Ich hatte echt Bock – für genau vier Wochen.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Marke Autohero ist bekannt und bietet grundsätzlich ein interessantes Geschäftsmodell. Positiv hervorzuheben sind außerdem die geregelten Arbeitszeiten ohne regelmäßige Überstunden sowie der starke Zusammenhalt im Vertriebsteam. Die Kollegen haben sich gegenseitig unterstützt und den Arbeitsalltag deutlich angenehmer gemacht. Auch der direkte Teamleiter hat sich im Rahmen seiner Möglichkeiten bemüht, das Team bestmöglich zu unterstützen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Nicht eingehaltene Zusagen, insbesondere bei Gehalt und Provisionen, der dauerhaft hohe Vertriebsdruck sowie eine Kommunikation, die häufig nur aus Vertröstungen besteht. Hinzu kommen fehlende Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten, eine wenig attraktive Vergütung trotz guter Leistungen und eine aus meiner Sicht schwache Führungskultur auf den höheren Managementebenen. Auch die komplizierte IT-Landschaft mit vielen verschiedenen Systemen erschwert den Arbeitsalltag unnötig.
Zusätzlich fallen die vielen Stornierungen aufgrund unzufriedener Kunden negativ auf. Diese führen nicht nur zu Mehraufwand, sondern wirken sich auch auf die Motivation der Mitarbeiter aus und hinterlassen den Eindruck, dass an einigen Stellen die Kundenzufriedenheit und die internen Prozesse verbessert werden sollten.
Verbesserungsvorschläge
Verbesserungsvorschläge für den Arbeitgeber
* Vereinbarungen und Zusagen – insbesondere zu Gehalt und Provisionen – konsequent einhalten und transparent kommunizieren.
* Ein faires und wettbewerbsfähiges Provisionsmodell mit echten Leistungsanreizen einführen.
* Den Verkaufsdruck reduzieren und den Fokus stärker auf eine nachhaltige Kundenberatung statt auf reine Kennzahlen legen.
* Die Kommunikation zwischen Management und Mitarbeitern ehrlicher und verbindlicher gestalten, anstatt Probleme immer wieder auf später zu verschieben.
* Die IT-Struktur vereinfachen, die Erreichbarkeit des Supports verbessern und die Anzahl der genutzten Systeme reduzieren.
* Klare Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten schaffen, damit engagierte Mitarbeiter eine langfristige Perspektive haben.
* Führungskräfte stärker befähigen, eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen, anstatt lediglich Vorgaben von oben weiterzugeben.
* Logistik- und Auslieferungsprozesse optimieren, um unnötige Fahrzeugtransporte, Rückgaben und damit verbundene Umweltbelastungen zu reduzieren.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist aus meiner Sicht eher angespannt. Es herrscht ein hoher Leistungs- und Erfolgsdruck. Besonders kritisch empfinde ich, dass getroffene Vereinbarungen und mündliche Zusagen nicht immer eingehalten werden. Das betrifft insbesondere Provisionen und Gehaltsabsprachen. Dadurch leidet das Vertrauen zwischen Mitarbeitern und Arbeitgeber erheblich. Mehr Transparenz und Verlässlichkeit bei Zusagen wären wünschenswert.
Image
Autohero genießt grundsätzlich einen guten Ruf und ist als Marke am Markt gut etabliert. Aus meiner Sicht beginnt dieses positive Image jedoch zu bröckeln. Die Diskrepanz zwischen Außendarstellung und internen Abläufen ist spürbar, was sich langfristig auch auf die Wahrnehmung des Unternehmens auswirken könnte.
Work-Life-Balance
An der Work-Life-Balance gibt es wenig auszusetzen. Überstunden waren eher die Ausnahme, und die Arbeitszeiten bewegten sich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. In diesem Bereich hat das Unternehmen insgesamt einen soliden Eindruck hinterlassen.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten waren aus meiner Sicht praktisch nicht vorhanden. Es gab weder erkennbare Entwicklungsperspektiven noch gezielte Maßnahmen zur fachlichen oder persönlichen Weiterbildung. Wer sich langfristig weiterentwickeln oder innerhalb des Unternehmens aufsteigen möchte, wird hier wahrscheinlich enttäuscht.
Gehalt/Benefits
Gehalt/Benefits
Das Gehalt und die Benefits gehören für mich zu den größten Schwachpunkten. Die Provisionsregelung empfand ich als wenig attraktiv und im Vergleich zu anderen Vertriebspositionen als deutlich unterdurchschnittlich. Zusätzliche finanzielle Anreize oder Incentives gab es kaum.
