Gut am Arbeitgeber finde ich
Zu der Bewertung/ Antwort von Bardusch (leider kann man auf den Kommentar nicht antworten deshalb muss! das hier eingefügt werden) :
Sie schreiben, meine Bewertung gehe „teils über eigene Erfahrungen hinaus“ und ziehe „allgemeine Schlüsse“. Genau das sehe ich anders.
Ich war über Jahre Teil von bardusch und in der Verwaltung tätig. Dadurch hatte ich Einblick in viele Abläufe und Gegebenheiten und stand zudem in engem, teilweise freundschaftlichem Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen aus Produktion, Technik und Fahrern. Ich habe deshalb bewusst nicht nur meine eigene Situation beschrieben, sondern auch Dinge, die ich über Jahre selbst erlebt, gesehen und aus verschiedenen Bereichen mitbekommen habe. Gerade durch meine Tätigkeit in der Verwaltung hatte ich Einblicke, die andere Mitarbeiter so möglicherweise gar nicht hatten.
Natürlich gelten je nach Funktion, Qualifikation und Vereinbarung unterschiedliche Rahmenbedingungen. Das bestreite ich auch nicht. Die von mir angesprochenen Probleme bei Kommunikation, Führung, Planung, Befristungen, Urlaub, Vergütung und dem Umgang mit Mitarbeitern waren jedoch keineswegs auf einen einzelnen Fall beschränkt. Bei einem großen Teil der Beschäftigten waren die Rahmenbedingungen sehr ähnlich. Ausnahmen gab es selbstverständlich und genau diese Unterschiede waren mir ebenfalls bekannt.
Was mich an Ihrer Antwort allerdings besonders enttäuscht: Auf keinen der konkret angesprochenen Punkte gehen Sie inhaltlich ein. Kein „Wir nehmen das ernst“, kein „Wir prüfen das“, kein „Wir arbeiten daran“ stattdessen wird die Kritik lediglich als persönliche Sicht und Einzelfall relativiert.
So werden Probleme nicht gelöst. Wenn Kritik von langjährigen Mitarbeitern lediglich mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen erklärt wird, anstatt sich mit den konkret angesprochenen Problemen auseinanderzusetzen, darf man sich nicht wundern, wenn diese über Jahre bestehen bleiben.
Ich habe diese Bewertung nicht geschrieben, um bardusch pauschal schlecht darzustellen, sondern weil ich über Jahre Teil des Unternehmens war, die Abläufe aus der Verwaltung heraus kannte und mit vielen Menschen aus unterschiedlichen Bereichen eng zusammengearbeitet habe. Das ist für mich deutlich mehr als ein einzelner, isolierter Einzelfall.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Umgang mit Mitarbeitenden wird aus meiner Sicht nicht immer wertschätzend erlebt. Ein großer Kritikpunkt ist die fehlende Sicherheit durch überwiegend befristete Arbeitsverträge. Bereits während der sechsmonatigen Probezeit entsteht bei vielen Mitarbeitenden das Gefühl von Unsicherheit, da jederzeit eine Kündigung möglich ist. Entscheidungen werden nach meiner Erfahrung teilweise erst sehr kurzfristig mitgeteilt, was zusätzlich Vertrauen und Planungssicherheit nimmt.
Nach der Probezeit bleibt die Unsicherheit bestehen, da häufig weitere befristete Verlängerungen folgen. Viele Mitarbeitende wissen über einen längeren Zeitraum nicht, ob sie dauerhaft übernommen werden. Am Ende werden Verträge nach meiner Wahrnehmung oft nicht weitergeführt, unabhängig davon, ob es sich um Mitarbeitende aus der Produktion oder der Verwaltung handelt.
Auch bei der Arbeitszeitgestaltung fehlt es an Flexibilität. Spontane private Termine oder wichtige Angelegenheiten lassen sich nur schwer organisieren. Die Urlaubsplanung gestaltet sich ebenfalls schwierig, da viele Mitarbeitende zur gleichen Zeit Urlaub benötigen. Zusätzlich entsteht der Eindruck, dass nicht alle Mitarbeitenden bei der Urlaubsvergabe gleich behandelt werden.
Gehaltserhöhungen sind nach meiner Erfahrung nur schwer durchzusetzen. Auch bei zusätzlichen Leistungen wie Weihnachtsgeld fehlt es an Transparenz und Gleichbehandlung. Während einzelne Mitarbeitende scheinbar von höheren Sonderzahlungen (da Partner oder Bruder von der Niederlassungsleitung profitieren, erhalten andere Beschäftigte keine vergleichbaren Leistungen. Eine faire und nachvollziehbare Regelung für alle Mitarbeitenden wäre hier wünschenswert.
Dass es regelmäßig Schwierigkeiten gibt, neue Mitarbeitende für verschiedene Bereiche zu finden, zeigt aus meiner Sicht, dass die Arbeitsbedingungen und die Rahmenbedingungen verbessert werden sollten. Mehr Wertschätzung, Sicherheit, Transparenz und faire Behandlung könnten dazu beitragen, Mitarbeitende langfristig zu halten.
