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Gehalt unpünktlich, Arbeitsrecht ignoriert: Vorsicht vor toxischem Klima und fragwürdigen Praktiken!

1,5
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 im Bereich Administration / Verwaltung in Bochum gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die Kollegen, die trotz der extrem schwierigen und toxischen Rahmenbedingungen jeden Tag versuchen, den Betrieb irgendwie aufrechtzuerhalten. Außerdem bietet das Unternehmen unfreiwillig eine bemerkenswert steile Lernkurve für das weitere Berufsleben: Man lernt hier in Rekordzeit die absoluten Grundlagen des deutschen Arbeitsrechts kennen, wird zum Experten für lückenlose Beweissicherung (z.B. durch das Archivieren von DHL-Zustellnachweisen und Fax-Sendeberichten) und begreift sehr schnell, wie essenziell eine gute Rechtsschutzversicherung oder Gewerkschaftsmitgliedschaft ist. Diese Lektionen für die Zukunft sind unbezahlbar.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Kurz zusammengefasst: Die eklatante Unzuverlässigkeit bei den Gehaltszahlungen (in meiner gesamten Zeit nicht einmal pünktlich überwiesen), die bewusste Ausnutzung von unbezahlter Mehrarbeit und der fast schon systematische Versuch, geltendes Arbeitsrecht bei Vertragsauflösungen zum eigenen finanziellen Vorteil umzudeuten. Hinzu kommen völlig veraltete, teils höchst bedenkliche Umweltstandards in der Werkstatt und eine toxische Unternehmenskultur, die von oben herab von tiefem Misstrauen, Kontrollzwang und fehlender Wertschätzung geprägt ist. Man muss sich hier rechtlich extrem gut absichern, um nicht den Kürzeren zu ziehen.

Verbesserungsvorschläge

- Grundlagen des Arbeitsrechts aneignen:
Dringende Schulung oder juristische Beratung in Bezug auf gesetzliche Kündigungsfristen, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und die korrekte Abwicklung von Vertragsauflösungen.

- Zahlungsmoral drastisch verbessern:
Die vertraglich vereinbarten Gehälter müssen pünktlich zum Monatsende überwiesen werden. Alles andere ist respektlos und existenzgefährdend für die Angestellten.

- Führungsstil modernisieren:
Weg von Mikromanagement, Misstrauen und Gutsherrenart - hin zu Transparenz, Wertschätzung und Kommunikation auf Augenhöhe. Eigeninitiative der Mitarbeiter belohnen, statt sie vertraglich auszunutzen.

- Umwelt- und Qualitätsstandards einhalten:
Die Werkstattprozesse (insbesondere im Umgang mit Betriebsflüssigkeiten) dringend auf geltende gesetzliche und herstellerspezifische Umwelt- und Entsorgungsvorgaben prüfen und diese rigoros umsetzen.

- Professionelle Kommunikation:
Verlässlichkeit bei Absprachen schaffen und keine falschen schriftlichen Behauptungen (z.B. über angeblich nicht zugestellte Pakete) aufstellen.

Arbeitsatmosphäre

Die Atmosphäre ist permanent von einer spürbaren Anspannung und einem tiefgreifenden Misstrauen geprägt. Es herrscht eine Arbeitskultur, in der überdurchschnittlicher Einsatz zwar gerne gesehen und unausgesprochen erwartet wird, am Ende aber weder Wertschätzung erfährt noch entlohnt wird. Eigeninitiative (wie beispielsweise früheres Erscheinen, um den reibungslosen Ablauf zu sichern) wird stillschweigend hingenommen, im Nachhinein jedoch streng nach Vertragspassus als 'nicht angeordnet' abgebügelt. Man hat als Arbeitnehmer ständig das Gefühl, jede Absprache schriftlich und juristisch absichern zu müssen. Ein produktives, vertrauensvolles und gesundes Arbeiten ist unter diesen Bedingungen schlichtweg nicht möglich.

