen Menschen eine reelle Chance im Arbeitsleben zu geben und dem wirtschaftlichen Zwang, gewinnorientiert zu agieren.
Jobcoaches und Projektmanager müssen oftmals oberhalb ihrer Belastungsgrenze arbeiten. Entsprechend hoch ist die Fluktuation.
Unwillige / unfähige Mitarbeiter in- und außerhalb des autistsichen Spektrums werden jahrelang mit durchgefüttert, ohne dass es irgendwelche Konsequenzen gibt.
Wer will, kommt in Eigeninitative voran.
Ist nicht vergleichbar mit "echten" Consultants auf dem freien Markt.
Auch Autisten sind nur Menschen. Mit der Mehrheit war die Zusammenarbeit äußerst kollegial und unkompliziert. Unterschiedliche Herangehensweisen und verschiedene "verhaltensoriginelle" Talente zusammen zu führen, kann zu fruchtbaren Ergebnissen führen. Leider gibt es mehr als genug autistische Kollgen, die nur ihre Sicht der Welt akzeptieren können, alles muss exakt nach ihren Vorstellungen laufen. Ansonsten droht eine völlige Verweigerungshaltung oder endlose Monologe darüber, warum sie ihre Arbeit nicht machen können. Arme Opfer... Aber wie gesagt, mit der Mehrheit war alles ok.
kommt immer darauf an, in welchem Projekt man gerade ist und wie die Bedingungen beim Kunden vor Ort sind.
Dafür fehlt oft die Zeit.
Es wird viel Wert darauf gelegt, dass sich die Mitarbeiter wohl fühlen. Da sich der Arbeitgeber auf Autisten spezialisiert, ist auticon auch sehr gut darin, auf die sehr vielfältigen Bedürfnisse der Consultants einzugehen. Die Kollegen haben die unterschiedlichsten Interessen und einen starken Zusammenhalt. Wer sich schon immer mehr Unterstützung von Seitens seins Arbeitgebers gewünscht hat, ist hier genau richtig. Es gibt nicht 'den einen Autisten', weshalb auch die Unterstützung individuell angepasst wird.
Manchmal kommt es vor, dass durch Kunden verursachte Stressfaktoren an den Consultant weitergegeben werden. Das Gehalt ist für die Branche relativ niedrig.
Eine bessere Abschirmung gegenüber von Kunden verursachter Stressfaktoren. Dann muss dem Kunden nun mal gesagt werden, dass eine Antwort etwas dauern kann oder Starttermine zu kurzfristig sind. Da muss auticon etwas mehr Rückgrat zeigen.
Gehaltsverhandlungen sind aber für viele Autisten sehr unangenehm, weshalb sie manchmal gemieden werden können. Ein strukturiertes, individuell abgesprochenes Aufstiegs- und Gehaltsmodell wäre sehr hilfreich.
Die Arbeitsatmosphäre innerhalb auticons ist gut. Es wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass sich die Consultants wohl fühlen. Allerdings kann es manchmal schon recht stressig vor sich gehen, da auticon ein Dienstleister ist und es vorkommt, dass durch Kunden verursachte äußerliche Stressfaktoren an den Consultant gebracht werden. Dann muss es mal schnell schnell gehen, womit Autisten nicht gut klar kommen.
Darüber kann ich nicht so viel sagen, weil ich mich nicht aktiv über das Image mit Mitarbeitern unterhalte. Ich höre aber generell eher positives.
Generell wird darauf geachtet, dass die Mitarbeiter nicht überfordert sind. Wenn es wichtige Termine gibt, reicht eine Mitteilung oder Meldung. Autisten haben manchmal Schwierigkeiten damit, festzustellen, wie es ihnen geht, deshalb gibt es regelmäßige Meetings, in denen darauf eingegangen wird. Sollte es Probleme geben, die sich auf das Wohl auswirken, werden diese meistens schnell gelöst. Sollten Stressfaktoren beim Kunden so groß sein, dass man sich für ein paar Tage erholen muss, wird es nicht nur unterstützt, sondern auch gefordert, dass sich autistische Mitarbeiter frei nehmen, um diesen Stress zu verarbeiten und einen längeren Ausfall zu verhindern. Nur der Urlaubsanspruch ist noch relativ niedrig und es gibt keine 80/20 Regel oder Ähnliches.
