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Bewertung

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Aufstiegsmöglichkeiten gibt es – hauptsächlich über die Ausgangstür

1,0
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Vertrieb / Verkauf in Korschenbroich gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Nach längerer Überlegung: Man sammelt Erfahrungen fürs Leben. Vor allem darüber, bei welchem Arbeitgeber man zukünftig nicht mehr arbeiten möchte.

Es gibt zwei Homeoffice-Tage und theoretisch Parkplätze. Mehr Positives fällt mir leider nicht ein, ohne kreativ werden zu müssen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Wo soll man anfangen?

Eine Kontrollkultur, die teilweise schon groteske Züge annimmt. Kaum Aufstiegsmöglichkeiten. Ein Gehalt, bei dem zusätzliche Leistung kaum einen Unterschied macht. Kommunikation, die bevorzugt dann stattfindet, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Dazu Mitarbeiter, die teilweise mehr damit beschäftigt wirken, die Fehler ihrer Kollegen nach oben weiterzugeben, als miteinander an einem Strang zu ziehen.

Verbesserungsvorschläge

Vertrauen lernen.

Führungskräften erklären, dass Mitarbeiter erwachsene Menschen und keine Schüler auf Klassenfahrt sind.

Leistung tatsächlich honorieren.

Mitarbeiter entwickeln, statt sich irgendwann zu wundern, warum sie gehen.

Und vielleicht irgendwann verstehen, dass permanente Kontrolle keine gute Führung ersetzt.

Arbeitsatmosphäre

Von einer angenehmen Arbeitsatmosphäre kann ich persönlich nicht sprechen.

Es wird nach meiner Erfahrung sehr genau darauf geachtet, wann Mitarbeiter kommen, gehen, Pause machen und wie lange bestimmte Unterbrechungen dauern. Toilettengänge, Raucherpausen, der Weg zur Kantine, Meetings und andere alltägliche Abläufe können schnell das Gefühl vermitteln, ständig unter Beobachtung zu stehen.

Irgendwann fragt man sich zwangsläufig, ob man für seine Arbeitsleistung eingestellt wurde oder für die möglichst lückenlose Dokumentation seiner Anwesenheit.

Vertrauen scheint jedenfalls ein ausgesprochen knappes Betriebsmittel zu sein.

Kommunikation

Kommunikation findet statt – besonders zuverlässig dann, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.

Vieles könnte durch frühzeitige, klare und respektvolle Kommunikation verhindert werden. Stattdessen entsteht nach meiner Erfahrung häufiger der Eindruck, dass Probleme erst angesprochen werden, wenn sie bereits Probleme geworden sind.

Aber immerhin hat man dann etwas zu besprechen :)

Kollegenzusammenhalt

„Jeder ist sich selbst der Nächste“ trifft es meiner Erfahrung nach ziemlich gut.

Teilweise entsteht der Eindruck, dass der Fehler eines Kollegen für manche weniger ein gemeinsames Problem als vielmehr eine interessante Information für den nächsten Vorgesetzten darstellt.

Vielleicht gibt es dafür ein imaginäres Leckerli.

Besonders kurios wird es, wenn Mitarbeiter ohne Führungsposition anfangen, anderen Mitarbeitern auf die Finger zu schauen und sich für Vorgänge verantwortlich fühlen, die sie eigentlich überhaupt nichts angehen.

Man würde manchen fast eine Beförderung wünschen. Dann wäre zumindest endlich organisatorisch geklärt, warum sie sich so intensiv mit der Arbeit ihrer Kollegen beschäftigen.

Work-Life-Balance

Bis zu zwei Tage Homeoffice werden angeboten.

Auf dem Papier klingt das zeitgemäß.

Für zu Hause werden teilweise ältere PCs beziehungsweise Bildschirme zur Verfügung gestellt. Strom und Internet trägt der Mitarbeiter selbst. Eine entsprechende Pauschale gab es nach meiner Erfahrung nicht.

