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Avelios 
Medical 
GmbH
Bewertung

Hoher Anspruch, aber intern zu wenig Fokus, Struktur und Verlässlichkeit

2,5
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung für dieses Unternehmen in München gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die technische Ausstattung und das moderne Office waren positiv. Außerdem arbeiten dort viele sehr kluge, engagierte und motivierte Menschen an einem fachlich relevanten Produkt. Die grundsätzliche Mission, Krankenhaussoftware neu zu denken, ist spannend.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Aus meiner Sicht fehlten häufig klare Prioritäten, verlässliche Strukturen und eine nachvollziehbare Verteilung von Verantwortung. Hohe Einsatzbereitschaft wurde nicht immer entsprechend durch Entwicklungsperspektiven, Entlastung oder Anerkennung gespiegelt.

Verbesserungsvorschläge

Klare Prioritäten setzen, weniger parallele Themen verfolgen und stärker auf nachhaltige Produktreife fokussieren. Aus meiner Sicht braucht es mehr personelle Kapazität in den Bereichen, die das Produkt fachlich und technisch wirklich weiterentwickeln, statt dauerhaft nur kurzfristige operative Engpässe abzufangen.

Arbeitsatmosphäre

Das Miteinander im Team war grundsätzlich gut. Es arbeiten viele sehr kluge, engagierte und motivierte Menschen dort. Gleichzeitig war die Atmosphäre stark durch hohe Dynamik, enge Deadlines und einen dauerhaft hohen Arbeitsdruck geprägt. Wenn Probleme sichtbar wurden, hatte ich teilweise den Eindruck, dass weniger die Lösung im Vordergrund stand, sondern eher die Frage, warum diese Punkte nicht früher erkannt wurden.

Image

Avelios wird am Markt als sehr dynamischer und aufstrebender Anbieter im KIS-/KAS-Umfeld wahrgenommen. Aus meiner Sicht ist die Außenwirkung dabei teilweise stärker als die interne operative Reife. Neue Kunden, Partnerschaften und strategische Themen wurden nach außen sehr sichtbar kommuniziert, während intern weiterhin viele grundlegende Produkt- und Prozessfragen zu lösen waren. Dadurch entstand für mich teilweise eine Diskrepanz zwischen Anspruch, Marktkommunikation und tatsächlicher Umsetzung im Arbeitsalltag.

Work-Life-Balance

Die Zeiteinteilung war grundsätzlich flexibel, und Homeoffice war in der Regel möglich. Gleichzeitig war die Arbeitsbelastung phasenweise sehr hoch. Viele Aufgaben kamen kurzfristig, auch spät am Tag oder zum Wochenende hin. Dadurch war es schwierig, nach Feierabend wirklich abzuschalten und klare Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben zu ziehen.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildung und persönliche Entwicklung wurden aus meiner Sicht nicht systematisch verfolgt. Karriereperspektiven entstanden eher dann, wenn man sie selbst aktiv angesprochen hat. Klare Karrierepfade, transparente Entwicklungsmöglichkeiten oder eine strukturierte Förderung habe ich nicht ausreichend wahrgenommen.

Gehalt/Benefits

Das Fixgehalt lag aus meiner Sicht eher im unteren bis mittleren Bereich im Vergleich zu Verantwortung und Arbeitsbelastung. Gehaltserhöhungen mussten aktiv verhandelt werden. Positiv waren Benefits wie Urban Sports/Wellpass und Deutschlandticket. Es wurden außerdem Gehaltsbänder eingeführt, allerdings zunächst vor allem innerhalb einzelner Teams, sodass die Gesamtlogik der Vergütung nicht immer transparent war. VSOPs wurden gewährt, sind aber aufgrund langer Vesting-Zeiträume und eines ungewissen Liquiditätsereignisses eher als langfristige Option und nicht als verlässlicher Vergütungsbestandteil zu sehen.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Es gab einzelne positive Ansätze, zum Beispiel Getränke in Glasflaschen und wiederverwendbare Behälter für Essen in der Umgebung. Gleichzeitig entstand im Büroalltag weiterhin viel Verpackungsmüll, sodass das Thema aus meiner Sicht nicht durchgehend konsequent umgesetzt wurde.

Kollegenzusammenhalt

Innerhalb meines direkten Teams habe ich den Zusammenhalt überwiegend positiv erlebt. Viele Kolleginnen und Kollegen waren hilfsbereit und fachlich stark. Über Teamgrenzen hinweg gab es jedoch teilweise Spannungen, unklare Zuständigkeiten und eine Kultur, in der bei Problemen eher Verantwortlichkeiten gesucht wurden, statt gemeinsam strukturiert Lösungen zu entwickeln.

Umgang mit älteren Kollegen

Avelios ist insgesamt ein sehr junges Unternehmen mit einer entsprechend jungen Startup-Kultur. In diesem Umfeld wirkt man vergleichsweise schnell „älter“, aber es wurden meiner Meinung nach keine älteren Kollegen benachteiligt.

Vorgesetztenverhalten

Das Führungsverhalten habe ich gemischt erlebt. Aus meiner Sicht fehlten teilweise klare fachliche Führung, verlässliche Priorisierung und eine konsistente Einordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten. Gleichzeitig gab es eine hohe operative Detailtiefe in der Steuerung, was eigenverantwortliches Arbeiten nicht immer erleichtert hat.

Arbeitsbedingungen

Die technische Ausstattung war grundsätzlich gut, je nach Rolle etwa mit MacBook oder ThinkPad sowie mehreren Bildschirmen. Das Großraumbüro war allerdings häufig laut, was konzentriertes Arbeiten erschwert hat. Für fokussierte Aufgaben war Homeoffice aus meiner Sicht oft deutlich geeigneter.

Kommunikation

Die Kommunikation habe ich häufig als unklar und wechselhaft erlebt. Ziele und Prioritäten waren nicht immer transparent und haben sich regelmäßig verändert. Themen, die kurzfristig als besonders wichtig galten, wurden teilweise wenig später wieder durch andere Prioritäten ersetzt. Dadurch war es schwierig, Aufgaben konsequent abzuschließen und langfristig sauber zu planen.

Gleichberechtigung

Dazu kann ich nur eingeschränkt etwas sagen, da ich in meinem Arbeitsumfeld keine ausreichende Grundlage hatte, um diesen Punkt belastbar zu bewerten.

Interessante Aufgaben

Der Aufbau von Krankenhaussoftware an der Schnittstelle zwischen Medizin, Klinikprozessen und Softwareentwicklung ist grundsätzlich sehr spannend. Gleichzeitig waren viele Aufgaben im Alltag auch repetitiv oder operativ kleinteilig. Die Verteilung von Verantwortung und Arbeitslast war aus meiner Sicht nicht immer ausgewogen. Wirklich strategische oder fachlich tiefgehende Weiterentwicklungen kamen dadurch teilweise zu kurz.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.