Wer will, der kann auch bei auticon aufsteigen. Das Problem hier ist nur, dass die Mitarbeiter aus Autisten bestehen und Autisten nicht dafür bekannt sind, gut Gespräche führen zu können. Wer weiterkommen und aufsteigen will, muss auch hier den ersten Schritt machen und dahinter sein, das kommt nicht automatisch. Es gibt außer der Projektfreien Zeit keine gesonderte Zeit für Weiterbildung, das ist schade. Wenn jemand oft in Projekten ist, wird es ihm schwer fallen, sich fortzubilden.
Das Durchschnittsgehalt ist relativ zum Branchendurchschnitt gering. Dies ist unter anderem dadurch bedingt, dass es bei auticon Mitarbeiter, sogenannte 'Job Coaches' gibt, die nur dafür eingestellt sind, um die autistischen Kollegen bei ihren Kunden zu unterstützen. Diese Unterstützung wird je nach Consultant mehr oder weniger gebraucht. Für manche ist sie unerlässlich. Genauso ist der Urlaubsanspruch geringer.
Naja, auticon stellt Autisten ein. Das ist doch schon mal sehr sozial.
Es herrscht ein enger und auch persönlicher Zusammenhalt unter den Kollegen. Man kann über Arbeit und auch über Privates
sprechen. Die autistischen Consltants sind nicht einfach unter sich, sondern es wird ein Zusammenhalt auch zwischen autistischen und neurotypischen Kollegen sehr geschätzt.
Es gibt auch ältere Kollegen. Das Altersspektrum ist ziemlich groß, da nur darauf geachtet wird, was jemand kann und nicht darauf, wie alt jemand ist oder wie lange er in welcher Branche gearbeitet hat.
Vorgesetzte und Job-Coaches treffen nie endgültige Entscheidungen ohne die Consultants mit einzubeziehen. Es wird immer darauf geachtet, dass sich ein Consultant bei einem potenziellen Kunden wohl fühlt. Sollte die Arbeitssituation sich sehr negativ entwickeln, wird schnell gehandelt und zur Not der Consultant auch aus dem Projekt geholt. Das ist wirklich nicht selbstverständlich. Vorgesetztengespräche sind immer direkt, ehrlich und zielführend.
Die Arbeitsbedingungen in den auticon Büros sind generell sehr gut. Es wird außerdem sehr darauf geachtet, dass sich die Consultants auch beim Kunden wohl fühlen. Dafür gibt es Gespräche mit Kunden, Aufklärungen zum Autismus und jeder Consultant wird individuell nach Störfaktoren und Szenarien, die Reizüberflutung auslösen können gefragt. Präferenzen wie 'keine laute Geräuschkulisse', 'kein Großraumbüro', 'keine zu hellen Lichter', 'bitte ein Platz am Fenster', 'nicht mit dem Rücken zum Raum' werden dem Kunden immer mitgeteilt. Wenn gemerkt wird, dass der Kunde nicht bereit ist, dem Consultant das nötige Arbeitsumfeld bereitzustellen, wird der Consultant nicht dazu gezwungen, dort zu arbeiten. Autisten, die nicht normale Arbeitszeiten bevorzugen, werden nicht dazu gezwungen, von 8 bis 16Uhr zu arbeiten, sondern können sich - soweit auticon darauf Einfluss hat - ihre Zeit komplett eigenständig einteilen.
Die Kommunikation ist generell sehr gut. Fragen werden transparent und direkt beantwortet, die Vorgesetzten sind stets darum bemüht, dass die Consultants alle Informationen so schnell wie möglich bekommen. Direkter Kontakt zu Vorgesetzten ist genauso möglich und sehr unkompliziert. Informationen über mögliche Kunden bekommt man auf Nachfrage direkt.