Image

Nach außen hin sonnt man sich gerne in der Exklusivität, gefühlt der letzte verbliebene Vertragshändler der Marke in der weiteren Umgebung zu sein. Wer jedoch einen Blick hinter die Kulissen wirft, merkt schnell, dass die Fassade gewaltig bröckelt. Den modernen, hohen Vorgaben und Qualitätsstandards, die ein Weltkonzern an seine offiziellen Vertragspartner stellt, scheint man hier im Arbeitsalltag kaum noch gerecht werden zu können - sei es bei zeitgemäßen Prozessen, der Mitarbeiterführung oder rechtlichen und ökologischen Standards. Man zehrt hier von einem Image aus vergangenen Tagen, das mit der heutigen Realität im Betrieb leider nicht mehr viel gemein hat.

Work-Life-Balance

Offiziell gelten natürlich die vertraglich starr festgelegten Arbeitszeiten (z.B. 8:00 bis 17:00 Uhr). In der Praxis sieht die Realität jedoch ganz anders aus: Es wird stillschweigend erwartet, dass man deutlich früher erscheint, um den morgendlichen Betriebsablauf vorzubereiten und reibungslos ans Laufen zu bringen. Sobald es dann jedoch um die korrekte Vergütung oder einen fairen Freizeitausgleich für diesen täglichen Mehraufwand geht, wird plötzlich wieder eiskalt auf den genauen Wortlaut des Arbeitsvertrages gepocht. Die geleistete Vorarbeit wird im Nachhinein zynisch als 'freiwillig' und 'nicht abgesprochen' deklariert und somit schlichtweg nicht bezahlt. Flexibilität wird hier als absolute Einbahnstraße gelebt - der Arbeitnehmer gibt, das Unternehmen nimmt. Eine gesunde oder gar faire Work-Life-Balance ist hier absolut nicht existent.

Karriere/Weiterbildung

Das Thema Personalentwicklung oder strukturierte Karriereförderung existiert in diesem Betrieb de facto nicht. Fort- und Weiterbildungen werden hier offensichtlich nicht als essenzielle Investition in die Qualität des Autohauses oder in die Mitarbeiter gesehen, sondern scheinbar rein als lästiger Kostenfaktor betrachtet. Wer als motivierte Fachkraft den Anspruch hat, sich methodisch, technisch oder persönlich weiterzuentwickeln, stößt hier recht schnell an eine gläserne Decke - oder vielmehr auf absolute Desinteresse. Ein durchdachter Karriereplan ist hier ein absolutes Fremdwort. Der einzige 'Aufstieg', den man hier erwarten kann, besteht darin, noch mehr Verantwortung übernehmen und noch mehr unvergütete Mehrarbeit leisten zu dürfen, ohne dass sich dies jemals in echter Wertschätzung oder auf dem Gehaltszettel widerspiegelt. Für ambitionierte Menschen, die beruflich vorankommen möchten, ist dieses Unternehmen eine absolute Sackgasse.

