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Peter 
Gross 
Bau
Bewertung

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1,6
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2023 im Bereich Finanzen / Controlling bei Peter Gross Hochbau GmbH & Co. KG in Stuttgart gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Stärker auf die tatsächliche Führungskultur in den einzelnen Niederlassungen achten und problematische Gruppendynamiken frühzeitig erkennen. Entscheidungen sollten transparent und Mitarbeiter unabhängig von persönlichen Netzwerken nach Leistung und Qualifikation beurteilt werden.
Hinweise auf Ausgrenzung und respektloses Verhalten sollten konsequent ernst genommen werden. Ebenso wünsche ich mir einen professionelleren Umgang mit Nachunternehmern sowie eine Unternehmenskultur, in der nachhaltiges Bauen nicht nur kommuniziert, sondern tatsächlich ernst genommen wird.
Ein Unternehmen dieser Größe hat das Potenzial, in all diesen Bereichen deutlich besser zu sein.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre habe ich über längere Zeit als belastend empfunden.
Wenn einzelne Mitarbeiter innerhalb eines Teams zunehmend ausgegrenzt werden, sollte dies aus meiner Sicht von Führungskräften frühzeitig erkannt und ernst genommen werden. Geschieht das nicht, können sich problematische Gruppendynamiken sehr schnell verfestigen.
Besonders schwierig wird es, wenn Mitarbeiter irgendwann den Eindruck gewinnen, dass nicht mehr ihre tatsächliche Arbeit beurteilt wird, sondern vor allem das Bild, das bestimmte Personen innerhalb des Teams über sie vermitteln.
Eine solche Atmosphäre beeinträchtigt nicht nur die Motivation, sondern langfristig auch die Qualität der Zusammenarbeit.

Image

Nach außen vermittelt das Unternehmen das Bild eines großen und etablierten Bauunternehmens. Meine Erfahrungen innerhalb der Niederlassung standen dazu jedoch teilweise in deutlichem Widerspruch.
Während meiner Tätigkeit in der Kalkulation wurde ich bei Gesprächen mit Nachunternehmern wiederholt mit Beschwerden über ausstehende Zahlungen und teilweise auch mit Hinweisen auf rechtliche Auseinandersetzungen konfrontiert. Diese Erfahrungen haben mein persönliches Bild des Unternehmens deutlich geprägt.
Zwischen der professionellen Außenwirkung und meinen tatsächlichen Erfahrungen im Arbeitsalltag bestand für mich daher eine deutliche Diskrepanz.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance habe ich als sehr schlecht erlebt. Trotz einer damals angespannten Auftragslage war der Druck auf die Mitarbeiter enorm. Arbeitsbeginn um 7 Uhr wurde erwartet, ein pünktlicher Feierabend hingegen häufig kritisch gesehen.
Kurzfristige Aufgaben mit der Vorgabe, sie bis zum nächsten Tag fertigzustellen, machten einen planbaren Feierabend oft unmöglich. In einer besonders belastenden Phase habe ich 15 Tage ohne freien Tag durchgearbeitet.
Einsatzbereitschaft gehört zum Berufsleben – permanente Verfügbarkeit und lange Anwesenheitszeiten sollten jedoch nicht zum Maßstab für Leistung werden.

Karriere/Weiterbildung

Entwicklungsmöglichkeiten waren aus meiner Sicht nicht für alle Mitarbeiter gleichermaßen zugänglich. Wer intern gut positioniert und vernetzt war, schien deutlich bessere Chancen auf Förderung und Weiterentwicklung zu haben.
Ich hätte mir transparentere Kriterien und eine stärkere Orientierung an fachlicher Leistung, Qualifikation und individuellem Potenzial gewünscht.

Gehalt/Benefits

Meine Erfahrungen mit Gehalt und Benefits waren positiv. Die Vergütung war tarifvertraglich geregelt und wurde zentral gesteuert, wodurch klare und nachvollziehbare Rahmenbedingungen bestanden.
In diesem Bereich habe ich das Unternehmen als strukturiert und verlässlich erlebt.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Nachhaltiges Bauen wurde in meinem damaligen Arbeitsumfeld leider kaum ernst genommen. Mein Eindruck war vielmehr, dass entsprechende Ansätze teilweise belächelt oder als unnötig abgetan wurden. Gerade für ein großes Bauunternehmen fand ich diese Haltung sehr enttäuschend.
Auch beim Sozialbewusstsein sehe ich erheblichen Verbesserungsbedarf. Nachhaltigkeit bedeutet für mich nicht nur einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, sondern auch mit Menschen. Beides sollte Bestandteil einer modernen Unternehmenskultur sein.