Es wird hier nicht darauf geachtet, welches Geschlecht oder welche sexuelle Orientierung jemand hat. Das einzige was zählt ist, was jemand kann. Immerhin bestehen die Consultants aus Autisten, von denen einige vor auticon nicht einen einzigen Tag fest angestellt waren und die Hamburger Niederlassung hat eine weibliche Leitung. Natürlich kann es immer sein, dass Bewerber abgewiesen werden aber das hat nie persönliche, sondern nur professionelle Gründe. Wenn du das, wofür du dich bewirbst, gut kannst, dann wirst du genommen. Egal ob alt oder jung, weiblich, männlich oder divers, jahrelang Erfahrener oder Quereinsteiger.
auticon hat eine sehr große Auswahl an Kunden in diversen Branchen. Je nach persönlichem Profil hat man deshalb die Chance, mit der Zeit sehr weit gefächerte Aufgaben zu erhalten. Genauso gibt es seit Kurzem ein Programm, das interessante interne Projekte anbietet, an denen sich Mitarbeiter weiterentwickeln können. Allerdings kann es je nach Profil auch vorkommen, dass für einen Consultant für längere Zeit kein Kunde gefunden wird. In diesen Downtimes, die in dieser Branche immer vorkommen, werden die Consultants allerdings dazu angeregt, sich weiterzubilden, Zertifikate abzuschließen oder in interne Projekte zu gehen.
Die Akquise zur Kundengewinnung wird einem abenommen.
Die autistischen Kollegen.
Etwas wirklich Gutes: Ich lernte über auticon, bei Arbeitgebern über meinen Autismus zu sprechen. Da mich meine Chefs bei Vorstellungsgesprächen bei Kunden begleiteten, konnte ich mir abgucken, wie sie für mich warben. Seitdem kann ich mich selber besser anbieten, ich traue mich zu sagen, was ich einfach nicht kann (starken Lärm aushalten z.B.) - und kann zugleich aber bewerben, was ich vielleicht besser als andere Mitarbeiter kann.
Obwohl ich mehrfach wegen meiner guten Arbeit von allen Kunden gelobt wurde, bekam ich ein schlechtes Arbeitszeugnis.
Tipp: Auf jeden Fall darauf bestehen, dass es umgeschrieben wird. Auch hier lohnt sich die oben erwähnte Rechtsschutzversicherung.
Es fehlt eine Behindertenvertretung.
Kaum zu glauben: Eine Firma, die fast nur aus Behinderten besteht hat keine Behindertenvertretung!
Alleine das sollte einen nicht nur stutzig machen.
Ebenso fehlt ein Betriebsrat, den auticon stets aktiv verhindert.
Tipp: Wichtiges schriftlich festhalten und dem Vorgesetzten per Mail schicken: Cover your ass!
Obwohl die Gehälter der Jobcoaches über das Integrationsamt finanziert werden, wird den Autisten eingeredet, sie müssten auf Gehalt verzichten, um diese zu bezahlen. Von den 10 h, die mir eine Arbeitsassistenz pro Woche zustand, habe ich immer höchstens zwei Stunden genutzt, in extremen Konflitkfällen mal vier bis fünf.
Tipp: Sucht Euch eine eigene Arbeitsassistenz! Das Integrationsamt bietet dafür Firmennamen, die das leisten. Ebenso können aber auch Freunde oder Familienmitglieder als solche genutzt werden.
Die Jobcoaches standen im Streitfall immer auf der Seite von auticon, mit ist kein Fall bekannt, wo sie sich offen gegen die Führung ausgesprochen hätten.
Im Gegenteil, mehrfach erlebte ich, dass sie plötzlich ihre Meinung wechselten.
Die Überschrift ist negativ gemeint.
Die ersten Monate waren großartig, bis ich durch meinen Autismus Schwierigkeiten beim Kunden bekam.
Ab da wurde ständig Druck auf mich ausgeübt und zwar in einer Weise, wie ich es kaum von anderen Firmen her kenne.
