Große Enttäuschung bei Einarbeitung und Führung am Standort Friedberg
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich war rund dreieinhalb Monate als Verkaufsberater am Standort Friedberg tätig. Ich bin mit einer sehr positiven Erwartung in die Stelle gestartet. Nach meiner Erinnerung wurde mir im Bewerbungsprozess eine strukturierte Einarbeitung am Standort Gießen sowie die Perspektive vermittelt, innerhalb von zwei bis drei Monaten für den Außendienst im Großkundenbereich vorbereitet zu werden.
Bereits an meinem ersten Arbeitstag wurde mir dann mitgeteilt, dass sich die Situation geändert habe und ich stattdessen einen für längere Zeit erkrankten Mitarbeiter in Friedberg vertreten sollte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinerlei Erfahrung in einem Autohaus und musste mich mit den Abläufen praktisch von Grund auf vertraut machen.
Eine strukturierte Einarbeitung, wie ich sie aufgrund meiner damaligen Ausgangssituation benötigt hätte, habe ich aus meiner Sicht nicht erhalten. Meine direkte Führungskraft verwies mich bei Fragen wiederholt auf Kollegen und erklärte mir sinngemäß, dass die Einarbeitung nicht ihre Aufgabe sei. Gleichzeitig wurde ich dazu aufgefordert, mich zu Kollegen zu setzen, um von ihnen zu lernen. Wenn ich dies versuchte, wurde ich teilweise wieder weggeschickt. Anschließend wurde ich wiederum dafür kritisiert, dass ich alleine an meinem Arbeitsplatz saß. Ich empfand diese Situation als widersprüchlich und wenig unterstützend. Erst nachdem ich das Thema bei einer übergeordneten Führungskraft angesprochen hatte, änderte sich daran etwas.
Besonders schwierig war für mich, dass gleichzeitig sehr früh hohe Erwartungen an meine Verkaufsergebnisse gestellt wurden. Ich war neu in der Branche, hatte noch keinen eigenen Kundenstamm und erhielt aus meiner Sicht nicht die gleichen Möglichkeiten zur Kundengewinnung wie erfahrene Kollegen. Beispielsweise wurden mir in der ersten Zeit gar keine Leads zugewiesen. Trotzdem wurde ich wiederholt mit Kollegen verglichen, die bereits deutlich länger in diesem Beruf tätig waren.
Dadurch entstand bei mir der Eindruck, dass von mir von Anfang an Ergebnisse erwartet wurden, ohne mir gleichzeitig die notwendigen Voraussetzungen zu geben, um diese Ergebnisse überhaupt erreichen zu können. Wenn sich einmal ein Kunde in die Filiale verirrte, war das für mich häufig eine der wenigen Möglichkeiten, überhaupt praktische Erfahrungen im Verkauf zu sammeln. Vieles wurde dann eher kurzfristig und zwischen anderen Aufgaben erklärt, wenn überhaupt.
Auch die Art der Führung habe ich als sehr demotivierend empfunden. Aus meiner Sicht stand Kritik deutlich stärker im Vordergrund als Anleitung, Unterstützung und konstruktives Feedback. Ich hatte häufig das Gefühl, dass meine anfängliche Unerfahrenheit gegen mich ausgelegt wurde, obwohl genau diese Einarbeitung eigentlich Teil meiner Entwicklung hätte sein sollen.
Besonders enttäuschend war für mich die Situation kurz vor den Weihnachtsfeiertagen, als mir von meiner direkten Führungskraft nahegelegt wurde, mir einen anderen Arbeitsplatz zu suchen. Zu diesem Zeitpunkt war ich erst wenige Monate im Unternehmen und hatte mir ursprünglich vorgenommen, mich in die neue Branche intensiv einzuarbeiten. Die Aussage hat bei mir entsprechend viel Unsicherheit ausgelöst.
Nach etwa dreieinhalb Monaten wurde das Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit beendet. Ein konkreter Grund wurde mir nicht genannt. Mir wurde lediglich erklärt, dass innerhalb der Probezeit keine Angabe von Gründen erforderlich sei.
Was ich ausdrücklich positiv hervorheben möchte: Der direkte Kundenkontakt hat mir grundsätzlich sehr viel Freude gemacht. Ich erhielt von Kunden mehrfach positives Feedback zu meinem Auftreten und meiner Beratung. Auch meine eigene Motivation war zu Beginn sehr hoch. Ich bin mit dem Wunsch gestartet, mir eine neue berufliche Perspektive aufzubauen und mich in das Tätigkeitsfeld einzuarbeiten, dass für mich durchaus interessant war.
Gerade deshalb war meine Erfahrung am Standort Friedberg für mich so enttäuschend. Ich glaube nicht, dass fehlende Einarbeitung und hoher Erwartungsdruck eine gute Grundlage dafür sind, einen neuen Mitarbeiter langfristig aufzubauen..
Verbesserungsvorschläge
Erwartungen und tatsächliche Einsatzbedingungen sollten bereits zu Beginn klar kommuniziert werden. Neue Mitarbeiter ohne Branchenerfahrung benötigen eine verlässliche Einarbeitung, erreichbare Ansprechpartner und die Möglichkeit, sich zunächst fachlich zu entwickeln. Gleichzeitig sollte die Leistung eines neuen Mitarbeiters aus meiner Sicht immer im Verhältnis zu seinen tatsächlichen Rahmenbedingungen betrachtet werden.
Work-Life-Balance
50h Kernarbeitszeit und öfters 5h am Wochenende, meist mehr. Kunden können gerne auch abends oder sonntags von zuhause aus kontaktiert werden
Gehalt/Benefits
Umgerechnet auf die erbrachten Arbeitsstunden, solides Mindesteinkommen
Vorgesetztenverhalten
Sieht sich als Chancengeber um für Ihn Geld zu erwirtschaften, nicht aber als Führungskraft um Mitarbeiter zu entwickeln
Gleichberechtigung
Gute Verkaufszahlen, gute Rechte