Leider nicht zu empfehlen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Rund 500 Mitarbeiter und kein Betriebsrat. Für mich sagt das schon einiges. Gerade bei dieser Größe wäre eine unabhängige Arbeitnehmervertretung mit echten gesetzlichen Rechten mehr als sinnvoll. Stattdessen gibt es jetzt eine interne Mitarbeitervertretung, die nach meinem letzten Stand noch nicht mal richtig startklar ist. Da fragt man sich schon, ob ein echter Betriebsrat vielleicht einfach zu viel Mitbestimmung bedeuten würde. Schließlich müsste man dann bei gewissen Entscheidungen plötzlich Mitarbeiterrechte und Beteiligungsrechte berücksichtigen. Wenn der Vorgesetzte selbst das Problem ist, bringt „klär es mit deinem Vorgesetzten“ übrigens erstaunlich wenig.
Verbesserungsvorschläge
Ordentliche Lösung gegen die Hitze.
Arbeitsschutz auch wirklich umsetzen.
Ältere Kollegen bei schweren Sachen entlasten.
Weniger Lieblinge bei den Vorarbeitern.
Und bei rund 500 Mitarbeitern wäre eine echte, unabhängige Arbeitnehmervertretung vielleicht mal eine Überlegung wert.
Work-Life-Balance
Manchmal ist der Umweg über die Zeitarbeitsfirma finanziell offenbar der direktere Weg.
Gehalt/Benefits
Fast schon ironisch: Teilweise ist man finanziell besser dran, wenn man über einen Personaldienstleister bzw. eine Zeitarbeitsfirma eingesetzt wird und von diesem bezahlt wird, statt direkt hier angestellt zu sein. Das muss man als Arbeitgeber auch erstmal schaffen. Urlaubs- bzw. Weihnachtsgeld gibt es zwar. Das wiegt das niedrige Grundgehalt für mich aber bei weitem nicht auf. Für körperliche Vollzeitarbeit im Lager bleibt am Ende einfach zu wenig übrig.
Kollegenzusammenhalt
Kommt stark auf die Leute an
Umgang mit älteren Kollegen
Kaum Rücksicht.
Natürlich weiß man vorher, dass Lagerarbeit körperlich ist. Trotzdem könnte man ältere Kollegen bei besonders schweren Sachen unterstützen oder die Arbeit entsprechend verteilen. Nur weil jemand im Lager arbeitet heißt das nicht, dass Arbeitsschutz und Rücksichtnahme egal sind.
Vorgesetztenverhalten
Kommt sehr darauf an, wie gut man mit dem jeweiligen Vorarbeiter ist. Manche haben ihre klaren Lieblinge und das merkt man auch. Wenn man ein Problem genau mit dem Vorgesetzten hat wird es schwierig. Einen Betriebsrat gibt es bei rund 500 Mitarbeitern nicht. Also soll man sein Problem im Zweifel mit genau der Person klären, die Teil des Problems ist. Viel Erfolg.
Arbeitsbedingungen
Im Sommer teilweise extrem warm im Lager. Keine Klimaanlage. Jetzt stehen Ventilatoren an einzelnen Stellen, die hauptsächlich die warme Luft verteilen. Wenn man dann mal kurz davor steht kommt schnell ein Spruch, man soll weiterarbeiten und keine Zeit vertrödeln. Wasser gibt es kostenlos, still, medium und classic. Ist auch gut. Nur teilweise ungefähr genauso warm wie das Lager. Bei schweren Teilen wird auch nicht immer darauf geachtet, dass Sachen die eigentlich zu zweit getragen werden sollen, wirklich zu zweit getragen werden.
Kommunikation
Mittlerweile soll es wohl eine Mitarbeitervertretung (MAV) geben. Die war nach meinem letzten Stand aber noch nicht richtig startklar. Einen Betriebsrat ersetzt das für mich sowieso nicht. Eine interne Mitarbeitervertretung hat nunmal nicht automatisch dieselben gesetzlichen Rechte und Möglichkeiten wie ein gewählter Betriebsrat. Bei ungefähr 500 Mitarbeitern finde ich es schon bemerkenswert, dass es keinen Betriebsrat gibt. Gerade wenn Probleme mit Vorgesetzten bestehen wäre eine unabhängige Anlaufstelle nicht die schlechteste Erfindung.
Gleichberechtigung
Frauen sind im Lager eher selten und werden teilweise anders bzw. bevorzugt behandelt.
Gleichzeitig wird teilweise gegafft als hätte man noch nie eine Frau gesehen. Mir ist auch ein Fall bekannt, bei dem ein Mitarbeiter letztendlich wegen unangemessenem Verhalten gegenüber weiblichen Beschäftigten gehen musste. Nach meinem damaligen Kenntnisstand waren Probleme vorher schon bekannt bzw. angesprochen worden. Bei manchen Sachen wäre schnelleres Handeln vielleicht wichtiger als zu gucken wer 2 Minuten vorm Ventilator steht.