Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kommunikation und Kritikfähigkeit: All die Punkte, die hier genannt werden, habe ich vor meiner Kündigung angesprochen. Ich habe mich über die fehlenden Ausbildungsmaßnahmen beschwert und außerdem Lösungsvorschläge angeboten. Im Meisterbüro wurde ich noch ernst genommen und es wurde angeboten, dass nach oben weiterzugeben. Im Büro wurden alle Kritikpunkte darauf geschoben, dass ich 1. zu viele Krankheitstage habe und 2. nicht genug Eigeninitiative zeige. Seit Beginn meiner Ausbildung war ich nur am Hinterherlaufen aber klar, so kann man es sich einfach machen. Gaslighting als Kommunikationsstrategie wird bei Göing leider sehr groß geschrieben, alles was nicht gut lief war nur meine eigene Schuld.
Umgang mit Krankheitstagen: man wird sehr unter Druck gesetzt, wenn man krank ist. Ich wurde (ohne Ankündigung was für ein Gespräch es ist) in ein Krankenrückkehrgespräch geholt, in dem ich so lange unter Druck gesetzt wurde, bis ich den Krankheitsgrund genannt habe. Ich wurde zu meinem Lebensstil ausgefragt, da der ja etwas mit meinem Krankheitsausfall zutun haben könnte. Absolut grenzüberschreitendes Verhalten, natürlich unter dem Deckmantel "Fürsorge"
Der Chef: lebt absolut an der Lebensrealität der Mitarbeiter*innen in der Produktion. Hat an meinem ersten Arbeitstag sehr lange darüber gesprochen, wie wichtig ihm die Menschen im Betrieb seien und hat dann nicht mal mehr gewartet, bis die neuen Azubis sich vorgestellt haben, bis er abgedüst ist. Mehr muss ich glaube ich nicht sagen.
Verbesserungsvorschläge
- Azubis wie Azubis und nicht wie billige Arbeitskräfte behandeln.
- Kommunikation auf Augenhöhe umsetzen und nicht nur als Marketingstrategie. Vor allem zwischen Büro und Produktion.
- vielleicht mal weniger produzieren und nicht so viel wegschmeißen.
Arbeitsatmosphäre
Je nach Kollegium gut. Wird aber überschattet durch permanenten Stress und Druck.
Arbeitszeiten
Man kann in dem Job keine angenehmen Arbeitszeiten erwarten. Was aber meiner Meinung nicht gehen sollte, ist es Azubis innerhalb einer Woche zwei Tage in die Früh- und dann zwei Tage in die Nachtschicht zu schicken. Da braucht man sich auch nicht wundern, dass Leute wegen Krankheit ausfallen.
Als ich bei Göing anfing, gab es noch eine Spätschicht. Dass diese abgeschafft wird, wurde schon länger debattiert. Die Entscheidung kam dann aber doch sehr plötzlich und dann wurde auch innerhalb von zwei Tagen der Plan angepasst. In den Kununu-Antworten von Göing heißt es, dass es zwei Wochen Vorlauf gibt, außer in Ausnahmefällen wie Krankheit etc. Eine Umstrukturierung der Schichtpläne sollte nicht zwei Tage vor Durchsetzung beschlossen werden. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass bei Göing wenig Rücksicht auf die Menschen in der Produktion genommen wird.
Ausbildungsvergütung
Besser als in kleinen Betrieben.
Die Ausbilder
Ich wurde de facto von meinen Arbeitskolleg*innen ausgebildet, wenn denn mal Zeit im stressigen Arbeitsalltag war. Das sollte nicht deren Job sein und es war wirklich super lieb, dass sie sich dafür die Zeit genommen haben. Nur deshalb gibt es überhaupt den zweiten Stern.
Beim Bewerbungsgespräch wurde explizit darauf verwiesen, dass der Arbeitsalltag in so einer großen Konditorei natürlich anders ist, als in einem kleineren Ausbildungsbetrieb. Es wurde aber auch ausdrücklich gesagt, dass uns Azubis alles beigebracht wird. Dass es betrieblichen Unterricht gibt, wir extra Praxisstunden haben und Azubi-Projekte. In den 10 Monaten, die ich da war wurden wir insgesamt zwei Mal für jeweils eine halbe Stunde rausgezogen, um etwas zu üben. Innerbetrieblichen Unterricht gab es nicht und auch keine Azubi-Projekte.
Als ich vor meiner Zwischenprüfung fragte, ob ich mir einige Tage nehmen dürfte um zu üben, war die Antwort: "Wieso denn, sieh die Prüfung doch als Übung".
Es wurde oft damit begründet, dass momentan einfach viel zutun sei und zu wenige Mitarbeitende da sind. Bei allem Verständnis für die Situation, sowas kann nicht auf Kosten der Azubis ausgetragen werden.
Spaßfaktor
Hätte höher sein können, wenn man nicht dauerhaft Stress ausgesetzt wäre oder angemeckert wird.
Aufgaben/Tätigkeiten
Wie zu erwarten in einer großen Konditorei eher eintönig.
Respekt
Von so gut wie allen Leuten aus dem Büro, mit denen ich Kontakt hatte, und vom Chef selbst ehrlich gesagt überhaupt nicht.