Wobei, in den guten Zeiten, wenn ich keine Konflikte beim Kunden hatte, lief es meist auch mit meinen auticon Chefs gut. Dafür gibt es den Spruch: "Schönwetter-Führung". Bei schlechtem Wetter wird die Führung plötzlich auch schlecht.
Wichtig: Auticon ist eine Mitarbeiter-Vermietungs-Firma. Dadurch hat auticon keinen Einfluss auf die Arbeitsverhältnisse- und Arbeitsatmosphäre vor Ort.
Am besten beschreibt es wohl Folgendes:
Nach auticon schloss ich sofort eine Arbeits-Rechtschutzversicherung ab - lohnt sich bei auticon. Doch währenddessen verdiente ich nicht genug Geld.
Als ich längerfristig krank wurde, musste ich alle zwei Wochen detailliert über meinen Gesundheitszustand berichten.
Auticon mischte sich sogar in die Behandlung ein.
Rückblickend schäme ich mich, dass ich ihnen soviel Macht über mich gab.
Tipp: Wenn Du krank wirst, erzähl ihnen nichts über Deine Krankheit und besonders nicht über die Genesungsdauer, vor allem nicht am Telefon.
Sie werden Dir schreiben, dass sie Dich bald kündigen.
Tipp:
Nach der Probezeit muss man länger als 18 Monate krank sein, um gekündigt zu werden, oder zumindest muss der Arbeitgeber nachweisen, dass Du in der Zeit nicht gesund wirst.
Mir fehlte leider die Kraft für einen Rechtsstreit. Zumal viele Lügen in der Kündigung standen, die ich leicht mit mehreren Projektleitern meiner Kunden hätte entlarven können.
Unter den Autisten war es immer super!
Nach außen hui, von innen oft pfui.
Ich glaube den Managern, dass sie sozial sein wollen. Doch sind sie es oft nicht. Wenn ich Konflikte mit meinen Chefs hatte und ich sprach mit Freunden, Ärzten, Psychologen oder Arbeitskollegen vom Kunden, konnten sie nicht glauben, wie meine Chefs agierten. Sie waren oft fassungslos: "Ist Deine Firma nicht auf Autisten spezialisiert?" Obwohl die Chefs viel über Austisten wissen, wenden sie es in Konflikten oft nicht an. Beispielsweise werden Konfliktgespräche nicht angekündigt.
Bei Kritik fühlten sich alle Manager (die ich kenne) bei mir angegriffen und reagierten beschimpfend, sogar beleidigend.
Die Vorgesetzten führen mit emotionaler Erpressung. So wurde bei wirklich jedem Konflikt angedeutet, dass man mich entlassen will.
Emotionale Erpressungen - Schulung für die Manager dringend nötig. Ich bin mir sicher, dass sie oft nicht wissen, dass sie welche anwenden. ein Beispiel dafür: "Dein Kollege X schafft es doch auch, warum Du nicht?"
Alle Chefs können charmant und einfühlend wirken. Das können funktionale Soziapathen (Narzisten und Psychotpathen) auch. Vier Kollegen und ich sind überzeugt, dass auticon einge in der Führung hat.
Beim Einstieg bei einem Kunden ist meist alles super. Wehe, es treten Schwierigkeiten wie Lärm oder Überreizung auf.
Mein Hinweis, als Autist könne ich Lärm, der selbst meine NT Kollegen krank machte nicht länger aushalten, wurde ich vom Management beschimpft.
Wenn es schwierig beim Kunden wurde, wurde ich schon mal gefragt, ob ich lieber von dem Kunden abgezogen werden wolle. Vorsicht Falle!
Autistisch naiv löste ich das Problem zusammen mit dem Kunden, dachte ich, leider kam es auf andere Weise wieder und ich wollte jetzt weg. Jetzt ging es nicht mehr.
Tipp: Wenn man Dir anbietet zu gehen, nutze es. Versuche nicht Konflikte beim Kunden zu lösen. Wenn es schief geht, bist Du schuld, nicht der Kunde. Außerdem wirst Du jetzt durchhalten müssen.
