Willkür, Druck und Silodenken
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Siehe oben.
Verbesserungsvorschläge
Der Arbeitgeber sollte dringend den Fokus von permanentem Druck auf echtes Vertrauen verlagern, willkürliche Entscheidungen beenden und den Teamleitern sowie der Belegschaft wieder spürbaren Rückhalt und echtes Mitspracherecht bieten. Dazu gehört eine ehrliche interne Kommunikation, die Probleme anpackt, anstatt sie schönzureden, sowie eine spürbare Aufwertung der Arbeitsbedingungen durch moderne, funktionierende Hard- und Software. Um das interne und externe Image zu retten, muss zudem die Wertschätzung für erfahrene, ältere Mitarbeiter wiederbelebt und aktiv in die persönliche Weiterbildung der Teams investiert werden. Die größte Baustelle für mehr Ruhe im Betrieb ist jedoch die Führungsebene: Diese destruktive Hire-and-Fire-Politik muss sofort aufhören, damit anstelle von plötzlichen Freistellungen und ständiger Verunsicherung endlich wieder eine verlässliche und konstante Unternehmensführung Einzug hält.
Das hat vor einigen Jahren noch sooo gut funktioniert, das ist wirklich schade!
Arbeitsatmosphäre
Subjektiv wahrgenommen hat sich das Arbeitsklima hier extrem negativ entwickelt. Die Atmosphäre ist stark von Druck geprägt und es gibt quasi keine Vertrauensbasis mehr zwischen Management und Team. Die Stimmung ist auf einem historischen Tiefstand.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist meiner Erfahrung nach quasi nicht vorhanden. Wichtige Infos erreichen das Team meist verspätet oder gar nicht, sodass man Neuigkeiten teilweise zuerst von Externen erfährt. Besonders frustrierend ist das künstliche Feiern von Erfolgen, um die Stimmung zu schönen. Die Probleme, die durch genau diese „Erfolge“ im Hintergrund entstehen und bewältigt werden müssen, werden einfach totgeschwiegen.
Kollegenzusammenhalt
Meiner Erfahrung nach gibt es keinen echten Teamgeist. Innerhalb der Teams funktioniert das Miteinander zwar so lange, wie es keine Interessenkonflikte gibt – danach ist sich jeder selbst der Nächste. Eine abteilungsübergreifende Zusammenarbeit existiert wegen des ausgeprägten Silodenkens gar nicht. Es fehlt an Führung und Struktur, sodass von der Belegschaft bis zum Management jeder einfach sein eigenes Ding durchzieht.
Work-Life-Balance
Die angebotenen Arbeitszeitmodelle halten der Realität nicht stand. Das Arbeitspensum und der Erwartungsdruck sind so hoch angesetzt, dass Überstunden unvermeidbar sind. Dass Teile der Belegschaft am Wochenende arbeiten, zeigt deutlich, dass die Personalplanung nicht stimmt. Das führt systematisch dazu, dass das Privatleben und familiäre Verpflichtungen auf der Strecke bleiben.
Vorgesetztenverhalten
Meiner Erfahrung nach mangelt es auf allen Führungsebenen an Transparenz und strategischer Linie. Getroffene Entscheidungen wirken auf die Belegschaft willkürlich. Es gibt keine echte Feedbackkultur: Kritik aus den Teams wird zwar pro forma angehört, hat aber keinerlei Konsequenzen und wird schnell beiseitegeschoben. Zudem fehlt den Teamleitern der Mut, sich für ihre Leute einzusetzen; sie beugen sich ausnahmslos den Vorgaben von oben. Die ausgegebenen Ziele sind angesichts der aktuellen Situation absolut unzeitgemäß und nicht nachvollziehbar.
Interessante Aufgaben
Meiner Erfahrung nach fehlt es völlig an einer fairen Strukturierung der Arbeit. Die Lasten sind sehr ungleich verteilt. Die Aufgabenstellungen sind stark von hohem Erwartungsdruck geprägt, was zulasten der Qualität geht. Strategisch wird extrem kurzsichtig agiert: Der Fokus liegt ausschließlich auf schnellen, vorzeigbaren Resultaten im Hier und Jetzt, während der langfristige und nachhaltige Erfolg des Unternehmens komplett vernachlässigt wird.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Altersstruktur im Unternehmen hat sich drastisch verändert, was meiner Wahrnehmung nach an einem katastrophalen Umgang mit älteren Mitarbeitern liegt. Erfahrene Kräfte werden meiner Meinung nach systematisch nicht wertgeschätzt und scheinen im System nicht mehr erwünscht zu sein. Das führt dazu, dass mittlerweile kaum noch langjährige Kollegen im Betrieb vorhanden sind.
Arbeitsbedingungen
Meiner Erfahrung nach hinkt das Unternehmen in Sachen Ausstattung der Zeit hinterher. Die Hardware ist veraltet und stellenweise defekt. Zudem ist das Arbeiten im Großraumbüro der Konzentration nicht gerade förderlich. Zu der mangelhaften physischen Ausstattung kommen unzuverlässige ERP-Systeme, die nur sporadisch fehlerfrei funktionieren. Hier wird an den falschen Enden gespart.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Meiner Wahrnehmung nach ist das Engagement in diesem Punkt nicht besonders ausgeprägt. Wenn man den Vergleich zu früher zieht, wurde in der Vergangenheit wesentlich mehr gemacht und investiert. Davon ist heute leider kaum noch etwas zu spüren.
Gehalt/Benefits
Meiner Erfahrung nach liegt das Gehaltsgefüge weit unter dem Marktdurchschnitt. Da keine Tarifbindung oder Tariforientierung existiert, fehlt eine klare Linie, und Verhandlungen werden im Keim erstickt. Die Zusatzleistungen und Benefits sind ungenügend, auch wenn die Auszahlung immerhin pünktlich erfolgt. Strukturell bedenklich finde ich zudem die spürbaren Gehaltsunterschiede innerhalb der Teams bei gleichen Aufgaben und Qualifikationen.
Image
Meiner Wahrnehmung nach spiegelt sich die schlechte interne Stimmung mittlerweile auch nach außen wider. Das externe Image leidet zunehmend und verschlechtert sich zusehends. Dieser negative Trend ist jedoch hausgemacht – das Unternehmen trägt durch die aktuellen Zustände und Entscheidungen die volle Eigenverantwortung für diesen Reputationsverlust.
Karriere/Weiterbildung
Meiner Erfahrung nach wird in die Entwicklung der Mitarbeiter überhaupt nicht investiert; Fortbildungsvorschläge werden konsequent abgelehnt. Zwar gibt es punktuell die Möglichkeit, intern zum Teamleiter aufzusteigen, allerdings sind die Führungspositionen extrem instabil. Es herrschen regelrechte Wild-West-Zustände: Führungskräfte werden oft von heute auf morgen entlassen und freigestellt. Diese fehlende Konstanz schadet dem gesamten Arbeitsklima.


