Sehr veraltete Strukturen und Ausstattung, ergänzt durch ein insgesamt fragwürdiges Verhalten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Während meiner krankheitsbedingten Abwesenheit aufgrund einer Rückenverletzung – insgesamt sechs Werktage – wurde mir nach meiner Rückkehr ins Unternehmen vorgeworfen, in dieser Zeit einer Nebenbeschäftigung nachgegangen zu sein. Dieser Vorwurf war unbegründet und entsprach nicht der Wahrheit. Mir wurde daraufhin mitgeteilt, man würde von einer Kündigung absehen, sofern ich „sofort“ einen Aufhebungsvertrag unterschreibe und das Arbeitsverhältnis sofort endet. Dies habe ich aus voller Überzeugung abgelehnt, da hier offensichtlich versucht wurde, Druck auszuüben. Das Gespräch fand zudem ohne Beisein des Betriebsrats statt.
Zusätzlich wurde mir vorgeworfen, meine Nebenbeschäftigung verschwiegen zu haben, obwohl diese bereits Thema des Bewerbungsgesprächs war. Auch hier versuchte die Personalchefin, weiteren Druck aufzubauen obwohl dieses höchstens eine Abmahnung mit sich bringen würde. Als der Vorgesetzte schließlich eine fristlose Kündigung in Aussicht stellte, wies die Personalchefin darauf hin, dass hierfür zunächst der Betriebsrat angehört werden müsse. Anschließend wurde ich zurück an meinen Arbeitsplatz geschickt.
Kurze Zeit später erfolgte ein weiteres Gespräch, in dem mir eine einmonatige Freistellung angeboten wurde – obwohl mein Vertrag noch zwei Monate lief. Dies geschah in dem Wissen, dass der Arbeitgeber bei einer solchen Freistellung weitgehend frei entscheiden kann und der Betriebsrat nicht zwingend einbezogen werden muss. Auch dieses Angebot lehnte ich ab, da ich mir keinerlei Fehlverhalten habe zuschulden kommen lassen.
Kurz darauf erhielt ich schließlich eine Freistellung über die verbleibenden zwei Monate bis zum Vertragsende – bei voller Bezahlung. Das Vorgehen des Arbeitgebers wirkte insgesamt äußerst fragwürdig und zeigte deutlich, dass hier mit unangemessenen Mitteln Druck aufgebaut wurde. Für Personen, die ihre Rechte nicht kennen, kann eine solche Situation schnell zu erheblichen Nachteilen führen.
Verbesserungsvorschläge
Die Büroausstattung ist insgesamt veraltet und entspricht nicht den Anforderungen eines modernen Arbeitsumfelds. Obwohl täglich zahlreiche Telefonate geführt werden, kommt kein Telefonsystem zum Einsatz. Stattdessen nutzt jeder Mitarbeitende ein kabelgebundenes Tischtelefon, bei dem sämtliche Rufnummern manuell eingetippt werden müssen. Dies führt zu unnötigem Zeitaufwand und erschwert effizientes Arbeiten.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre im Verkaufsbüro ist derzeit stark angespannt. Viele Mitarbeitende wirken in ihrer Arbeitsweise unsicher, was zu hektischen Situationen und einer insgesamt unruhigen Dynamik führt. Zudem wird häufig und ausführlich gesprochen – auch über Kolleginnen, Kollegen, andere Abteilungen sowie über die Führungskraft, oftmals in einem wenig positiven Kontext. Durch die zahlreichen privaten Gespräche im direkten Umfeld ist konzentriertes Arbeiten nur schwer möglich.
Work-Life-Balance
Vor meiner Einstellung habe ich meine bereits gebuchten Termine klar und transparent kommuniziert. Es handelte sich jeweils um zwei bis drei zusammenhängende Tage, die mir im Gespräch als unproblematisch zugesichert wurden. Am ersten Arbeitstag habe ich die vollständige Urlaubsplanung eingereicht. Daraufhin wurde mir vom Vorgesetzten mitgeteilt, dass die Anträge künftig einzeln und jeweils kurz vorher gestellt werden sollen.
Zwei der drei Anträge wurden schließlich – wenn auch widerwillig – genehmigt. Der Vorgesetzte äußerte dabei deutlich seinen Unmut darüber, dass die Personalabteilung diese Termine im Einstellungsgespräch zugesichert hatte. Den dritten Antrag lehnte er mit einer wenig nachvollziehbaren Begründung ab. Es wurde klar erkennbar, dass es dem Abteilungsleiter hierbei vor allem um das Prinzip ging. Dies ist besonders ärgerlich, da die Termine bereits vorab besprochen waren und ihm das Datum rund zwei Monate vorher vorlag. Insgesamt wirkte der Umgang mit der Situation wenig verlässlich und nicht professionell.