Ich persönlich wurde "über den Tisch gezogen". Mein Anfangsgehalt lag bei kaum höher als dem Hartz IV Satz. Selbst nach einer Gehaltserhöhung erhielt ich beim nächsten Arbeitgeber das doppelte.
Lasst Euch nicht ein auf ein Versprechen wie: Nach einem Jahr bekommst Du mehr. Und wenn, dann lass es Dir in Deinen Arbeitsvertrag schreiben.
Die Mission ist super
Ganz klar: der Umgang mit Konflikten. Wenn aufgrund eines problematischen Teammitgliedes andere Kollegen in die Verzweiflung getrieben werden und trotzdem keinerlei Lösung vom Management herbeigeführt wird. Das spricht für mich nicht nur für einen schwachen Führungsstil, sondern auch für mangelhafte Empathie.
Besser und klarer kommunizieren. Mitarbeiter in Prozesse mit einbinden, und bei Konflikten als Kommunikationspartner und Exekutive vorhanden sein (nicht nur ein Schauspiel bieten).
An sich ein nettes Arbeitsumfeld, jedoch gab es Teammitglieder, die mein Arbeitserlebnis bei auticon erheblich getrübt haben. Die Tatsache, dass diese sehr teamschädigenden Kollegen weiterhin im Unternehmen bleiben durften, war für mich ein großer Abzug.
Die Mission von auticon ist klar und toll: Autisten die Möglichkeit bieten, einen Fuß in die (IT)-Arbeitswelt zu setzen und langfristige Aussichten für eine Anstellung zu finden.
Prinzipiell war der Zusammenhalt gut, dieser wurde jedoch durch manche Teammitglieder stark beeinträchtigt.
Eine Lösung zu den Konflikten mit den für mich problematischen Teammitgliedern wurde nicht angeboten, mit fadenscheinigen Argumenten wurden "Kompromisse" gebildet, die letzten Endes zu keiner Veränderung geführt haben.
Kommuniziert wurde nicht viel: von einem fehlenden Onboarding Prozess bis hin zu undurchsichtiger Kommunikation zwischen den einzelnen Abteilungen war alles dabei (oder in diesem Fall: nichts)
Ich fühlte mich in diesem Unternehmen absolut im Stich gelassen und hatte nur selten das Gefühl, benötigt o. gebraucht zu werden.
Die Aufgeschlossenheit zu individuellen Stärken und Schwächen (nicht nur unter den Autisten) ist im Unternehmen sehr stark ausgeprägt. Es steht immer der Autismus im Vordergrund, nicht der Gewinn. Als Autist habe ich das erste mal Möglichkeiten, mich zu Entwickeln und einzubringen, die ich vorher nie wirklich wahrnehmen konnte. Während meine Zukunft in anderen Unternehmen immer ungewiss war und mir Bauchschmerzen bereitete, fühle ich mich bei auticon in der Lage, eine reale Zukunft aufzubauen. Autismus kann und wird hier sehr oft Thematisiert und ist jeden Tag präsent. Trotzdem wird man nicht als Autist behandelt, sondern als Kollege. Nach einem Jahr bei auticon kann ich mir nicht mehr vorstellen, in einem anderen Unternehmen zu arbeiten, wo ich über all diese Dinge nicht mehr so offen reden kann wie hier.
Das Unternehmen ist im ständigen Wandel und Verbessert sich. Besonders da Autismus sehr unerforscht ist. Auticon verbessert sich in vielen Bereichen. Aber es muss an diesem Verbesserungsprozess nichts verbessert werden. Verbesserung ist ein Kernelement von auticon, auf das viel Wert gelegt wird.
Die Arbeitsatmosphäre wird sehr stark auf die Bedürfnisse des Consultant angepasst. Jeder kann sich daher im Rahmen der Möglichkeiten seine eigene Arbeitsatmosphäre schaffen. Die Aufgaben als IT-Consultant sind auch sehr vielfältig, auch dort kann man sich seinen bevorzugten Aufgaben zuteilen lassen, was die Atmosphäre stark beeinflusst. Daher ist jeder im großen Maße selber mitverantwortlich und kann mitbestimmen.
