Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Forschungsreferat ist hervorragend geführt vom Abteilungsleiter und Forschungsreferenten. Ich habe viel gelernt und durch das Traineeship ein mögliches Berufsfeld aufgezeigt bekommen, in dem ich zukünftig arbeiten möchte.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Kommunikation im Haus ingesamt ist merkwürdig insofern, als dass Befindlichkeiten von X und Y die Tagesordnung zu bestimmen scheinen anstatt die Sache selbst. Die Kommunikation innerhalb des Forschungsreferats funktioniert wunderbar. Doch zwischen einzelnen Referaten gibt es spürbar Spannungen, teils auf Führungsebene, was sich auf das Miteinander unter den Mitarbeitenden auswirkt.
Auch fehlt es an Unternehmenskultur – wo will die Akademie hin? Was sind Herausforderungen für das Haus? Vieles bleibt schlicht auf Führungsebene. So aber fühlt man sich als 'normale:r' Mitarbeitende:r schnell außen vor und unbeteiligt. Zwar werden regelmäßig interne Veranstaltungen abgehalten, um Hürden und Schwellen untereinander abzubauen. Aber ob man heute von Personen auf dem Gang gegrüßt wird oder nicht, scheint oft stimmungsabhängig.
Darüber hinaus sind in zahlreiche Arbeitsprozesse derart viele Mitentscheidende eingebunden, dass sie enorm träge und ineffizient ablaufen. Gleiches gilt für die (nicht) digitale Arbeitsweise, wobei hier bereits Bemühungen zum Besseren erkennbar sind.
Verbesserungsvorschläge
Das Traineeship-Konzept ist noch im Entstehen begriffen. Zwar wird sich bemüht, ein Ausbildungskonzept zu entwickeln und umzusetzen. Doch hängt dies von einzelnen Vorgesetzten ab. Das Traineeship befindet sich dabei im Spannungsfeld zwischen Ausbildung und Arbeitskraft. Im zweiten Jahr hat sich dies, auch nach Rückmeldung von uns Trainees, spürbar verbessert – dank des Forschungsreferenten Bemühen. Stellenweise könnten die Trainees hier noch eigenverantwortlicher und selbstständiger Arbeiten.
Arbeitsatmosphäre
Mit einer Ausnahme, die sich bald darauf wegbeworben hat, hält das Team eng zusammen; die Atmosphäre war stets wertschätzend, entspannt und locker. Stand viel Arbeit ins Haus, war konzentriertes Arbeiten möglich, und doch hatte jede bzw. jeder stets ein offenes Ohr. Ich konnte so viel Fragen wie nötig; die Kolleginnen und Kollegen waren stets zugewandt und anteilnehmend.
Karrierechancen
Im öffentlichen Dienst gibt es kaum Karrierechancen; das Traineeship war mit keiner festen Perspektive verbunden, was von Anfgang an klar kommuniziert wurde.
Arbeitszeiten
Flexible und entgegenkommende Arbeitszeiten- und Homeoffice-Regelung im Forschungsreferat.
Ausbildungsvergütung
Angelehnt an TV-L E13, Steigerung des Bruttolohns im zweiten Jahr.
Die Ausbilder
Während meines Traineeships wurde ich vor allem vom Forschungsreferenten betreut, der mir durch viele gemeinsame Gespräche wie durch das eigene Beispiel geholfen hat, effizienter zu arbeiten. Darüber hinaus war mir das Mentoring durch den Abteilungsleiter eine willkommene Übung darin, Perspektiven zu entwickeln.
Spaßfaktor
Eigentlich gab es kaum einen Tag, an dem ich nicht gern zur Arbeit gegangen bin; die Aufgaben waren vergleichsweise abwechslungsreich und im Büro herrschte eigentlich immer zuversichtliche Heiterkeit.
Aufgaben/Tätigkeiten
Strategische Beratung bei der Antragstellung im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften mit renommierten Forschenden in verschiedenen Förderlinien, Projektsteuerung und -evaluierung, Vorbereitung wissenschaftlicher Veranstaltungen sowie von Gremienarbeit, Haushaltscontrolling im Drittmittelbereich.
Variation
Die Aufgaben waren abwechslungsreicher als gedacht, wobei die Hauptaufgabengebiete unverändert bleiben. Eigene Vorschläge wurden stets ernstgenommen und zumeist direkt umgesetzt bzw. integriert. Ich war – sehr zu meiner Zufriedenheit – stets mit verschiedensten Themen und Forschungsgebieten und mithin mit der Spitzenforschung der Bundesrepublik in Berührung; die Antragslektüre war teils herausfordernd und daher selten langweilig. Auch hatte ich hierbei das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, das tatsächlich Auswirkungen auf die Realität hat: dass Geld in Forschung fließt, Arbeitsstellen geschaffen werden, Kulturgüter bewahrt, erschloßen und erforscht werden.
Respekt
Innerhalb des Forschungsreferats wird eine offene und direkte Kommunikation gepflegt, wertschätzend, deeskalativ und lösungsorientiert. Um 'Manöverkritik' wird regelmäßig gebeten, unabhängig von der Position innerhalb der Hierarchie.