Verbesserungen bei der Vergütung wurden zwar wiederholt angekündigt, diese blieben während meiner Zeit im Unternehmen jedoch aus. Trotz guter Verkaufsergebnisse habe ich in keiner anderen Vertriebsposition so wenig verdient wie hier. Für einen leistungsorientierten Vertrieb halte ich das Vergütungsmodell daher für nicht konkurrenzfähig.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umwelt- und Sozialbewusstsein
Das Umwelt- und Sozialbewusstsein entspricht aus meiner Sicht dem, was man von einem Online-Autohändler erwarten würde. Positiv oder negativ herausragende Maßnahmen sind mir nicht aufgefallen.
Verbesserungspotenzial sehe ich insbesondere bei den Auslieferungsprozessen. Durch Lieferverzögerungen und daraus resultierende Rückgaben werden Fahrzeuge teilweise mehrfach quer durch Deutschland transportiert. Das verursacht unnötigen logistischen Aufwand und vermeidbare CO₂-Emissionen. Hier könnte das Unternehmen durch eine effizientere Planung einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt im Vertrieb war das eindeutig Positivste. Das Team hat sich gegenseitig unterstützt, und es sind echte Freundschaften entstanden. Das ist jedoch weniger dem Unternehmen zu verdanken als den Kollegen selbst. Trotz der Rahmenbedingungen haben die Mitarbeiter den Arbeitsalltag gemeinsam deutlich angenehmer gemacht.
Umgang mit älteren Kollegen
In diesem Bereich habe ich keine negativen Erfahrungen gemacht. Der Umgang mit älteren Kollegen war respektvoll, und ich hatte nicht den Eindruck, dass jemand aufgrund seines Alters benachteiligt wurde. Gleiches galt aus meiner Sicht auch für Herkunft, Religion oder andere persönliche Merkmale. Hier wurden die Mitarbeiter grundsätzlich gleich behandelt.
Vorgesetztenverhalten
Der direkte Teamleiter hat sich bemüht, das Beste aus der Situation zu machen und war im Umgang mit dem Team respektvoll. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass sein eigener Handlungsspielraum sehr begrenzt war und er vor allem den Druck aus höheren Führungsebenen an das Team weitergeben musste.
Das Management oberhalb der Teamleitung habe ich dagegen als wenig mitarbeiterorientiert erlebt. Entscheidungen wirkten oft wenig nachvollziehbar, und der Fokus lag aus meiner Sicht stärker auf Kennzahlen und Druck als auf einer konstruktiven Führung und der Unterstützung der Mitarbeiter.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt ausbaufähig. Das Homeoffice und die grundlegende Ausstattung waren in Ordnung. Negativ fiel jedoch die IT auf: Sie war häufig nur schwer erreichbar, wodurch technische Probleme teilweise lange ungelöst blieben. Zudem mussten täglich viele verschiedene Systeme genutzt werden, die nicht optimal aufeinander abgestimmt waren. Das erschwerte die Arbeit unnötig und führte zu zusätzlichen Verzögerungen.
Kommunikation
Die Kommunikation ist aus meiner Sicht verbesserungswürdig. Häufig werden Probleme oder offene Themen mit dem Hinweis beantwortet, dass sich die Situation “bald verbessern” werde. Konkrete Informationen, verbindliche Zeitpläne oder nachvollziehbare Lösungen bleiben jedoch oft aus. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Mitarbeiter eher hingehalten werden, anstatt transparent und ehrlich informiert zu werden.
Gleichberechtigung
Innerhalb des Teams habe ich die Zusammenarbeit grundsätzlich als fair erlebt. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass einzelne Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten bevorzugt behandelt wurden. Diese “Lieblinge” konnten sich teilweise Verhaltensweisen erlauben, die bei anderen Konsequenzen gehabt hätten. Teilweise waren diese Verhaltensweisen aus arbeitsrechtlicher oder auch aus Kundensicht grenzwertig. Dadurch entstand der Eindruck, dass nicht für alle Mitarbeiter die gleichen Maßstäbe gelten.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind auf Dauer sehr eintönig und bieten wenig Abwechslung oder Entwicklungsmöglichkeiten. Der Fokus liegt stark auf vertriebsorientierten Tätigkeiten mit hohem Verkaufsdruck. Wenn der Kundenservice personell ausgelastet ist, werden zusätzlich Aufgaben aus dem Kundendienst übernommen. Dadurch wirkt die Rolle wenig klar definiert und besteht überwiegend aus Routineaufgaben.