Das Image von auticon hängt sehr stark mit dem Image vom Autismus zusammen. Und dieses Image ist sehr verzerrt in der Öffentlichkeit. Daher leistet auticon permanent Image-Arbeit, sowohl über Autismus generell als auch auticon im speziellen. Allgemein wird auticon aber als sehr positiv aufgenommen, sowohl auf dem Arbeitsmarkt, in der Öffentlichkeit und auch unter den Mitarbeitern. Schließlich ist auticon ein Unternehmen, dass eine klare Soziale Aufgabe erfüllt.
Ich arbeite in Teilzeit mit 30 Stunden pro Woche. Es gibt diverse Modelle, von 20 Stunden bis 40 Stunden. Auch hier wird sehr individuell auf den Consultant eingegangen. Es gibt auch die Möglichkeit, diese Anstellung zu ändern und mal andere Zeiten auszuprobieren.
Auch Homeoffice ist sehr oft möglich und es wird sehr viel Rücksicht auf die autistischen Probleme genommen was das Stresslevel angeht. Daher spielt gerade der Work-Life-Balance Faktor eine entscheidene Rolle bei auticon, da gerade dieser Aspekt vielen Autisten im "normalen" Arbeitsleben Probleme macht.
Die Stelle als IT-Consultant im Unternehmen ist nicht strikt eingegrenzt, man kann sich auf unterschiedlichste Bereiche Spezialisieren. Egal ob es Programmiersprachen sind, Programme oder Prozesse. Als IT-Consultant ist man auch nicht "nur" Entwickler, sondern ist als Kernelement von auticon auch ein aktiver Teil er Entwicklung. Natürlich bestimmt jeder selbst, wie sehr er sich beteiligen möchte. Doch allen Mitarbeitern steht es offen, an Entscheidungen teil zu nehmen und die Position der Consultants zu vertreten. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich komplett daraus zurück zu ziehen, wenn es einen überfordert. In keinem anderen Unternehmen hat man aber als Autist eine so aktive Rolle, was die eigene Karriere und Weiterentwicklung der Firma angeht. Da die Hierarchie auch sehr flach ist und auticon sich stark Entwickelt und erweitert, ist den Consultants auch keine Grenze gesetzt, welche Aufgaben sie im Unternehmen erfüllen können. Und dies gilt natürlich auch für alle Nicht-Consultants im Unternehmen. So sind viele Mitarbeiter nicht nur auf eine Aufgabe begrenzt, sondern können auch im Unternehmen diverse Rollen ausprobieren.
Das Gehalt kann sich nicht mit vergleichbaren Gehältern in größeren IT-Unternehmen messen. Zum einen weil die Spezialisierung auf den Autismus sehr viel Zusatzpersonal und Zusatzaufwand benötigt. Dennoch ist das Gehalt gut und ich verdiene mehr als in meiner alten Firma, wo ich 12 Jahre als Entwickler tätig war.
Auticon lebt den Kontakt zum Autismus sehr stark aus. Es gibt viele Umfragen, Events, Vorlesungen und ähnliches zum Thema Autismus. Daher ist das Sozialbewusstsein eines der Kernaufgaben von auticon. Und da Greta Thunberg momentan die berühmteste Autistin ist, die sich für Umweltbewusstsein einsetzt, schwinkt dies natürlich auch im Unternehmen mit. Dennoch ist der Hauptfokus natürlich das Sozialbewusstsein in Hinblick auf den Autismus in der Arbeitswelt.
Auch dies ist sehr Autisten-spezifisch, da viele Autisten gerne alleine und etwas isoliert arbeiten. Das heißt, ein geringerer Kollegenzusammenhalt ist teilweise sogar erwünscht. So wird auf Consultants Rücksicht genommen, die wenig mit Kollegen zusammen arbeiten möchten (sie erhalten separate Räume, müssen nicht an Events teilnehmen und können sich generell vom Büro-Alltag zurück ziehen, ohne dass ihnen dies übel genommen wird).