Besonders angenehm wird es, wenn die private Internetverbindung einmal nicht funktioniert. Dann merkt man relativ schnell, wie entspannt und vertrauensvoll das Homeoffice tatsächlich betrachtet wird.

Auch mit dem Begriff „Gleitzeit“ sollte man im Vertrieb vorsichtig umgehen.

Sie existiert.

Andere Abteilungen können teilweise sogar etwas damit anfangen.

Vorgesetztenverhalten

Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser. Und noch mehr Kontrolle ist offenbar noch besser.

Nach meiner Erfahrung werden Arbeitsabläufe sehr genau beobachtet. Dazu gehören auch Telefonsysteme und Aktivitäten am Arbeitsplatz.

Und wenn die technischen Möglichkeiten einmal nicht ausreichen, kann man natürlich auch ganz zufällig persönlich vorbeischauen.

Vielleicht muss gerade etwas kontrolliert werden.

Vielleicht möchte man nur kurz etwas holen.

Vielleicht brauchen die Pflanzen Wasser.

Die Zufälle häufen sich jedenfalls erstaunlich zuverlässig.

Ein Führungsstil, bei dem Mitarbeiter das Gefühl bekommen, dass ihnen grundsätzlich erst einmal vertraut wird, wäre eine interessante Abwechslung.

Gleichberechtigung

Mitarbeiterevents gibt es.

Ob das Ergebnis anschließend tatsächlich mehr Zusammenhalt ist, darf jeder selbst beurteilen.

Nach meiner Erfahrung wird bei solchen Veranstaltungen gerne ordentlich getrunken. Gleichzeitig entsteht reichlich neuer Gesprächsstoff über Kollegen.

Besonders nachhaltig sind offenbar die Fotos: Diese können auch nach dem Event noch betrachtet, kommentiert und zum Anlass genommen werden, sich über Kollegen lustig zu machen. Teilweise entstehen daraus sogar Memes.

Andere Unternehmen buchen für Teambuilding externe Coaches.

Hier entstehen Memes.

Auch ein Konzept.

Wer auf einem Firmenevent also einmal unvorteilhaft auf einem Bild landet, kann sich immerhin sicher sein, dass die Erinnerung daran möglicherweise nicht so schnell verloren geht.

Generell scheint das Interesse am Leben und Verhalten anderer Kollegen ausgesprochen groß zu sein – insbesondere dann, wenn die betreffende Person gerade nicht dabei ist.

Arbeitsbedingungen

Parkplätze werden angeboten.

Das Wort „angeboten“ ist hierbei wichtig.

Wer sehr früh erscheint, kann durchaus einen bekommen. Wer näher am tatsächlichen Arbeitsbeginn kommt, darf unter Umständen erst einmal einen kleinen Morgenspaziergang einplanen.

Immerhin wurde eine neue Halle gebaut und es sind zusätzliche Parkmöglichkeiten entstanden. Für das Lager ist das sicherlich erfreulich.

Die Mitarbeiter im Büro dürfen derweil weiterhin etwas für ihre Schrittzahl tun. Gesundheit wird schließlich großgeschrieben.

Der Bahnhof ist ungefähr zehn Gehminuten entfernt. Wer rechtzeitig Feierabend machen kann, hat sogar die Chance, seine Verbindung zu erreichen.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Zwei Homeoffice-Tage können immerhin Arbeitswege reduzieren.

Beim sozialen Bewusstsein gegenüber den eigenen Mitarbeitern sehe ich dagegen noch erhebliches Entwicklungspotenzial.

Vielleicht beginnt soziale Verantwortung auch einfach damit, den Menschen, die jeden Tag für das Unternehmen arbeiten, ein Mindestmaß an Vertrauen entgegenzubringen

Gehalt/Benefits

Das Einstiegsgehalt im Vertrieb lag in meiner persönlichen Konstellation – ledig und kinderlos – bei ungefähr 1.800 € netto monatlich bei einer 40-Stunden-Woche.