Gehalt/Benefits
In der Stellenbeschreibung sowie im Bewerbungsgespräch wurde ein Gehalt kommuniziert, das deutlich über dem lag, was sich später in der Realität zeigte. Bei einer 35‑Stunden‑Woche stand lediglich eine „2“ vor dem Bruttobetrag. Eine Anpassung der Arbeitszeit auf 40 Stunden wäre möglich gewesen, hätte jedoch nur zu einer minimalen Verbesserung geführt und den grundlegenden Unterschied zur ursprünglichen Darstellung nicht ausgeglichen.
Vorgesetztenverhalten
In den vergangenen zweieinhalb Monaten habe ich den direkten Vorgesetzten der Abteilung lediglich zweimal persönlich gesehen, als er sich kurz im Büro zeigte, um zu grüßen. Ein Gespräch oder eine fachliche Abstimmung fand zu keinem Zeitpunkt statt.
Nach rund zwei Monaten erhielt ich eine E‑Mail mit der Aufgabenverteilung innerhalb des Büros. Darüber hinaus gab es keinerlei weitere Kommunikation oder Anleitung. Dieses Verhalten ist aus meiner Sicht äußerst unglücklich, da der Vorgesetzte seiner Führungsfunktion in dieser Zeit nicht gerecht wurde.
Arbeitsbedingungen
Nach einem ersten Kennenlerngespräch wurde ich sehr schnell eingestellt und habe zwei Wochen später meine Tätigkeit aufgenommen. Leider war seitens des Arbeitgebers zu diesem Zeitpunkt noch nichts vorbereitet: Weder ein Arbeitsplatz noch ein Laptop oder die erforderlichen Zugänge standen zur Verfügung. Es dauerte rund einen Monat, bis ich vollständig arbeitsfähig war.
In dieser Zeit wurde sich kaum um meine Einarbeitung gekümmert. Ich verbrachte täglich acht Stunden ohne Aufgaben oder Anleitung, da die Mitarbeitenden im Büro nach eigener Aussage „keine Zeit“ hatten, mir ihre Arbeitsabläufe zu zeigen. Gleichzeitig entstand der Eindruck, dass es weniger an Zeitmangel als an fehlender Bereitschaft lag, da im Büro häufig und ausgiebig private Gespräche geführt wurden.
Kommunikation
Die Kommunikation im Unternehmen erfolgte nahezu ausschließlich per E‑Mail. Rückmeldungen von Vorgesetzten oder der Personalabteilung ließen in der Regel mehrere Tage auf sich warten, sodass häufig mehrfach nachgefragt werden musste. Dies war im Arbeitsalltag sehr belastend.
Persönliche Gespräche fanden nicht statt; Aufgaben, Anweisungen und organisatorische Informationen wurden ausschließlich über den E‑Mail‑Verkehr mitgeteilt. Eine direkte Abstimmung oder ein persönlicher Austausch war somit zu keinem Zeitpunkt gegeben.
Interessante Aufgaben
Entgegen der Stellenbeschreibung und den Tätigkeiten, die im Bewerbungsgespräch kommuniziert wurden, erhielt ich nach Arbeitsbeginn andere Aufgaben als ursprünglich vereinbart. Diese beschränkten sich überwiegend auf einfache Hilfstätigkeiten.
Ein Großteil meiner täglichen Arbeit bestand darin, Leergutbuchungen vorzunehmen. Die Fahrer liefern Waren in Boxen aus, für die beim Kunden Pfand berechnet wird. Bei der Rückkehr tragen sie die zurückgegebenen Boxen manuell auf Papierlisten ein. Diese Zettel werden anschließend im Verkaufsbüro einzeln und händisch in das System übertragen. Täglich fallen dabei mehrere hundert Belege an, was die Tätigkeit sehr monoton und wenig anspruchsvoll macht.
Zusätzlich übernahm ich die Telefonzentrale und nahm Kundenanrufe entgegen. Aufgrund der fehlenden Einarbeitung konnte ich jedoch nur eingeschränkt weiterhelfen und musste viele Anliegen an Kolleginnen und Kollegen weiterleiten. Eine vertiefte Einarbeitung war seitens des Vorgesetzten entgegen der absprache nicht vorgesehen.