Gehalt/Benefits

Wer sich darauf verlässt, dass sein Gehalt wie vertraglich vereinbart pünktlich zum
Monatsende auf dem Konto ist, wird hier leider jeden Monat aufs Neue enttäuscht. In meiner gesamten Anstellungszeit kam das Geld nicht ein einziges Mal fristgerecht an - ein absolutes No-Go für jeden, der am Monatsersten fixe Abbuchungen wie Miete oder Raten bedienen muss. Neben dieser mangelhaften Zahlungsmoral sucht man zusätzliche Sozialleistungen oder Benefits vergebens. Besonders bitter: Täglicher Mehraufwand (früheres Erscheinen) wird zwar stillschweigend erwartet, aber am Ende kategorisch nicht vergütet. Verlässt man das Unternehmen, muss man sich zudem auf den Versuch einstellen, dass verbriefte Kündigungsfristen oder Ansprüche auf Lohnfortzahlung durch juristisch unhaltbare Auslegungen zum finanziellen Nachteil des Mitarbeiters gekürzt werden sollen. Man muss seine vertraglichen Rechte hier extrem genau kennen und bereit sein, diese notfalls mit rechtlichem Nachdruck einzufordern.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Beim Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit stellen sich einem teilweise die Nackenhaare auf. Besonders der alltägliche Werkstatt-Umgang mit toxischen Betriebsflüssigkeiten (wie beispielsweise Kühlwasser) wirkte auf mich oftmals höchst befremdlich und ließ zeitgemäße Standards der fachgerechten Entsorgung völlig vermissen. Ein modernes, rechtskonformes Umweltbewusstsein scheint hier im Betriebsalltag absolut keinen Platz zu haben - der Fokus liegt offenbar rein auf Kosten- und Zeitersparnis. Wer als Mechaniker Wert auf sauberes, umweltgerechtes und vorschriftsmäßiges Arbeiten nach Branchenstandard legt, wird hier schlichtweg fassungslos sein. Auch ein soziales Bewusstsein gegenüber den Mitarbeitern existiert, wie in anderen Kategorien beschrieben, praktisch nicht.

Kollegenzusammenhalt

Die Kollegen an sich sind absolut in Ordnung und man merkt deutlich, dass man als Belegschaft im selben Boot sitzt. Allerdings lässt die toxische Grundstimmung und der permanente Druck von oben kaum Raum für ein echtes, positives 'Wir-Gefühl'. Es handelt sich eher um eine Zweckgemeinschaft von Leidensgenossen, in der jeder versucht, seinen eigenen Arbeitsalltag irgendwie unbeschadet zu überstehen. Man hilft sich untereinander, wenn es brennt, aber die desaströsen Rahmenbedingungen und das fehlende Vertrauen der Geschäftsführung ersticken jede echte Teamentwicklung im Keim. Man teilt sich den Stress, aber das macht leider noch kein starkes Team.

Umgang mit älteren Kollegen

Eigentlich sollten langjährige Berufserfahrung und das Fachwissen älterer Kollegen in einem Betrieb dieser Größe als wertvolles Kapital geschätzt werden. Leider lässt die Geschäftsführung auch hier den grundlegenden Respekt vermissen. Erfahrungswerte werden kaum aktiv in Prozesse eingebunden oder wertgeschätzt. Stattdessen unterliegen auch die älteren Mitarbeiter demselben starren Kontrollzwang und dem tief sitzenden Misstrauen von oben. Loyalität und jahrzehntelange Arbeitsleistung zählen am Ende des Tages wenig, wenn sie nicht permanent mit bedingungsloser Unterordnung und unbezahltem Mehraufwand einhergehen. Ein würdevoller und wertschätzender Umgang mit der erfahrenen Belegschaft, wie man ihn in einem seriös geführten Betrieb erwarten würde, ist hier leider absolut nicht spürbar.

Vorgesetztenverhalten

Das Verhalten der Geschäftsführung lässt wesentliche Kernkompetenzen einer modernen Führungskraft vermissen - insbesondere in den Bereichen Integrität, Konfliktlösung und Verlässlichkeit. Solange man reibungslos funktioniert und mehr leistet als vertraglich gefordert, bleibt es ruhig. Kommt es jedoch zur Trennung, zeigt sich ein erschreckendes Maß an Unprofessionalität. Statt eines sauberen
Offboardings wird versucht, geltendes Arbeitsrecht (wie z.B. bindende Kündigungsfristen) zum finanziellen Nachteil des Mitarbeiters umzudeuten. Zudem werden nachweisbare Fakten wider besseres Wissen bestritten. Ein Vorgesetzter sollte ein Vorbild an Transparenz und Fairness sein - hier regiert stattdessen eine Kultur der juristischen Trickserei und der Vermeidung von Verantwortung. Respektvolle Führung auf Augenhöhe sieht leider völlig anders aus.