Die Arbeitszeiten lagen regulär bei etwa 8 bis 17 Uhr, hinzu kamen an bestimmten Tagen spätere Arbeitszeiten bis etwa 18 Uhr.

Zum Vergleich: Im Lager lag das Einstiegsgehalt nach meiner Kenntnis bei ungefähr 1.800 € brutto. Dabei spielte es teilweise keine entscheidende Rolle, ob bereits langjährige Lagererfahrung oder eine entsprechende Ausbildung vorhanden war.

Das muss man erst einmal auf sich wirken lassen.

Auch im Vertrieb sollte man nicht davon ausgehen, dass überdurchschnittliche Leistung zwangsläufig zu einer überdurchschnittlichen Gehaltsentwicklung führt.

Ob Mitläufer oder Überflieger, am Monatsende herrscht zumindest an einer Stelle bemerkenswerte Gleichberechtigung.

Auch die Kantine verdient Erwähnung.

Die Gerichte kosten ungefähr vier bis neun Euro. Der Arbeitgeber bezuschusst das Essen mit einem Euro.

Einem ganzen Euro.

Bei den Einkaufskonditionen, die ein Unternehmen dieser Größenordnung haben dürfte, ist diese Großzügigkeit natürlich beeindruckend.

Man möchte schließlich nicht riskieren, dass Mita

Image

Wer einen Arbeitgeber sucht, bei dem Leistung honoriert wird, Vertrauen zur Unternehmenskultur gehört, Kommunikation auf Augenhöhe stattfindet und berufliche Entwicklung realistisch möglich ist, sollte sich meiner Erfahrung nach sehr genau überlegen, ob er hier richtig ist.

Das Unternehmen verfügt offenbar über erstaunliche Ressourcen, wenn es darum geht, Arbeitszeiten, Pausen, Abläufe und Mitarbeiter im Blick zu behalten. Umso bedauerlicher, dass bei Gehaltsentwicklung, Mitarbeiterbindung, Kommunikation und Karriereperspektiven von diesem beeindruckenden Engagement deutlich weniger zu spüren ist.

Auch Mitarbeitergespräche und Jahresgespräche sollte man meiner Erfahrung nach nicht mit zu großen Erwartungen betreten. Verbesserungsvorschläge, Kritik oder konkrete Probleme kann man selbstverständlich ansprechen. Zuhören kostet schließlich nichts.

Was anschließend daraus wird, ist eine andere Frage.

Vorschläge werden teilweise abgenickt, relativiert oder verschwinden gefühlt dort, wo offenbar einige gute Ideen ihre letzte Ruhestätte finden: unter dem Tisch. Teilweise hatte ich auch den Eindruck, dass Kritik nicht wirklich als Möglichkeit zur Verbesserung verstanden wird, sondern eh

Karriere/Weiterbildung

Die Karriereleiter ist erfreulich kompakt.

Man läuft jedenfalls kaum Gefahr, sich beim Aufstieg zu verirren.

Wer auf einer Position beginnt, kann sich nach meiner Erfahrung darauf einstellen, diese Position ziemlich gut kennenzulernen.

Zusätzlicher Einsatz, überdurchschnittliche Leistung oder die freiwillige Übernahme von Aufgaben außerhalb des eigenen Verantwortungsbereichs führen nicht automatisch dazu, dass daraus eine entsprechende berufliche oder finanzielle Entwicklung entsteht.

Manche Mitarbeiter investieren trotzdem bemerkenswert viel Energie darin, sich bei Vorgesetzten unentbehrlich zu machen.

Man kann ihnen nur wünschen, dass sich der Aufwand irgendwann auszahlt.

Für viele andere scheint der realistischste Karriereschritt dagegen darin zu bestehen, das Unternehmen zu wechseln.


Interessante Aufgaben

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.