Kollegenzusammenhalt

Zusammenhalt habe ich vor allem innerhalb bestimmter Gruppen erlebt. Wer zu diesen Strukturen gehörte, hatte es nach meinem Eindruck deutlich leichter. Wer außerhalb stand oder fachlich beziehungsweise persönlich eine andere Position vertrat, hatte es dagegen deutlich schwerer, Gehör und Unterstützung zu finden.
Ein guter Kollegenzusammenhalt bedeutet für mich jedoch nicht, dass sich einzelne Gruppen gegenseitig bestätigen und schützen. Echter Zusammenhalt zeigt sich vielmehr darin, wie mit Menschen umgegangen wird, die anders denken, weniger gut vernetzt sind oder nicht Teil einer bestimmten Gruppe sind.
Problematisch wird es insbesondere dann, wenn persönliche Unzufriedenheit und zwischenmenschliche Spannungen in Form von negativer Kommunikation, Abwertung oder Ausgrenzung in den Arbeitsalltag getragen und auf Kosten anderer ausgetragen werden. Ein professionelles Arbeitsumfeld sollte genügend Raum für unterschiedliche Persönlichkeiten bieten, ohne dass daraus persönliche Konflikte oder Gruppendynamiken entstehen.

Umgang mit älteren Kollegen

Hier habe ich leider besonders negative Erfahrungen gemacht. Ich habe miterlebt, wie ein älterer Kollege wiederholt ausgegrenzt wurde. Er wurde teilweise nicht zu gemeinsamen Mittagessen oder betrieblichen Veranstaltungen eingeladen und musste sich abwertende Bemerkungen über sein Alter gefallen lassen. Teilweise wurde sogar in seiner Anwesenheit über ihn gespottet.
Einen solchen Umgang empfand ich als respektlos und menschlich äußerst enttäuschend. Alter ist auch ein Zeichen von Lebens- und Berufserfahrung. Älteren Kollegen sollte mit Respekt begegnet und ihre Erfahrung als Bereicherung verstanden werden, von der andere lernen können – niemals als Anlass für Ausgrenzung oder Herabwürdigung.

Vorgesetztenverhalten

Die damalige Geschäftsleitung habe ich persönlich als professionell erlebt. Obwohl die neue Führung innerhalb des Teams teilweise auf deutlichen Widerstand und persönliche Anfeindungen stieß, wurde mit dieser schwierigen Situation aus meiner Sicht bemerkenswert souverän umgegangen.
Gerade in einem von internen Spannungen und persönlichen Interessen geprägten Umfeld empfand ich das Verhalten der Geschäftsleitung als sachlich und professionell.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen waren für mich vor allem durch hohen Druck und mangelnde Planbarkeit geprägt. Trotz geringer Auftragslage herrschte eine permanente Anspannung, die durch interne Konflikte und teilweise unklare Verantwortlichkeiten zusätzlich verstärkt wurde.
Gute Arbeitsbedingungen bestehen für mich nicht nur aus einem angemessenen Arbeitsplatz, sondern ebenso aus klaren Strukturen, verlässlicher Planung und einem respektvollen Arbeitsumfeld. Gerade in diesen Punkten bestand aus meiner Sicht erheblicher Verbesserungsbedarf.

Kommunikation

Die Kommunikation empfand ich insbesondere in Konfliktsituationen als verbesserungswürdig.
Kritik und Probleme sollten meiner Meinung nach zunächst direkt mit den betroffenen Mitarbeitern besprochen werden. Stattdessen hatte ich teilweise den Eindruck, dass über Personen gesprochen wurde, bevor überhaupt mit ihnen gesprochen wurde.
Dadurch können sehr schnell einseitige Bilder entstehen, die anschließend nur schwer wieder zu korrigieren sind.
Eine offene Feedbackkultur, transparente Entscheidungen und direkte Kommunikation hätten aus meiner Sicht viele Situationen verhindern oder zumindest deutlich entschärfen können.

Gleichberechtigung

Von echter Gleichberechtigung konnte ich in meinem damaligen Arbeitsumfeld wenig erkennen. Persönliche Beziehungen, Sympathien und interne Netzwerke hatten nach meiner Wahrnehmung einen erheblichen Einfluss darauf, wie Mitarbeiter behandelt und beurteilt wurden.
Faire Behandlung sollte jedoch nicht davon abhängen, wie gut jemand intern vernetzt ist oder zu welchem Kreis er gehört.

Interessante Aufgaben

Während meiner Zeit im Unternehmen befand sich die Niederlassung in einer Phase mit sehr geringer Auftragslage und war intensiv mit der Akquise neuer Projekte beschäftigt. Entsprechend begrenzt waren zeitweise auch die wirklich interessanten Aufgaben.
Besonders problematisch empfand ich, dass potenzielle Aufträge innerhalb der Abteilung teilweise nicht konsequent weiterverfolgt wurden. Gleichzeitig entstand bei Schwierigkeiten mitunter der Eindruck, dass die Verantwortung dafür bei anderen Mitarbeitern gesucht wurde.
Für eine Kalkulationsabteilung in einer solchen wirtschaftlichen Phase war diese Arbeitsweise für mich nur schwer nachvollziehbar.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.