Arbeitsbedingungen

Die räumlichen und technischen Rahmenbedingungen mögen auf den ersten Blick zweckmäßig erscheinen, doch die wahren 'Arbeitsbedingungen' werden durch das allgegenwärtige Misstrauen und eine extrem kleinkarierte Auslegung von Regeln gezeigt. Anstatt den Mitarbeitern den nötigen Freiraum und Rückhalt für effizientes Arbeiten zu geben, ist der Arbeitsalltag von ständiger Absicherung geprägt. Die Bedingungen zwingen einen regelrecht dazu, jeden Schritt, jede noch so kleine Absprache, jede geleistete Minute und sogar Materialrückgaben juristisch wasserdicht zu dokumentieren. Wer hier arbeitet, braucht neben seiner fachlichen Kompetenz im Grunde ein eigenes Faxgerät mit Sendebericht und eine Rechtsschutzversicherung griffbereit am Arbeitsplatz. Dieser ständige, völlig unnötige mentale Stressfaktor macht ein freies und produktives Arbeiten unter diesen Bedingungen nahezu unmöglich.

Kommunikation

Die Kommunikation seitens der Geschäftsführung ist taktisch geprägt und lässt Professionalität vermissen, sobald es um Themen wie Vertragsauflösung oder rechtliche Ansprüche geht. Es werden schriftlich Behauptungen aufgestellt - beispielsweise über den angeblich ausstehenden Erhalt von Rücksendungen -,
die sich durch offizielle Zustellprotokolle von Dienstleistern sofort widerlegen lassen. Auch klare, unmissverständliche Kündigungsschreiben werden einseitig und rechtlich unhaltbar uminterpretiert, was unnötige Konflikte provoziert. Mein dringender Rat an alle potenziellen Mitarbeiter: Jede noch so kleine Absprache zwingend schriftlich fixieren und wichtige Dokumente ausschließlich per Fax mit Sendebericht oder rechtssicherem Einschreiben übermitteln. Wer sich hier auf das gesprochene Wort verlässt, ist verlassen.

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung im Sinne eines partnerschaftlichen und fairen Miteinanders sucht man hier leider vergebens. Es herrscht ein sehr traditionelles, geradezu autoritäres Oben-Unten-Gefälle. Die einzige Form der 'Gleichbehandlung' besteht darin, dass von jedem Mitarbeiter maximale Leistungsbereitschaft eingefordert wird. Sobald es jedoch um die berechtigten, rechtlichen Ansprüche der Angestellten geht, endet diese Augenhöhe sofort. Die Geschäftsführung nimmt sich Freiheiten heraus (beispielsweise bei der kreativen und einseitigen Auslegung von gesetzlichen Kündigungsfristen), die sie einem Arbeitnehmer im umgekehrten Fall niemals zugestehen würde. Man wird hier nicht als wertvoller Partner auf Augenhöhe behandelt, sondern lediglich als ausführendes Organ, dessen Rechte systematisch kleingeredet werden.

Interessante Aufgaben

Das Aufgabengebiet im Autohaus bietet auf dem Papier eigentlich viel Potenzial für abwechslungsreiches und eigenverantwortliches Arbeiten. Leider wird dieses Potenzial durch die starren, von Misstrauen geprägten Strukturen und das ständige Micromanagement der Geschäftsführung komplett zunichtegemacht. Wer als Mitarbeiter motiviert an die Sache herangeht und versucht, durch proaktiven Einsatz (wie etwa die unbezahlte Vorbereitung des Tagesgeschäfts vor offizieller Ladenöffnung) Prozesse zu verbessern, wird schnell ausgebremst. Am Ende reduziert sich die eigentlich spannende Tätigkeit auf ein reines, demotivierendes 'Dienst nach Vorschrift', da jegliche Eigeninitiative nicht gewertschätzt wird und einem im schlimmsten Fall bei der Endabrechnung sogar noch vertraglich zum Nachteil ausgelegt wird.

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