Andere Consultants arbeiten gerne enger mit anderen Kollegen zusammen, und dort gibt es dann einen starken Kollegenzusammenhalt. Besonders da alle die gemeinsame Diagnose verbindet und man offen über Probleme, Diagnosen, Therapien usw. reden kann.
Das Altersspektrum im Unternehmen ist sehr vielfältig. Sowohl bei den Consultants, als auch im Vertrieb. Auticon hat zwar den Fokus darauf, Autisten einzustellen, aber auch die Nicht-Autisten bei auticon bekommen Chancen, die viele Arbeitgeber nicht bieten. So spielt auch bei den Nicht-Autisten das Alter und die Vorgeschichte eine andere Rolle als in anderen Unternehmen. Auch Nicht-Autisten im Unternehmen haben oftmals eine belebte und schwierige Vergangenheit, was das gegenseitige Verständnis erhöht. Es gibt sowohl sehr junge Consultants, die bei auticon ihren ersten Arbeitsplatz gefunden haben, es gibt viele Consultants die erst spät ihre Diagnose erhalten haben und schon viele Jahre in anderen Firmen gearbeitet haben. Es gibt auch Consultants die schon sehr lange um einen Platz am Arbeitsmarkt gekämpft haben und bei auticon aufgenommen wurden. Gerade für ein IT-Unternehmen ist der Altersunterschied vielfältig, besonders da IT-Unternehmen sehr oft von jungen Angestellten geprägt sind.
Die Hierarchie bei auticon ist sehr flach und übersichtlich. Die Vorgesetzten, sofern es diese überhaupt gibt, sind sehr engagiert. Damit meine ich, dass man nicht immer wirkliche Vorgesetzte hat, sondern als Consultant recht autonom ist. Man ist einem Projekt zugeordnet und hat einen Projektleiter, der einem Vorgesetzten am nähsten kommt. Wenn man bei Kunden vor Ort arbeitet, werden die dortigen Vorgesetzten über den speziellen Autismus des Consultant aufgeklärt und es werden klare Regeln vorgelegt (ist Händeschütteln erwünscht, ist ein starker Rückzug gewünscht, ist ein klarer Ansprechpartner erwünscht usw.) Sollte es Probleme mit Vorgesetzten geben, hat jeder Consultant einen eigenen Jobcoach, der genau für solche Probleme zuständig ist und dem Consultant individuell hilft und sich auch für den Consultant beim Kunden einsetzt.
Da Autisten sehr spezielle Bedingungen brauchen, und diese auch völlig individuell sind, wird gerade dieser Bereich extrem gefördert. Das bedeutet nicht, dass alle Bedingungen geschaffen werden können, aber auticon ist immer sehr bemüht, diese zu erreichen. Und das in einem viel größeren Rahmen als andere Unternehmen.
Kommunikation unter Autisten ist kompliziert. Auf Firmenebene noch umso mehr. Da auticon diese Kommunikation aber bewusst als Aufgabe sieht, finden hier viele Verbesserungen, Experimente und Entwicklung statt. Die Kommunikation ist oft nicht optimal, aber für autistische Verhältnisse auf sehr hohen Niveau. Keine andere Firma hat mir bisher solche Kommunikationsmittel geboten. Es gibt Kommunikationsprogramme für ganz Deutschland (so dass man auch mit Mitarbeitern am anderen Ende von Deutschland über gemeinsame Interessen chatten kann). Projektbezogen gibt es auch diverse Kommunikationsprogramme, um sich mit den Teammitgliedern und den Kunden auszutauschen.
Ein wichtiger Punkt für Autisten und auch ein Kriterium, weshalb ich auticon gewählt habe. Gleichberechtigung mit einer "Behinderung" ist schwer zu erreichen. Besonders wenn es keine so greifbare Behinderung ist. Bei auticon wird man nicht als Behindert wahrgenommen, man wird auch nicht aufgrund einer Behinderung eingestellt oder erfüllt eine Behindertenquote. Bei anderen Unternehmen hat man als Autist oft nur die Chance, über die Behinderung eingestellt zu werden. Bei auticon ist man zwar als Autist eingestellt, aber aufgrund der Fähigkeiten als Autist, nicht aufgrund der Behinderung. Und dies ist auch der Grundstein von auticon, der das Unternehmen von allen anderen unterscheidet.