Verbesserungsvorschläge
Für die Mitarbeitenden wären regelmäßige Gehaltserhöhungen, eine feste Anzahl an Urlaubstagen sowie ein verbindliches Weihnachtsgeld für alle eine wichtige Verbesserung. Die Urlaubstage sollten transparent und dauerhaft festgelegt sein und nicht erst von Jahr zu Jahr ansteigen. Ein festes Weihnachtsgeld würde zudem die Motivation der Mitarbeitenden stärken und zeigen, dass die geleistete Arbeit wertgeschätzt wird.
Außerdem sollte ein fairerer und wertschätzenderer Umgang mit den Beschäftigten stattfinden. Kündigungen sollten nicht von heute auf morgen erfolgen, sondern transparent und nachvollziehbar kommuniziert werden. Gerade bei befristeten Verträgen wäre mehr Sicherheit wünschenswert, anstatt Mitarbeitende kurz vor einer möglichen Verlängerung nicht weiter zu beschäftigen.
Arbeitsatmosphäre
Anfangs wirkt die Arbeitsatmosphäre angenehm und freundlich, insbesondere wenn man neu im Unternehmen ist. Nach kurzer Zeit merkt man jedoch, wie der tatsächliche Umgang miteinander ist, wodurch sich der erste positive Eindruck relativiert.
Image
Nach außen hin wirkt das Unternehmen zunächst wie ein zuverlässiger und etablierter Arbeitgeber. Bei genauerem Hinsehen entsteht jedoch ein anderes Bild. Die interne Kommunikation, der Umgang mit Mitarbeitenden sowie die Arbeitsbedingungen passen aus meiner Sicht nicht immer zu dem positiven Eindruck, den das Unternehmen nach außen vermittelt. Das Image nach außen und die tatsächlichen Erfahrungen im Arbeitsalltag gehen daher teilweise auseinander.
Work-Life-Balance
Für die Mitarbeitenden im Büro gibt es etwas mehr Flexibilität, da der Arbeitstag beispielsweise bereits um 6:00 Uhr beginnen kann und man entsprechend früher Feierabend hat. Für die Produktionsmitarbeitenden sieht das jedoch anders aus. Dort gibt es im Wesentlichen nur die Frühschicht ab 6:00 Uhr oder die Spätschicht ab 14:00 Uhr. Arzttermine oder andere private Termine während der Arbeitszeit wahrzunehmen, ist dadurch schwierig. Auch kurzfristig frei zu bekommen oder Minusstunden aufzubauen, gestaltet sich nach meiner Erfahrung eher kompliziert.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt im Büro empfand ich als eher niedrig und insgesamt unterdurchschnittlich. Im Vergleich zu dem, was man in der freien Wirtschaft für vergleichbare Tätigkeiten erwarten könnte, fällt die Vergütung aus meiner Sicht eher mager aus. Zusätzliche Leistungen sind ebenfalls begrenzt. Weihnachtsgeld wird nach meinem Eindruck, wenn überhaupt, erst nach mehreren Jahren Betriebszugehörigkeit gezahlt. Zudem hatte ich den Eindruck, dass die Vergabe solcher Leistungen nicht immer transparent oder nachvollziehbar erfolgt.
Auch die Schichtmitarbeitenden werden meiner Meinung nach deutlich zu niedrig vergütet. Bei einer Vollzeitstelle liegt das Gehalt nach meiner Erfahrung bei etwa 1.300 € netto, obwohl die Arbeit körperlich sehr belastend ist. Man steht über weite Teile des Tages und verrichtet eine anstrengende Tätigkeit. Zusätzlich müssen Mitarbeitende auch an Feiertagen arbeiten, da die Versorgung der Krankenhäuser mit Wäsche gewährleistet sein muss. Besonders betroffen sind Feiertage wie das Friedensfest, wenn dieses unter der Woche liegt, oder Maria Himmelfahrt. Die hohe Belastung und die geringe Vergütung stehen aus meiner Sicht nicht in einem angemessenen Verhältnis.
Kollegenzusammenhalt
Ein echter Kollegenzusammenhalt ist kaum erkennbar. Statt gegenseitiger Unterstützung entsteht häufig der Eindruck, dass Fehler oder Informationen schnell weitergegeben werden, wenn sich daraus ein persönlicher Vorteil ergibt. Vertrauliche Gespräche bleiben selten vertraulich und gelangen oft sehr schnell zur Schichtleitung. Dadurch entsteht ein Klima des Misstrauens, in dem sich viele Mitarbeitende nicht trauen, offen miteinander zu sprechen.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten habe ich als sehr enttäuschend empfunden. Auf mich wirkte sie häufig negativ und wenig wertschätzend, wodurch ein unangenehmes Arbeitsklima entstand. Nach außen hin wurde zwar oft Freundlichkeit vermittelt, gleichzeitig hatte ich jedoch den Eindruck, dass Kritik oder Gespräche nicht offen, sondern eher hinter dem Rücken der Mitarbeitenden geführt wurden. Ein vertrauensvolles und respektvolles Miteinander konnte ich dadurch nicht erleben. So stelle ich mir eine gute Führungskraft nicht vor.
Kommunikation
Eine offene und transparente Kommunikation findet so gut wie gar nicht statt. Wichtige Themen werden selten direkt angesprochen. Stattdessen werden viele Dinge hinter dem Rücken der Mitarbeitenden zwischen der Niederlassungsleitung und der Schichtleitung besprochen, was den Eindruck von Intransparenz und fehlender Wertschätzung vermittelt. Dadurch entstehen schnell Gerüchte und ein unangenehmes Arbeitsklima.