Die Aufgaben bei auticon sind sehr vielfältig. Es gibt viele unterschiedliche Projekte. Jeder kann sich spezialisieren auf unterschiedliche Bereiche. Hier wird sehr genau nach den Stärken des Consultant geschaut. Ist er sehr ordnungsliebend? Programmiert er gerne? Arbeitet er gerne im Team? Plant er gerne Abläufe?
Da auticon diese Stärken "verkauft", werden die Stärken auch ganz individuell betrachtet und gefördert.
So ziemlich alles.
Geld vom Integrationsamt wird eingestrichen und Mitarbeiter sitzen nur rum.
Findet nicht statt
Nicht vorhanden
Wertschätzung
- auticons Idee ist unterstützenswert
- es gibt Consultants, die einen tatsächlichen Mehrwert durch das Jobcoaching-Modell haben
- gute Marketingabteilung
- das erfolgreiche Marketing führt zu einem Bewusstsein für die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Menschen mit einer Diagnose im Autismusspektrum
- gibt arbeitslosen Menschen mit Diagnose im Autismusspektrum eine Chance auf eine Arbeit, die sie sonst nicht bekommen hätten
- schlechte Organisation (insbesondere bzgl. Akquise, Ressourcenallokation u. Projektplanung)
- Gehalt u. Sozialleistungen weit unter Marktniveau
- kaum Weiterbildungen
- hoher Druck auf die Consultants (mehr als ich bei anderen Arbeitgebern je erlebt habe)
- ruppiger Umgang mit unliebsamen Consultants
- definitiv kein geeigneter Arbeitgeber für Menschen mit einer Diagnose im Autismusspektrum, die schon anderweitig auf dem Arbeitsmarkt Fuß gefasst haben
- langfristige, strategische Planung statt "Bauchladen"
- sinnvolle Weiterbildung der Consultants
- echte u. wirksame Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse von Consultants
- Einführung marktüblicher Gehälter und Sozialleistungen
Erste Firma, die Autisten eine Chance am ersten Arbeitsmarkt ermöglicht und somit die Chance gibt Erfahrungen zu sammeln. Auch, wenn die Autisten sehr robust sein müssen, um bestehen zu können.
dafür, dass klar sein müsste, dass Autisten nicht sehr gut für sich selbst einstehen können, müssen sie viel zu sehr agieren, wie in klassischen Unternehmen. Die Unterstützung, die durch Job Coaches versprochen wird, sollte wieder gewährleistet sein. Das war mal deutlich besser...
Gleichbehandlung von MA mit und ohne Autismus, womit man wirbt, sollte man auch einhalten
allgemein steigende Umzufriedenheit
viele bleiben, weil sie sich einen Wechsel nicht zutrauen
...siehe Thema Gleichbehandlung...
Super Zusammenhalt untereinander
sieht man praktisch nie, scheint kein Interesse an Kontakt zu seinen Mitarbeitern zu haben.
allgemeine Themen der Firma werden nicht mehr an Autisten weitergegeben, früher gab es ein-viermal im Jahr entsprechende Meetings an denen alle teilgeommen haben.
noch sehr viel Luft nach oben, auf Augenhöhe wird hier nicht gearbeitet
Gut finde ich, daß überhaupt mal jemand in Deutschland den Versuch macht, autistisch begabte Menschen im ersten ARbeitsmarkt zu etablieren.
Es scheint vorrangig darum zu gehen, die Fördermittel vom Arbeitsamt abzuschöpfen.
Es sollte mindestens ein autistisch begabtes Vorstandsmitglied die Interessen der autistisch begabten Mitarbeiter dort vertreten. Autisten sollten grundsätzlich auch Budget- und Personalverantwortung übernehmen dürfen. Alles dieses ist meines Wissens jedoch nicht vorgesehen.
So verdient kununu Geld.